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Mekong, Mekong, 2 Tage auf dem Fluss

Berg und Boote am Mekong

Nachdem wir noch ein paar Tage in Chiang Mai verbracht haben, um unsere weitere Reise zu planen und uns zu organisieren und auch meinen Knöchel nach dem unglücklichen Bordstein-Desaster noch etwas erholen zu lassen, haben wir dann endlich wieder unseren Standort gewechselt. Die Tage taten uns gut. Einfach mal ein paar Tage am gleichen Ort und Hotel zu sein, nicht zu überlegen wo wir morgen schlafen etc.

Aber nach diesen paar Tagen merken wir, dass uns schon bald die Decke auf den Kopf fällt und wir wieder was Neues sehen wollen und nach der ganzen Zeit hier Chiang Mai  nun wirklich ausgiebig erleben konnten.

 

Also geht es um 7.30 Uhr los Richtung Chiang Mai Busstation. Wir packen unsere Sachen und verlassen das schöne Zimmer in Chiang Mai. Es war wirklich schön hier, so komfortabel und die wirklich hübsche Einrichtung. Man hätte nie vermutet hier nur 12€ die Nacht bezahlen zu müssen und wir haben uns wirklich heimisch gefühlt.

 

Per Grab bestellt Richi ein Taxi, dass innerhalb von zwei Minuten auch schon am Hostel ist. Das ist wirklich eine tolle App für Taxis. In Deutschland wäre es echt ein Fortschritt wenn es sowas mal gäbe. Wir checken aus, steigen uns Taxi und fahren durch ein ruhiges Chiang Mai am Morgen zum Busbahnhof.

 

Dort angekommen tauschen wir ein zuvor gekauftes Ticket aus dem Supermarkt in ein richtiges um und können auch schon zum Bus. Dort merke ich, dass meine orange Tüte mit meiner Regenjacke und der Fleecejacke, die ich an den Rucksack geklemmt hatte fehlt. Den Kofferraum des Taxis hatte ich jedoch zu 100% kontrolliert und da lag nichts drin. Also gehe ich alle Wege im Busbahnhof ab, Richi macht das gleiche nochmal, zwei Augen können ja mehr sehen. Aber nichts. Na gut, Verluste muss man wohl auf der Reise hinnehmen, auch wenn es mich echt nervt, traurig macht und ich mir eingestehen muss, dass ich ein Talent dazu besitze…

Neuer Spitzname Loselina :D

- Gääähnende Leere - 

 

Aber dann geht es auch schon los. Rein in den Bus, und auf nach Chiang Kong zur Grenze von Laos. Auf der sechs-stündigen Fahrt hole ich eben noch eine Mütze Schlaf nach, so früh aufstehen macht müde und ich will ja wach für Laos sein und was soll man sonst auf der Busfahrt machen?!

Nach 6 Stunden sind wir da. Also da, fast an der Grenze aber nur fast.

 

Wir werden im Nirgendwo an einer Haltestelle raus gelassen. Zum Glück sind wir nicht ganz unvorbereitet und wissen, dass man leicht von hier aus weiterkommt.

Beim Aussteigen treffen wir auf einen Briten, Patrick (Paddi), der in Luxemburg und Belgien die letzten Jahre gelebt hat. Er macht eine Reise für 2 Monate durch Laos und Kambodscha. Er ist direkt sympathisch, wir teilen uns ein Tuk Tuk, das uns die 10 km bis zum Grenzübergang fährt.

Wir stiegen in das Tuk Tuk und fahren über die einsamen Straßen, der Fahrtwind weht durch unsere Haare, sodass wir bei der Hitze sogar doch noch etwas abkühlen.

Aber aus dem einen Nirgendwo fahren wir ins nächste. Hier ist irgendwo der Übergang von Thailand zu Laos. Und so am Anderen Ende von Thailand im Nichts eine Grenze zu überqueren hat etwas Besonderes. Das macht das Feeling der Grenze nochmal eindrücklicher. 

Wir erreichen schließlich ein einsames Gelände mit einem Gebäude, dass der Grenzübergang ist. Dort stoppt das Tuk Tuk. Wir sind wirklich die einzigen drei Personen neben dem Personal des Grenzübergangs, die sich hier gerade aufhalten. Eine einsame Grenze. Ein bisschen fragt man sich da natürlich was dann da hinter der Grenze wartet, wenn hier schon so wenig los ist. Denn es ist wirklich gar nichts los, und wenn man vorher nicht wusste was gähnende Leere ist, dann weiß man es jetzt sicherlich.

