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Annapurna Trekking Tag 7 A long - oder Holper die Polper- way down

Dies sollte nun schon unser letzter Tag des Annapurna Treks sein. Früher und  aufregender als gedacht und auch viel schöner als überhaupt vorstellbar.

 

Die letzte aber kleine Etappe lag jetzt noch vor uns. Der ursprüngliche Plan noch morgens zu den heißen Quellen zu gehen verschoben wir, da wir mal wieder zu lange für das Aufstehen und Frühstück benötigt hatten und noch nicht ganz klar war, wie wir letztlich zurück nach Pokhara kommen sollten. Je nach dem, wenn man nur einen Bus erwischt in einer der nächst gelegenen Dörfern, dann muss man dafür mindestens vier Stunden einplanen. So sollte auch die allerletzte Etappe gut überlegt sein. 

Also erstmal ein letztes Mal den Rucksack aufziehen, alles zum Wandern vorbereiten.

 

 

Direkt hinter Jinhu erwartete uns schon eine kleine Herausforderung. Eine 287 m lange und 135 m hohe Hängebrücke. Wir hatten schon einige überquert, diese war jedoch mit Abstand die längste bisher. Und wenn man an Höhenangst leidet, sich zwar schon hervorragend konfrontiert und desensibilisiert, ist es dennoch eine Überwindung diese zu überqueren. Aber wir ihr in der Galerie unten sehen könnt, hat das alles, mit nur ganz klein bisschen schwitzigen Händen, sehr gut geklappt.

Wir genossen die letzten Kilometer der Wanderung und es fiel uns auch fast gar nicht mehr schwer mit dem Gepäck auf- und abzuwandern, man gewöhnt sich in den paar Tagen schon wirklich an sehr vieles 😊

Gewicht, Treppen, Steine, Schlamm, stiele Wege bergab, Gras, Staub....alles kein Problem mehr.

Zwischendurch hatten wir natürlich von verschiedenen Tieren noch Besuch :-)

Sogar eine Schildkröte hab ich gefunden : 

Wir erreichten eine Jeep Station vor Gandruk bis oder von dort aus viele Touristen fahren, um schneller die Treks zu machen oder einfach schneller mitten im Annapurna-Gebiet zu sein. Wie so oft sprachen die Fahrer uns auch an, ob wir nicht mitfahren wollte. Aus Interesse fragten wir mal nach, wo sie so preislich liegen würden. Sie wollten 8000 NPR pro Person haben, das sind für zwei Personen umgerechnet 122€. Wir sind fast umgefallen. Dabei muss man beachten, dass in den Jeeps bis zu 9 Leute reingequetscht werden. Für eine 1,5 stündige Taxifahrt etwas weiter südlich hatten wir vor sieben Tagen gerade mal 20€ gezahlt (2500 NPR).
Wir lehnten also mehr als dankend ab und gingen weiter.

Kurz drauf fuhr mal wieder ein Jeep an uns vorbei und fragte, ob wir nicht mitfahren wollen, er wolle für beide 8000 NPR. Aber auch das war uns zu viel. Mehr als 3000 NPR für uns beide von hier aus waren wir nicht bereit zu zahlen, ansonsten würden wir einfach weiterlaufen, das war ebenso kein Problem für uns.
Dieser gleiche Fahrer kam kurz darauf wieder. Er fragte, ob wir für 6000 NPR mitfahren würden. Aber wer hätte es gedacht, wir haben unser Verhandlungsdurchhaltevermögen in Nepal sehr gut üben können, wir blieben dabei, 3000 NPR oder wir laufen. Wir sahen wie der Mann haderte und irgendwo tat es uns auch leid, aber wir waren wirklich bereit auch noch ein Stück zu Fuß zu gehen.
Zunächst fuhr er dann auch weiter aber kurz darauf legte er den Rückwärtsgang ein und sagte okay, steigt ein. Ich persönlich war noch nicht ganz bereit dazu nun nicht mehr zu Fuß zu gehen aber in Anbetracht der Zeit und des Preises war es nun auch vollkommen in Ordnung ab hier den Jeep zu nehmen.

