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Annapurna Trekking Tag 3 - Sonnenaufgang mal Anders

Ghorepani liegt am Fuße des Poon Hill, mit einer Höhe von etwa 3200 Metern. Dieser ist bekannt für seine wunderschönen Sonnenaufgänge.

 

Der Sonnenaufgang beginnt so um 6 und der Aufstieg dauert mindestens eine Stunde. Also: 5 Uhr aufstehen, wenn man das sehen will. Für manch einen Gang und Gebe im Alltag. Für uns, in der letzten Zeit als leichte Langschläfer, unmenschlich früh.

Am Vorabend hatten sich einige andere Trekker beraten, auch mit ihren Guides, ob es am nächsten Morgen lohnend wäre zum Poon Hill aufzusteigen, da es den ganzen Abend schneite und es sicherlich 15cm Neuschnee gegeben hatte. Resümee war jedoch, man müsse einfach am frühen Morgen schauen was das Wetter spricht.

 

Bei dem Blick aus dem Fenster um 5 Uhr morgens sah der Himmel leicht diesig aus, aber für unser Auge so, dass man den Aufstieg und den Sonnenaufgang wagen könnte. Man konnte die Berge gegenüber sehen, für uns ein Indiz dafür, dass die Sicht ausreichend sein kann. Zur Gesamtlage müssen wir noch sagen, dass es recht dunkel war, wir müde und total gespannt auf den Sonnenaufgang waren. Was folgt könnt ihr euch vielleicht ein klein wenig nun denken.

 

 

Aber erstmal haben wir uns 3000 Lagen übergeworfen sind in unsere eisigen Trekkingschuhe und los ging es.
In der Nacht waren nochmal ein paar Zentimeter Schnee gefallen und der Weg zum Aussichtspunkt sehr, sehr verschneit. Wir konnten in einige Fußstapfen treten aber dennoch war der Aufstieg mit dem vielen schneebedeckten Treppen unglaublich anstrengend. Und dann auf halber Strecke fing auch noch ein Schneesturm an zu wehen.

Unsere müden Beine und allgemein müde Konstitutionen mit dem Schneesturm und mit der Aussicht darauf, dass wir wohl keinen Sonnenaufgang sehen würden, ließ die Laune etwas sinken…Aber jetzt waren wir ja schon einmal wach und auf halber Strecke. Die Hoffnung stirbt zuletzt. 

Oben angekommen war es noch kälter, noch windiger und man konnte nichts sehen außer Schnee und Wolken. Die Enttäuschung war so…hmm naja :D
Aber wir waren nicht die Einzigen, die dort waren, ganz im Gegenteil sogar sehr viele andere hatten unseren Optimismus geteilt. Das war zumindest ein kleiner Trost für uns.

Geteiltes Leid ist halbes Leid. Zudem wandelte eine chinesische Trekkergruppe die etwas enttäuschte Stimmung über den fehlenden Sonnenaufgang, in dem sie mit nackten Oberkörpern, schreiend, eine Flagge schwenkend, um die Aussichtsplattform rannten und sich schließlich für 2 Sekunden im Schnee rollten.  Dies sorgte für allgemeine Erheiterung. Sie ließen sich nicht die Laune verderben oder vielleicht war auch der Schnee an sich für sie schon ein Event.

Mit einem Tee haben wir uns noch versucht aufzuwärmen, doch dieser Effekt hielt nicht lange an. Also haben wir uns, als es definitiv war, dass die Sonne hinter den dicken Wolken und der Schneefront irgendwo ohne uns aufgegangen war, zügig auf den Rückweg gemacht und einfach nochmal ins kuschelige Bett gelegt.


Frühstück ließen wir getrost ausfallen. Wir entschieden uns einfach einen Tag länger zu bleiben, da die Wettervorhersage angab, morgen solle es richtig gutes Wetter geben. Und jeder von uns freute sich innerlich einen Tag Ruhe einlegen zu können. Ja es war erst der dritte Tag aber 6-8 Stunden Laufen pro Tag, wenn auch nicht schnell aber stets bergauf, ist schon anstrengend.

 

Da wir den Tag jetzt komplett frei hatten, schlenderten wir in den kleinen Ort und kauften ein paar Kleinigkeiten. Eigentlich waren wir auch auf der Suche nach einem Buch für einen Tag. Jeder Laden hatte sogar reichlich Bücher zur Auswahl, also kein Einzelfall, dass Menschen hier wohl mal einen Tag pausieren, aber für uns war nichts dabei. Aber ein kleines Geschenk für den  Guide Adhish, der uns immer so nette Tipps gab, haben wir auf dem Weg noch gefunden. 


Wieder im Hotel, aßen wir erstmal zu Mittag und bis zum Sonnenuntergang genossen wir einfach das nichts tun. 

Und über den Tag klarte es allmählich auf und wir stiegen erneut den Poon Hill zum zweiten Mal an dem Tag hinauf (allerdings nur zu Hälfte). Auf diesem Weg wurde schon deutlich, wir werden hier kein zweites Mal enttäuscht. Die Sonne senkte sich langsam und tauchte die weiße Schneelandschaft von einem satten Gelb in ein knalliges, leuchtendes Orange bis Rot. Die Wolken bewegten sich fort und sichtbar wurde nun die atemberaubende Bergfront, die sich in den letzten Tagen einfach versteckt hatte. Wenn die Wolken das erste Mal die Sicht auf dieses gewaltige Gebirge frei gibt, ist das wirklich ein Moment, in dem man vor Staunen kurz vergisst zu atmen. Diese Höhe und Schönheit der puren Natur und dann noch getränkt in einer solchen Abendröte. Dafür gibt es glaube ich nicht genügend Worte.

 

Den Abend ließen wir schließlich zufrieden und voller Vorfreude auf den nächsten Versuch einen Sonnenaufgang zu erwischen gemütlich am Feuer ausklingen und gingen früh ins Bett. Die abendlichen Wetterkonditionen ließen auf jeden Fall nur gutes Hoffen. 

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