Wir verlassen Thailand, zahlen ein paar Baht, um mit einem Bus über die Friendship-Bridge zum laotischen Grenzpunkt zu fahren.  Hinter der Passkontrolle wartet ein riesen Reisebus und wir sind zu dritt. Wir können uns nicht vorstellen, dass der Bus mit nur drei Personen fahren wird. Und so ist es, wir warten auf mehr Leute. Aber so wenig wie hier los ist, können wir uns nicht ausmalen wie lange wir hier warten müssen. Der Busfahrer setzt sich sogar auf die Seite, um ein Schläfchen zu halten.  Das kann ja noch dauern denken wir.

 

Uns graut schon einiges, dass wir hier etwas hungrig in der Hitze auf den Nimmerleinstag warten müssen.  Aber dann trudeln ein paar Menschen ein und tatsächlich nach 30 oder 40 Minuten wird der Bus geöffnet und das Gepäck so langsam eingeladen.

 

Wir fahren ganze 5 Minuten, dann sind wir am laotischen Grenzübergang. So viel Aufwand für diese paar Meter. Locker hätten wir während der Wartezeit ja einfach rüber gehen können. Aber gut…das funktioniert hier halt nicht so. 

Grenze Chang Kong - gähnende Leere


- Laos, fremd und doch bekannt - 

 

Dann sind wir an der laotischen Grenze, dort müssen wir immigrieren und das Visa on Arrival noch durchgehen. Alles kein Problem und dauert vielleicht 15 Minuten.

Danach wechsel wir noch unsere Baht in Laotische Kip. Und in einem Moment sind wir das erste Mal in unserem Leben Millionäre.

 

Dann dürfen wir in Laos eintreten. Auch dieser Grenzpunkt ist irgendwo mitten auf einem Feld. Aber die Tuk Tuks warten schon draußen. Und auch eine Frau, die mit einem selbstgemachten Plakat für ihre Tickets für die Slowboats sitzt direkt vor dem Eingang. Wir planen tatsächlich diese Tour zu machen, doch für gewöhnlich sind diese Angebote nicht besonders günstig. Diesmal zögern wir und sie ist wirklich gut, lieb und recht professionell. Aber unsere bisherigen Erfahrungen haben leider gezeigt, dass man so kein gutes Geschäft macht. Im Endeffekt stellte sich heraus, dass ihr Angebot gar nicht so schlecht war aber gut, weiß man ja nicht immer.

 

Also steigen wir in ein Tuk tuk, dass uns zu unseren Hotels bringt. Witzigerweise ist Paddies und unseres nur 10 Meter voneinander entfernt. Aber auch keine wirkliche Kunst, denn Huay Xai ist winzig. Wir verabreden uns auf ein Mittagessen in einer Stunde.

 

Wir checken in ein einfaches Hotel ein, bezahlen hier auch wirklich einen Spottpreis. Aber beim Eintreten in das Zimmer erinnert vieles an Nepal. Das Zimmer ist mit dem nötigsten eingerichtet. Das Bad sehr einfach aber funktionstüchtig. Hier und da eine Fliese kaputt, die Wände etwas schmutzig. Halt wieder im deutlichen Kontrast zu Thailand. Aber wir sind nicht verwundert oder dergleichen. Nepal hat uns da eine erstaunlich gelassene Einstellung gegenüber einfachen Zimmern und allgemeinen Lebensbedingungen gelehrt.

 

Wenn wir Laos bis jetzt in paar Wörtern beschreiben sollten, dann würden wir sagen hat es von der Atmosphäre, der Mentalität und dem Essen viel von Thailand. Was Lebensbedingungen und Standards angeht, geht es eher Richtung Nepal. 

 

Wir gehen schließlich auch raus zum Umschauen und Essen und da sitzt auch schon Paddie vor dem Little Hostel und wir gehen zusammen. Nach etwas hin und her setzten wir uns in das River View Restaurant ohne River View, bzw. das Restaurant hat wohl einen Bereich zum Fluss hin, aber der ist nicht offen, weil vermutlich einfach zu wenig los ist. In dem Restaurant essen wir und versacken dort gut.
Hier können wir auch das erste Laotisches Bier kosten, das ist echt unerwartet gut. Seit gefühlt Wochen können wir uns endlich mal gemütlich an der Straße einfach und ganz in Ruhe mal setzen, die Ruhe und die Stadt genießen.

Wir verabschieden uns dann später von Paddie, er macht erstmal die Gibbon Exkursion und erst in paar Tagen die Slowboat Tour.

