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Kathmandu: Ankunft - was für eine andere Welt-

Nachdem wir mit dem Flixbus nach Zürich und von dort aus mit Oman Air über Muskat nach Kathmandu gelangt sind, waren wir sehr gespannt auf den Moment als wir in unserem ersten Reiseland Nepal das erstmal den Boden betreten haben.

Schon bei der Landung konnten wir erste Eindrücke gewinnen, dass hier wohl die Welt etwas anders verläuft. Bei europäischen Städten oder Städten wie Abu Dhabi kann man von oben ganz klare Stadtstrukturen und Straßennetze erkennen, das konnte man über Kathmandu nicht, gar nicht. Wir hatten den Eindruck, Häuser stehen da wo es gerade passt, kreuz und quer, links und rechts, tief oder leicht erhöht. Der Anblick war schon sehr beeindruckend, Chaos von oben.

Beim Aussteigen und dem Anblick des internationalen Flughafens Tribhuvan International Airport wurde direkt klar, hier ist die Welt einfacher als wir sie kennen. Ein kleines Gebäude, keine zwei Stockwerke hoch, sehr kurze Laufwege bis zur Immigration und dem Visa Office. Ganze 2 Gepäckbänder. Relativ alte Technik, Möbel, und alles leicht staubig.

Die Visa waren auch ganz schnell gemacht und schon ging es raus in die richtige Welt Nepals.

Empfangen wurden wir von gefühlten 1000 Taxifahrern oder Taxifahrervermittler, wie sich später rausstellte. Einer konnte uns schließlich überzeugen und wir fuhren zu viert, zwei riesige Backpacks, von dem einer kurzerhand recht einfach aufs Dach gepackt wurde und unsere zwei Daypacks los.

Und dann ging die erste Fahrt los:

 

Zwischen Taxen, Bussen, Minivans bahnte sich unser Fahrer den Weg Richtung Kathmandu City.

Über der Stadt und den Straßen schwebte ein braun-grauer Nebel. War es Nebel aus natürlichen Wolken fragte man sich zuerst naiv, doch schnell wurde bewusst, das wird wohl Nebel aus Straßenstaub und Abgasen sein.

Der Weg in die Stadt an einfachsten Häusern, dreckigen Straßenrändern, braunem trockenen Boden, ersten Straßenhunden vorbei, vermittelte schon sehr eindrücklich wie arm das Land ist.

Aber es war ein Moment voller Freunde, voller Erkenntnis, das ist eine andere Welt, die so viel anders ist als unsere bisherige, und so viel Spannung, was uns wohl noch erwarten wird. Für gerade mal 6 km brauchten wir eine gefühlte Ewigkeit. Aber es waren so unglaublich viele Autos, Busse, Fahrräder und Menschen unterwegs und aus deutschen Verhältnissen Platz für maximal zwei Fahrspuren wurden 5 oder 6, das ließ sich nicht mal bestimmen. Man hatte das Gefühl es könnte jeden Moment krachen oder sonstiges passieren aber nichts dergleichen.

Verbots- und Straßenschilder fungieren eher als Deko oder Befestigungsmittel als wirklich Beachtung zu finden.

Wir fuhren schließlich durch immer enger werdende Straße und Gassen zu unserem Hotel, dem Oyo 168 Divine Guest House.

 

Ein ganz fundiertes, sauberes und gut gelegenes Hotel am Rande des Touristenviertels Thamel. Die Gastgeber und Mitarbeiter waren stets höflich und hilfsbereit, doch auch sehr distanziert und kühl, das erste Lachen konnten wir glaub ich erst nach 2 Tagen abgewinnen.

Unser Zimmer war groß, kalt wie ein Kühlschrank aber auch daran haben wir uns in den 5 Tagen Kathmandu ganz gut gewöhnt. Und für 4€ die Nacht p.P. konnten wir nun wirklich nichts sagen.

 

Zuerst organisierten wir uns SIM Karten, da mittlerweile Reisen mit ständig verfügbarem Internet ja doch vieles sehr vereinfacht. Im Anschluss daran verschafften wir uns erstmal einen Eindruck über unsere neue Wohngegend.

In den darauffolgenden Tagen ließen wir die Stadt einfach mal auf uns einwirken, schlenderten viel herum, ließen es uns schon einige Male gut schmecken.

 

 

Was einem erstmals auffällt, überall teilen sich Fußgänger, Mopeds, Motorräder, Taxis und quasi alles andere an Gefährten die Straßen, die in Deutschland wohl NUR für Fußgänger zulässig wären.