 

Die Fahrt war auch schon recht spektakulär. Der Jeep musste wahnsinnig steile, enge und sehr unebene Straßen entlangfahren. Musste Flüsse durchqueren, versuchen den tiefsten Schlaglöchern auszuweichen ohne dem Abgrund zu Nahe zu kommen und dann noch auf gelegentlichen Gegenverkehr von Jeeps, Autos und richtigen Bussen achten. Aber für die Jeep-Fahrer ist das alles nichts. Hier ein Schlagloch, da eine 180° Kurve, dann noch ein paar Ziegen oder Esel ausweichen und das alles manchmal parallel. Und weil das ja noch nicht genug ist, wird dann noch telefoniert oder den Kopf aus dem Fenster gestreckt und dem Gegenverkehr noch eben die neusten Jeep oder Touri News und Witze erzählt und alles ganz lässig mit einer Hand gelenkt, weil nicht noch 2 Menschenleben auf der Rückbank sitzen, die sich bei der Nähe der Abhänge fast ins Hemd machen. Nein,  der Jeep-Fahrer würde das alles vermutlich noch mit verbundenen Augen oder mitten in der Nacht ohne Licht machen.

Auch die Busse sind ein Bild hier. Wie  diese hier hoch kamen über Stock und Stein und um Haarnadelkurven herum fuhren, ich weiß es nicht aber wir sind froh, dass wir das "nur" mit dem Jeep gefahren sind. Ich glaube das ist wirklich ein gefährliches Unterfangen.

 

 

 

Die Fahrt ging holperig voran, auf dem Weg stiegen Einheimische ab und dazu.


Schließlich dauerte die Fahrt bis zur Bus/ Jeepstation in Pokhara drei Stunden für ca. 40 Kilometer.
Die Jeepstation war noch etwa eine Stunde von unserem Hotel entfernt und Passagiere, die nicht so hart verhandelt hätten, hätte der Fahrer sicherlich auch bis zum Hotel gebracht. Aber wir waren ja nun geübt im Wandern. Also waren die paar Kilometer auf gerader Strecke, geebneten Straßen nun wirklich kein Hindernis.

Wer sich zwischenzeitlich denkt, dass wir vielleicht zu hart verhandelt hätten: Ja, wir haben da die ganze Zeit drüber nachgedacht, ob das wohl so richtig von uns war und ob wir nicht großzügiger sein sollten. Doch einerseits dachten wir, hätte der Fahrer einfach nein sagen können, wenn sich das Geschäft für ihn schlichtweg nicht lohnen würde. Hinzukommt, dass wir während der Fahrt beobachten konnten, was der Fahrer von den Einheimischen bekommt. Und für die Hälfte der Strecke, die wir gefahren sind, wurden 100 NPR verlangt. Und da wir zu zweit für die doppelte Strecke das 30fache gezahlt haben, hat er somit auch nicht das schlechteste Geschäft gemacht. Klar sind wir Touristen aus dem Westen und haben bzw. hatten ein Einkommen von dem hier vermutlich jeder nur träumen mag, mit dem Bewusstsein leben wir hier und finden die Preisunterschiede auch zu einem gewissen Grad einfach in Ordnung und gönnen es den Menschen hier. Aber auch nur zu einem gewissen Grad.

 

Als wir nun im Hotel ankamen und wirklich unsere letzte Etappe hinter uns gelassen haben, waren wir schon froh. Richtige Betten, richtige Zimmer und ganz besonders wieder eine richtige Dusche bzw. Badezimmer.

 

Alles in allem haben wir die sieben Tagen Trekking zwar etwas früher als gedacht abgeschlossen aber wir waren auch recht stolz. Für unser erstes Mal und dafür dass wir mal trainierter oder untrainierter sind, haben wir das insgesamt jeder sehr gut gemeistert. Wir durfte unheimlich schöne Landschaften sehen, konnten sehen wie der Tourismus aufblüht, wie er die Menschen und ihr Leben verändert und eine Wirtschaft in Schwung bringt.

Wir konnten natürlich auch beobachten, welche Veränderung diese Einflüsse für die Kultur entwickeln, das eine starke Ausrichtung nach den Touristen, ihre eigenen Traditionen und Handhabungen verdrängt werden. Duschen, Zimmer, ihre Lebensmittel. Es gibt Pizza in den höchsten Bergen, Snacks wie Snickers und co sowieso, traditionelle Gerichte sind eher in der Unterzahl.

 

Natürlich sehnten wir uns auch oftmals nach unseren gewohnten Standards aber dennoch fragten wir uns oft, wie es denn so sein würde, wenn man mehr nach ihnen lebt, in ihrem Land, als nach uns? Und ob ein Tourismus nicht auch möglich wäre, wenn sie weniger von sich aufgeben würden?

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