 

Aber vielleicht/ hoffentlich sehen wir uns mal wieder in Laos. 

Laotische Wärhung - 1€ enstsprechen 10.000 LAK


- Slowboat, oder auch weniger slow? - 

 

Um 9.30 Uhr müssen wir bereit für das Tuk Tuk sein. Also aufstehen, duschen und noch schnell mit Snacks eindecken, da wir auf dem Schiff wohl nichts zu essen bekommen und auch nicht anhalten werden. Also besorgen wir uns noch paar ungesunde Snacks (die Auswahl ist sehr eingeschränkt), paar Bananen, und 4 Sandwichs.

 

Dann geht es mit dem Minivan und nicht wie erwartet mit einem Tuk Tuk zum Pier. Das hätten wir uns aber auch fast sparen können, denn die paar Meter zum Pier kann man locker zu Fuß gehen.


Wir sind fast zwei Stunden zu früh da.

Die Boote liegen hier an dem Ufer des Flusses und es sind einige. Das ist schon einfach ein Business hier. Es sind flache, breite, lange Boote, vorne ein Steuerrad, dann ganz viel Platz für viele Passagiere und hinten der Motor und eine Küche. Also genau gesagt eine kleine Feuerstelle und paar Töpfe, sodass sich die Laoten während der Touren was leckeres zubereiten können. 

 

Das Boot ist noch komplett leer. Wir geben unser Gepäck ab, legen unseren riesigen Essenssack, für den wir uns fast schämen, auf unsere Plätze.

Die Sitzplätze sind ausrangierte Auto- oder Bussitze, an die einfach eine Art Halterung zum Stehen angeschweißt worden sind. Die Sitze werden reihenweise aufgestellt, zwei bis fünf Sitzplätze passen hier nebeneinander. Wir sind mal gespannt, wie das hier so wird.

Wir gehen aber nochmal von Bord, da wir heute noch lange genug auf dem Boot sitzen werden. Und erstmal wird gefrühstückt. Die Sandwiches sind für asiatische Verhältnisse echt lecker, mit Käse, Schinken, Ei, Wurst. Also das Richtige für eine lange Fahrt. Diese sind wohl noch ein Überbleibsel der französischen Kolonialzeit, denn sonst haben sie wirklich nichts gemein mit asiatischen Essen.

 

Wir brauchen aber noch eine SIM Karte für Laos und da wir eh noch so viel Zeit haben, gehen wir nochmal zurück die Straße hoch bis ein paar Geschäfte kommen. Hier bekommen wir auch direkt eine SIM Karte und ein paar Bier somit machen wir uns die Fahrt etwas gemütlicher.

 

Wir trinken noch einen Kaffee im Laden gegenüber, weil der Besitzer so freundlich lächelt, dort treffen wir auf die ersten Bootpassagiere, Leni und Thomas, die witziger Weise aus Stuttgart kommen. Wie klein die Welt mal wieder ist.

Der Kaffee ist der schlimmste den wir je probiert haben. Eine Plörre aus nach Seife, schlechtem Wasser und Muff schmeckendem etwas. Also absolut ungenießbar. Was da schiefgelaufen ist….keine Ahnung. Wir können ihn nicht trinken, nicht mal mehr ein Schluck geht die Kehle runter, wir müssen ihn stehen lassen. Tut irgendwie weh, weil die Gastgeber echt super lieb und bemüht sind.

 

 

Wir sitzen schließlich auf dem Boot in den vordersten Reihen, hier hat man angeblich die besten Plätze und warten wir bis es endlich los geht.

 

Dann kommt ein Laote auf das Boot, der alleine durch sein Auftreten und sein hin- und hergehen und mit seinen Papieren in der Hand aus der Masse heraussticht. Er stellt sich in den vorderen Teil des Bootes und beginnt eine laute, einprägende Rede. Mit etwas harschem Humor und Intensität informiert er uns bisschen über die laotische Kultur und macht klar, worauf wir während des Trips achten sollen, wie wichtig der Tourismus für Laos ist, wie sehr das Land davon profitiert und wie wichtig es ist, dass wir als Touristen, die Geld bringen uns wohl fühlen, dass wir gute Erfahrungen machen und wir aus dem Urlaub kommen und den Menschen zu Hause sagen, wie toll Laos ist sodass mehr Menschen und vor allem Geld in das Land kommen. Er sagt uns aber auch, dass man aufpassen soll, dass hier und da gerne geklaut wird, einfach weil viele der Menschen sehr arm sind und in den Touristen nur die Geldgeber gesehen werden. Er sagt auch, dass manche Menschen es einfach noch nicht verstanden haben, welche Chance dieses Land durch den Tourismus erhält und durch dieses Unwissen und vielleicht auch Neid oder Unverständnis die Touristen ausnutzen oder auf andere Weisen ihren Profit herausholen.