Die Straßen sind auch einmalig. Meistens geteert aber nur meistens, oft sind es auch nur Lehmpfade. Schlaglöcher sind so groß wie kleine Meteoriteneinschläge, wo der Verkehrsteilnehmer versucht drumherum oder irgendwie durch zu fahren.

Die Bordsteine können zwischen einem Zentimeter und einem halben Burggraben variieren.

Um in unser Hotel zu kommen musste man gefühlt ein halbes Stockwerk hochklettern.

Das ist die Straßenlage.

 

Dann der Staub und vermutlich die Abgase, denn Euro-4 Plaketten gibt es hier nicht, es sei denn es sind die Überbleibsel der Plakette der ausrangierten europäischen Wagen, die durch die Welt verschifft hier gelandet sind (und ja wir haben diese Reste an der Scheibe schon gesehen 😊).

 

 

Wir hatten uns Bandanas schon in Deutschland besorgt, weil sie für jegliche Wetterlagen hilfreich sein können. Hier haben sie direkt Anwendung gefunden. Sie dienen als Mundschutz vor dem Staub und das ist wirklich notwendig. In meinem Kopf machen das nur andere asiatische Völker so und da findet man das ja oft etwas übertrieben. Aber wenn selbst die einheimischen Nepalesen, die die Straßen hoch und runter düsen, die das Spülwasser bestimmt 100mal benutzten und Fleisch den ganzen Tag offen rumliegen lassen, mit Mundschutz, Schal oder Bandana rumlaufen, dann hat das wohl Hand und Fuß.

 

Wir lassen in den 5 Tagen Kathmandu die Stadt voll auf uns einwirken, versuchen uns ganz drauf einzulassen und machen daher ganz viel zu Fuß. Dabei können wir außerhalb der Stadt eindrücklich erleben, in welchen ärmlichen Verhältnissen die Menschen hier leben. Oft in halbfertigen Häusern, am Straßenrand in ihrem Geschäft oder in zusammengezimmerte Baracken neben den Hauptverkehrsstraßen.  

Wir sehen viele Menschen viel rumsitzen, rumstehen, unterhalten, lachen, beobachten. Oder ihre häuslichen Aktivitäten am Straßenrand erledigen. Gewaschen wird im Fluss, gekocht wird oft zusammen an einem Feuer meist für größere Gruppen, die Kinder spielen auf der Straße, wir sehen unglaublich viele hin und her fahren, und fragen uns oft, wohin gehen diese Menschen und was machen sie?

Wir fragen uns auch oft, wovon leben sie hier? In Kathmandu, in Thamel, gibt es unglaublich viele Restaurants, Bars, Trekkingläden, Läden mit typisch „nepalesischen“ Sachen, wie handgemachte Taschen, Schals, Notizbücher, Lampen. Dazwischen gibt es immer wieder kleine Geschäfte, in denen man alles für das alltägliche Leben bekommen kann. Weiter außerhalb nehmen diese Geschäfte etwas ab und das Sortiment immer gemischter. Natürlich gibt es auch ganz üblichen Geschäfte wie Apotheken, Frisöre und Bäckereien.

Und noch weiter außerhalb ist es unglaublich schwer zu beschreiben was die Menschen tun und wovon sie leben. Oftmals vermutlich von nicht viel. Einigen gehen in die Stadt und versuchen mit kleinen mobilen Läden Obst oder Kleidung zu verkaufen. Man versucht sich eine Tätigkeit zu suchen, um irgendwie etwas zu tun und auch nur ein bisschen Geld zu verdienen. Oder aus größter Not heraus wird aus dem Müll aus der Stadt durchwühlt, um mögliche noch brauchbare Gegenstände zu finden.

Wir haben natürlich auch bisschen das klassische Touri-Programm durchgezogen, wir sind zum Garden of Dreams gegangen, haben den Durba Platz gestriffen und sind zum Swayambhu Stupa Tempel hochgestiegen.

 

Und wie ihr lesen könnt haben wir unglaublich viele Eindrücke in Kathmandu sammeln können. Es ist schwer alles in Worte zu fassen, denn wenn man hier durch die Straße geht, prasseln so unendlich viele Bilder, Situationen, Gefühle und Gedanken auf einen ein.

 

 

 

Wir hoffen, dass wir euch aber ein Stückchen das Gefühl geben konnten, was wir erlebt haben. 

Hier noch ein paar mehr Bilder:

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