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Annapurna Trek, Tag 4 - It's gonna be slippery!!

Und fast wie in „Täglich grüßt das Murmeltier“ standen wir wieder um 5 Uhr auf. Packten uns warm ein. Diesmal noch zusätzlich mit dicken, hübschen, handgemachten Handschuhen ausgerüstet, die wir am Tag zuvor im Dorf gekauft hatten. Der Blick aus dem Fenster versprach nur Gutes, sogar im Dunkeln war es klar. Und auch während des Aufstiegs konnten wir sehen, dass die Konditionen perfekt waren. Noch vor dem Erreichen der Poon Hill Spitze zeichnete sich am Horizont ein oranger leuchtender Streifen ab, der immer breiter wurde und langsam den Himmel erhellte. Das war Motivation pur und der Aufstieg über die immer noch leicht vereisten Treppen gelang wie im Flug.

 

Mit Tee ausgerüstet positionierten wir uns auf der Aussichtsplattform und warteten. Den Rest lassen wir einfach mal in Bildern sprechen (per Klick vergrößerbar) :


Nach einem erneuten leckeren, stärkenden Trekker Frühstück ging es mit richtig guter Laune und Motivation auf nach Tadapani.
Das Wetter und der einmalig schöne Sonnenaufgang hatten uns mit so vielen Endorphinen erfüllt, dass es richtig Spaß machte die schneebedeckten Berge hochzukraxeln und zu rutschen. 

Auf dem ersten wieder höheren Deurali (nepalesisch Hügel) wurden wir zum zweiten Mal an diesem Tag von einer unbeschreiblichen Aussicht umgehauen.

Klarer blauer Himmel, einwandfreie Sicht bis zum Nordpol, wenn das riesige Himalaya nicht die Sicht eingeschränkt hätte. Zudem glänzender und blendender Schnee und eine Luft….frisch wie mit Perwoll gewaschen 😉

 

Hier versackten wir ein wenig, um einfach diesen Moment digital und nicht digital in vollen Zügen einzufangen. Im Nachhinein wären wir wohl gerne noch ewig da geblieben, wenn wir gewusst hätten, was uns kurz nach diesem Deurali erwarten würde. 

gegangen wäre. Nein, es lag eine platt getretene Schneedecke auf den Wegen, die von der morgendlichen Sonne angetaut war, nun aber wieder dabei war zu gefrieren und es wurde rutschig und glatt. Die nächsten 4 Kilometer waren eigentlich eine einzige Rutschpartie. Zwischenzeitlich brauchten wir für einen Kilometer fast 90 Minuten. Das war nicht nur lange, sondern auch Kräfte zehrend. Die Aufmerksamkeitsspanne konnte nicht immer so lange aufrechterhalten, sodass es hier und da schon mal zu näherem 'Bodenkontakt' kam.

Wir waren sehr erleichtert als wir schließlich an einem kleinen Restaurant auf fast der Hälfte unseres Gesamtweges einen kleinen Halt machen konnten und mal kurz durchatmen konnten.

 

Wir stärkten uns mit einem frischen und leckeren Gurung Brot und einer Portion gebratenem Reis. Zu unserem Mittagessen stieß noch ein nettes australisches Pärchen hinzu, das wir schon zuvor einige Male auf den Wegen gesehen hatten und 3 kleine Welpen, die um uns herum taumelten. Das ließ die Tortur die wir hinter uns hatten deutlich verblassen. Doch unsere 'Tortur' war gar nichts. Josh und Felicitas hatten es mit dem Abstieg noch viel schwerer als wir. Felizitas war bereits mehrere Male gestürzt und eine relativ große Beule zeichnete sich an ihrem Ellenbogen ab. Der Anblick tat uns wahnsinnig leid aber waren auch froh, dass uns das bisher erspart geblieben war. 


Wir mussten uns dann zügig auch weiter die Hänge hinunterhangeln, da wir für alles viel länger brauchten und ungern in der Dunkelheit noch auf den eisigen Flächen umherrutschen wollten.

Die folgenden Abstiege erwiesen sich aber als noch anstrengender als die bisherigen, steiler, enger, vorbei an tiefen Abhängen, über nicht sichtbare Stufen.


Zeitweise hangelten wir uns die Berge zusammen mit einem portugiesischen Pärchen hinab. Diese waren jedoch wesentlich unbedarfter und rutschten einfach im Sitzen die Hänge hinab ob Erde oder Schnee als Untergrund diente, war ihnen herzlich egal. Allerdings konnten wir ihnen auch einige Male dabei zusehen, wie sie unfreiwillig auf ihrem Allerwertesten landeten und die Hänge hinunter rollten und wie kleine, frisch im Dreck gesuhlte Ferkelchen aussahen. Da bevorzugten wir nun doch unsere etwas langsamere aber weniger schmerzhafte und etwas sauberere Herangehensweise. :D

 

Diese strapaziösen „Talabfahrt“ erstreckte sich aber auch mal wieder vor einer wunderschönen Kulisse. Und wir wurden, so nervenaufreibend dieser Teil der Wanderung auch war, stets mit wunderschönen Bildern von eingefrorenen Wasserfällen, malerischen Flüssen, tiefen grünen Tälern, die sich eng zwischen zwei großen Bergen zogen, entschädigt und aufgemuntert.


 

 

 

 

 

 

Gegen frühen Abend ging es dann schließlich bergauf. Nicht nur sprichwörtlich, sondern auch vom Weg her. Und wir waren ehrlich mal froh, nicht mehr bergab rutschen zu müssen. Das letzte Stück des Weges nach Tadapani zog sich durch einen wahrhaftig verwunschenen Wald. Bemooste Bäume, die über die Wege ragten, riesige Felsen, die sich in einem Wald voller Bäume verirrt zu haben schienen und aussahen als ob sie jeden Moment runter rollen würden und dazwischen eine fast natürlich wirkende große Steintreppe, die uns letztlich in unser Ziel-Dorf führte. 

Dort angekommen, wurden wir noch kurz mit dem Anblick des vom Abendrot getränkten Fishtails (einer Bergspitze, die aussieht wie eine Fischflosse – Mount Machhapuchhre) in Empfang genommen. Ein kleines sehr einfaches Hotel bot ein sehr kaltes und fast knastartiges Zimmer für uns, diese Erfahrung will doch jeder schon mal gemacht haben. Eine Nacht im Knast oder??

Die Kühle und Einfachheit des Zimmers jedoch wurde durch den mollig warmen und richtig gemütlichen Aufenthaltsraum zu 100% entschädigt zudem gab es eine richtig warme Dusche. Und ich glaube wohl kaum, dass man das im Knast geboten bekommt. Also doch kein Knast.

Nach der wohltuenden, warmen Dusche  ließen wir uns ausgelaugt vom Tag in dem Aufenthaltsraum nieder und konnten uns mit Wärme und leckerem Essen die Strapazen des Tages aus dem Kopf streichen. Etwas später trafen auch Josh und Felicitas ein. Sie hatten es geschafft und das auch ohne größere Zwischenfälle. Wir waren wirklich erleichtert, denn auf dem Weg mussten wir oft an sie denken, wie sie sich wohl diese weiteren steilen Wege heruntermanövrieren würden. 

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