Zuletzt empfiehlt er noch ein Hotel in Pak Beng, der Zwischenhalt der Tour, und können bei ihm direkt ein Zimmer buchen, falls wir noch kein Zimmer haben. Er ist gut, denn er macht bisschen Angst, indem er die Größe, Einwohnerzahl und Anzahl der Hotels und verfügbaren Zimmer auflistet. Das ist nämlich im Großen und Ganzen nicht viel.  Wir haben noch kein Zimmer und vertrauen dem redeschwingenden Mann und buchen ein Zimmer. Aber letztlich wissen wir nicht genau, ob er nett oder nicht nett ist. Er macht kein Geheimnis daraus, dass er deutlichen Profit an Touristen macht, er in Teilen über sie lacht und durch die ein oder andere Bemerkung könnte man meinen er mag uns auch nicht wirklich, denn seine Redensart ist sehr forsch, wird schnell laut, aber dennoch ist er gut für(seine eigenen) Witze aufgelegt. Rätselhafter Lao aber mit echt super Englisch.

 

Dann geht es nach einer Weile endlich los. Eigentlich sollte das Boot um 11.30 los fahren, aber mit der Rede und noch warten auf andere Leute ist es auch schon 12 Uhr. 

 

Und dann schwimmt das Boot los, der Motor springt an und so langsam bewegen wir uns den Mekong runter. Einer der 12 längsten Flüsse Welt, er durchkreuzt sechs Länder, hat ein Gesamtlänge von zwischen 4350 und 4909 Kilometern und wir können ein paar seiner Kilometer erleben.

Das Wasser ist braun, hier und da sieht man Müll schwimmen. Wir passieren erste Dörfer, Sandbänke, Felsen, Uferbereiche.

Es fällt auf, dass das Boot gar nicht mal so langsam ist, also für meinen Geschmack. Der Wind weht uns um die Nase und die Landschaft gleitet an uns vorbei.  Wir fahren vorbei an unfassbar großen Bergen, an Dschungeln. Immer wieder sind kleine Häuser am Ufer gebaut oder man kann gar kleine Dörfer sehen.

Wir sehen immer wieder Kinder und Erwachsene in dem Fluss, baden, waschen, fischen. Das ist das Leben ab von der Stadt, Leben am Mekong. Und hier kann man sich nur ansatzweise Vorstellen wie die Menschen hier leben.

 

Der Fahrtwind des Bootes lässt uns ein wenig abkühlen. Ich lege die Arme auf den Rand des Bootes, ruhe den Kopf darauf aus und lasse diese ganzen Eindrücke wirken. 

Berge kommen näher und entfernen sich. Das Wasser spritzt ab und zu hoch, wenn uns ein Boot entgegen kommt und Wellen schlägt.

Und in dem Moment kann man nochmal richtig verinnerlichen welches Privileg wir haben hier zu sein, auf einem Schiff den Mekong runter zu schippern. Dieses Land und so viele Länder zu erleben und zu sehen.

Dorf am Mekong

- Wir lassen alles erstmal wirken - 

 

Während der Fahrt haben wir viel Zeit über alles nachzudenken. Zu den anderen Touris haben wir leider noch nicht so direkt den Draht gefunden. Was uns aber aufgefallen ist. Es sind uuuuuunglaublich viele Deutsche hier, das hätten wir nie erwartet, denn bisher haben wir nur eine handvoll getroffen und unheimlich viele Franzosen. Deswegen sind wir im ersten Moment etwas zurückhaltender. Wir beobachten das Treiben am ersten Tag auf dem Boot mal in Ruhe. Lesen, hören Musik, lauschen dem Getümmel um uns, beobachten die Einheimischen.

 

Ah ja ganz vergessen. Dieses Boot ist nicht nur als Event für die Touristen da, sondern dient auch ganz klassisch für die Einheimischen als normales Transportmittel. Besonders für die Dörfer entlang des Mekongs ist es das Verkehrsmittel um Besorgungen aus der Stadt zu machen. Die Einheimischen sitzen aber irgendwie separat von den Touristen. Während wir auf den aufgereihten Autositzen sitzen, sitzen die Laoten in vorderen Bootsbereich, auch auf Sitzen, jedoch mit dem Rücken zum Ufer oder auf dem Boden vor den Sitzen, sie vertreiben sich die Zeit recht gesellig und essen und trinken gemeinsam.

Ab und zu halten wir irgendwo an und jemand steigt aus oder zu, meist schwer bepackt mit Reissäcken oder anderen großen Taschen.

Die Uferbereiche werden immer natürlicher. Immer verlassener. Man fühlt sich auf einmal fernab von so vielem.

Zuerst führen noch Stromleitungen am Ufer entlang von Dorf zu Dorf aber irgendwann hören auch diese auf. Leben ohne Strom, Leben nur unter sich, Leben am Wasser. Das können wir hier von einer Distanz beobachten.

 

Ab und an fahren Speedboote den Mekong rauf. Und bei deren Anblick wird der Unterschied zwischen Slowboat und Speedboat doch etwas klarer.

Dann sehen wir zum ersten Mal auch Wasserbüffel in Scharen. Sie stehen am Uferrand und grasen oder ihre Köpfe ragen nur aus dem Wasser heraus, weil sie sich in dem braunen Gewässer eine Abkühlung holen.

Manchmal muss man etwas genauer hinschauen, denn schnell sehen die Köpfe auf den ersten Blick aus wie Steine die da lediglich am Uferbereich liegen. 

Flagge des Kommunismus - für uns ein sehr eigenartiges Bild

Sonnenuntergang Mekong


- 1 Tag auf dem Boot geschafft-

-  Ankunft in Pak Peng - 

 

Gegen 18 Uhr kommen wir in Pak Beng an und fast alle von unserem Boot sind in dem gleichen Hotel untergebracht. Der Laote vom Beginn hat also ganze Überzeugungsarbeit geleistet, nicht nur bei uns.  Unser Zimmer ist ein Bungalow aus Holzverschlägen, der Boden voller Sand und aus der Dusche tröpfelt ein kleiner Wasserstrahl, mit dem man ewig braucht um das Shampoo aus den Haaren zu bekommen. Aber wir zahlen echt fast nichts hier und das Personal ist recht nett. Wir sind nun auch einfach nicht in Thailand mehr oder sonst wo, wo wir andere Standards erwarten könnten. Es ist Laos, irgendein winziges Dorf, das nun mal Zwischenhalt auf der 2 tägigen Slowboat Tour ist und vermutlich nur davon lebt. 

 

Wir gehen einmal durch das verschlafene Dorf. Es dauert ca. 20 Minuten, dann ist eigentlich alles gesehen. Wir entscheiden uns schließlich für ein Restaurant mit einer super kreativen Karte. Sie ist selbst gemalt! Und durch manch andere kreativen Gäste noch ausgearbeitet worden. 

 

Heute essen wir ein Hühnchencurry und gebratenes Gemüse. Nach unserem Geschmack ist das Essen nicht unbedingt so gut wie wir es aus Thailand gewohnt sind aber dennoch lecker und wir werden satt. Also alles gut.

 

 

Im Anschluss gehen wir in die Happy Bar, eine Bar wie jeder sie gerne besitzen würde oder gerne um die Ecke in der Heimatstadt hätte. Draußen viele Tische, Billard, Beer-Pong und Dart umsonst. Eine überschaubare Cocktailkarte für faire Preise, lecker und ein witziger, lockerer und sympathischer Besitzer.  

 

Wir versuchen es mit Billard, aber heute zeigen wir uns irgendwie nur von unserer echt untalentierten Seite. Von unserem Boot trudeln schließlich auch einige ein und wir kommen endlich etwas in Kontakt und Gespräch mit den anderen Bootreisenden.
Wir spielen die ein oder andere Billard-Runde zusammen, genießen den ein oder anderen Cocktail und kommen auch in richtig gute Gespräche.

Um kurz vor Mitternacht ist dann auch Schicht im Schacht, die Bar macht zu. Aber auch gar nicht schlimm, denn wir müssen um 7 wieder aufstehen, weil das Boot um 9 Uhr losfährt und wir noch Verpflegung für die Fahrt brauchen.


- Die Nacht war zu kurz - 

 

Nach einer viel zu kurzen und warmen Nacht quälen wir uns müde aus dem Bett.

Am Hotel ist zum Glück direkt ein Restaurant, so können wir praktischer Weise vor der Abfahrt einen Kaffee und paar Sandwiches besorgen ohne groß Zeit zu verlieren. Wir treffen Thomas und Leni und auch Jasmin ist schon am Frühstückstisch.

Eigentlich gehen wir alles recht entspannt an, doch es hieß man sollte man schon wesentlich früher am Pier sein da es heute keine reservierten Plätze mehr gibt.

Wir vertrauen aber darauf, dass das schon irgendwie klappen wird, da diese Bootstouren ja täglich stattfinden. Obwohl wir uns doch dann versuchen zu beeilen, sind wir später als gedacht am Pier.

Das Boot sieht von weitem schon sehr voll aus, wir befürchten schon, dass wir nicht zusammenhängende Plätze bekommen werden. Nicht toll aber man kann  ja nicht alles haben. Entweder gute Sitzplätze und früh aufstehen oder halt weniger gute Sitzplätze dafür fünf Minuten länger Schlafen. 

 

Wir gehen also auf das Boot, gehen einmal durch das ganze Boot, dabei sehen wir nur noch zwei einzelne freie Plätze aber wir sind noch mehr als zwei Personen, die einen Platz brauchen, wesentlich mehr, es kommen nach uns noch ein paar mehr an. 

Wir sind sehr ratlos wie das hier klappen soll. Überlegen und schauen nach Sitzmöglichkeiten. Auch dem Personal wird schnell klar, dass zu wenig Sitzplätze vorhanden sind. Doch uns erscheint keine Möglichkeit, das Boot ist einfach viel, viel zu klein. Es ist ein anderes als gestern, es ist kürzer, es hat viel weniger Autositze und Reihen. Da fragt man sich ja, wenn so und so viele Menschen eine zweitägige Tour gebucht haben und sie auf dem ersten Boot alle einen Sitzplatz haben und am nächsten Tag alle diese weiterfahren werden und eine Sitzplatz benötigen, wie es sein kann ein kleineres Boot für diesen zweiten Tag zu nehmen . Das erschließt sich uns einfach in keiner Weise. 

Thomas fragt den Kapitän schließlich, wie das gehen soll und ob nicht ein zweites Boot kommt? Es sind ja schlichtweg keine Plätze mehr da. Und 8 Stunden auf dem Boden Sitzen ist nicht nur unbequem sondern auch schlichtweg nicht möglich, es ist ja kaum Platz.

 

- Bootsfahrt mal anders, Hintern auf dem Plastikstuhl und Füße im Kochtopf  -

 

Dann beginnen die Bootsleute rumzukramen umherzugehen und machen Anstalten im vorderen Bereich, wo die Einheimischen bereits Platz genommen haben, diese zusammen zu quetschen, von ihren Plätzen zu scheuchen.  Aber das kommt für uns gar nicht in Frage. Das machen wir den Bootsfahrern auch direkt deutlich, wir nehmen jetzt hier nicht den Einheimischen ihre Plätze weg!!!


Und dann wird die letzte Möglichkeit ausgepackt. Am Ende des Boots, wo eigentlich die Feuerstelle der Bootsleute ist, werden einfach 4 Plastikstühle aufgestellt. Wir vier nehmen auf den Stühlen Platz zwischen Kochtopf, Feuerstelle, Wassertonne und Geschirr, hier bezahlen wir die 5 Minuten länger schlafen :D

Es ist etwas eng und man hat fast das Gefühl, dass man hier nur mal kurz Platz nimmt um gleich wieder aufzustehen, doch dem ist nicht so. Zudem ist es leicht abschüssig und die Beine der Plastikstühle biegen sich bei der Gewichtsverlagerung. Ich hoffe einfach nur, dass sie uns die Fahrt über tragen mögen. 

 

Die anderen übrigen Passagiere werden im Boot vorne dazwischen geschoben.

Also wird letztlich irgendwie alles passend gemacht.

Auch wir arrangieren uns hinten im privaten abgeschirmten Raum, fernab von allen anderen Passagieren.

 

Aber dann geht der Motor los. Das haben wir in den ersten Moment des Sitzens nicht mitbedacht. Der Lärm des Motors ist ohrenbetäubend und super anstrengend. Unterhalten geht fast nur mittels schreien. Na ja, aber wir haben Sitzplätze und Oropax sind auch dabei, sodass der Lärm etwas gedämmt werden kann, auch wenn das Unterhalten dadurch etwas erschwert wird. Aber manchmal sind weniger Worte ja auch mehr :D


Nee Scherz. Es geht. Es kommen auch immer wieder Menschen in den hinteren Bereich, da hier auch der Raucherbereich ist, also sind wir dann nicht so ganz abgeschirmt von der Allgemeinheit. Es entwickelt sich auch schließlich eine feucht fröhliche lockere Stimmung, es wird geredet, gesungen, gelacht. 

Auch heute kann man die unglaublich schöne Landschaft in vollen Zügen genießen. Berge erstrecken sich an den Uferbereichen. Manchmal fahren wir ganz nah vorbei und man verschwindet im Schatten der riesigen Berge.

Teilweise verschwindet unser Boot auch im Rauch. Auch hier im Norden von Laos ist die Burning Season anscheinend noch typisch. Und auch hier kommt der Gedanke öfters auf, wie es wohl wäre, wenn dieser ganze Rauch nicht da wäre und wie mächtig die Landschaft hier aussehen würde?! Wir können es uns nur ausmalen und wollen gar nicht die Bilder von Google sehen, denn das macht einen doch etwas betroffen, dass diese einmalige Landschaft hier so verschwindet. 

 

Hier und da halten wir auch wieder bei Dörfern an, an denen Einheimische noch zusteigen, heute ist das Ziel nämlich die viertgrößte Stadt von Laos und daher Dreh- und Angelpunkt für den Norden. Dabei konnten wir auch den ein oder anderen beeindruckenden Moment erfassen wie sich die Kinder von ihren Eltern verabschieden. So ganz gelang es uns aber nicht zu deuten, ob das ein besonderer Moment ist. Die Gesichter der Kinder strahlen jedenfalls nicht vor Begeisterung. Vielleicht heißt es jetzt für die fünf bis 12 jährigen zwei Tage alleine sein?

 

Uns kommen ein paar Kanufahrer entgegen und hier und da können wir am Ufer einfallsreiche Konstruktionen sehen, die sich die Laoten gebaut haben, um Schiffe schneller beladen zu können. Wie einfach man sich doch zu helfen weiß. 

 

Die letzten Stunden auf dem Boot lassen wir nochmal alles ganz in Ruhe und in Gedanken auf uns wirken, insgesamt ist es auf dem Boot ruhig geworden.

- Ankunft Luang Prabang - 

 

Gegen Abend kommen wir in Luang Prabang an.

Wir werden zehn Kilometer vor der Stadt herausgelassen, hier ist angeblich der offizielle Pier für die Slowboote. Aber wir vermuten es ist einfach Teil des Geschäfts, denn nachdem wir mit dem ganzen Gepäck die steilen Stufen hinauf bis zur Straße gestapft sind, erwartet uns ein Ticketschalterverkauf für Sammeltuktuk. Man zahlt pro Person und wird gesammelt in das Stadtzentrum gefahren, eine andere Möglichkeit gibt es nicht. Zu Fuß sind die 10km nicht gerade mal eben so zurück zu legen. Und es nicht so, dass das Slowboat nicht bis zur Stadt fahren könnte, nein natürlich nicht.

Auch die Stadt selber liegt direkt am Mekong. Also recht offensichtlich was hier die Tatktik ist. Na gut, wir unterstützen die lokale Infrastruktur somit und der Betrag für das Ticket tut auch nicht wirklich weh, aber ganz schön geschäftig diese Menschen hier 😊

 

- Die etwas aufwändigere Hotelsuche - 

 

Bereits auf dem Boot haben wir ein paar Optionen an Hotels übers Internet herausgesucht. Leni, Thomas und Jasmin folgen unserem Hotelvorschlag, denn die Beschreibung auf Booking klingt ganz gut. Thomas hat dabei die Intention gesetzt nicht zu buchen, da die Hotels immer einen gewissen Prozentsatz an Gebühren an die Plattformen abgeben müssen. Wir finden, dass das eine gute Idee ist und gehen also, als wir schließlich in der Stadt herausgelassen werden, zu fünft zu dem gewählten Hotel.

 

Leider stellt sich jedoch heraus, dass es die Zimmer, so wie sie in der App beschrieben sind nicht gibt, bzw. sie vor Ort etwas teurer sind. Das verstehen wir jedoch nicht so ganz, denn die Preise vor Ort teurer als in der App zu machen verschafft ja den Hotels keinen Vorteil gegenüber der App. Wir sind verwirrt. Denn die Dame an der Rezeption könnte auf einen Schlag drei Zimmer vermieten aber auch bei der Erwähnung, dass Booking billiger sei, kann sie nichts machen. Sie gibt sich Mühe, aber zeigt leider keinerlei Initiative. Sie ist vermutlich nicht dazu berechtigt andere Preise zu machen aber dennoch finden wir das etwas schade. Zudem wirft Jasmin ein, dass es andere Hotels in besserer Lage gäbe. Also ziehen wir Fünf von dannen und suchen ein anderes Hotel auf.

Der zweite Anlauf ist jedoch durchaus lohnenswert  😊

Es ist ein richtig schönes Hotel mit beeindruckendem Aufenthaltsraum und insgesamt sehr schön und liebevoll eingerichtet. Unter dem großen Esstisch mit Glaselementen ist ein Teich mit Goldfischen. Unglaublich diese Idee.

Die Zimmer groß und hell und die Badezimmer haben witzige Waschbecken. 


Aber auch hier ist das es nicht so leicht zu dem Preis der App ein Zimmer zu erhalten. In Luang Prabang funktioniert der Good-Will den Hotels hier die Gebühr für die Apps zu ersparen und eben nicht per App zu buchen nicht so ganz. Sie wollen sogar zuerst mehr haben und erst nachdem man ihnen zeigt, dass man weiß, was die App verlangen würde lenken sie ein. Da wird deutlich, dass sie hier und da einfach versuchen bessere Preise für sich herauszuschlagen. Also den Tourist versuchen etwas übers Ohr zu hauen. Aber wir geben nicht nach und wissen ja, dass die Konkurrenz hoch ist und wir nur paar Meter bis zum nächsten Hotel weitergehen müssten. 
Also nach der etwas schweren Geburt bekommen wir dann drei wunderschöne Zimmer. Als ich jedoch auf Toilette gehen will kommen mir hunderte Mücken entgegen und schwupps sind alle in unserem Schlafzimmer. Wir versuchen sie zu fangen aber nach bereits zehn toten Mücken innerhalb von zwei Minuten geben wir auf und sagen dem Herrn an der Rezeption, dass wir ein anderes Zimmer brauchen. Hier würden wir wohl keine Minute ruhigen Schlaf finden.

 

Also ziehen wir in den ersten Stock um, auch ein sehr schönes Zimmer aber nur mit zwei kleinen Einzelbetten, aber alles besser als mit hunderten Mücken die Nacht zu verbringen, da gibt es durchaus romantischere Vorstellungen. 

- Nachtmarkt in Luang Prabang - 

 

Nachdem wir uns etwas ausgeruht haben gehen wir mit Thomas und Leni in die Innenstadt. Hier ist jeden Abend Nachtmarkt. Unzählig viele Stände mit Handwerksarbeiten, Kleidung, selbstgemachten Schnäpsen und was es nicht alles gibt. Dann gibt es natürlich auch einen Essensbereich. Eine kleine Gasse in der sich ein Stand an den nächsten reiht. Und es einfach so wenig Platz gibt, dass man fast mit der Nase in die Töpfe stößt. Und dann diese Massen. Massen an Menschen, die sich durch die Gasse schieben und die Massen an Essen, die einfach so das Wasser im Mund zusammen laufen lassen. Unfassbar. Nach einem begutachtenden Weg, was es so gibt und nachdem der Appetit nun echt auf 100 ist, beschließen wir mal das Buffet zu probieren. Es sieht traumhaft aus. Auf dem Bild könnt ihr euch ja selber überzeugen.
Jedoch war der Geschmack nicht so überragend und das meiste war recht kalt. Also wir wollen uns ja nicht beschweren, dass es hier insgesamt zu kalt ist, aber wenn das Essen warm ist, schmeckt es doch etwas besser.

Aber für die hungrigen Mägen war es gut.

 

Dann schlendern wir noch etwas über den Markt mit den endlosen Dingen. Lampen, Kleider, Broschen, gehäkelte Bilder, gemalte Bilder, Besteck, Anhänger aus Bomben, selbstgemachte Lätzchen, Schnäpse mit Schlangen oder Skorpionen drin, Schüsseln aus Holz.... einfach alles.

Richi geht es seit dem Essen allerdings nicht gut, er fühlt sich schlapp und ausgelaugt.
Also gehen wir schon bald zurück um uns im Hotel zu erholen, da die letzten Nächt auch ausgefallen sind, kommt zu der Gesamtlage wohl auch noch etwas Schlafentzug hinzu.

 

Wir können uns dennoch glücklich in unsere Betten fallen lassen, auch wenn es Richi wirklich nicht gut geht, aber Schlaf hilft ja bekanntlich viel :)

Wir sind in Laos angekommen, hatten schon erste tolle Tage auf einem Boot auf dem Mekong, haben schon ein paar tolle Menschen kennengelernt und konnten das Land bereits von einer unglaublich faszinierenden und einmaligen Seite sehen. Vom  Mekong aus.

  


Und hier kommen nochmal einige Eindrücke in Bildern.

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