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City Tour Laos von Luang Prabang bis nach Thakhek

Nach unserer Ankunft in Luang Prabang und nachdem Richi die Bootsfahrt irgendwie etwas umgehauen hat holt er seine Energie mit 13 Stunden Schlaf wieder auf. Wir wissen nicht was es war, vielleicht hat ihn was erwischt, vielleicht war die Schifffahrt über die zwei Tage in geselliger Runde einfach ein wenig zu gesellig und zu wenig Schlaf.

 

Ich bin schon wesentlich früher wach und nutze aber ganz gelassen die Stunden. Lese in dem Buch von Terziano Terzini „Das Ende ist mein Anfang“ –, das nebenbei für diese Reise zufälligerweise wirklich eine der besten Buchwahlen für Asien war und einfach ein klasse Buch ist. Dann mach ich noch etwas Sport.

Man wird unbewusst relativ träge bzw. verliert seine Form, da wir uns zwar täglich bewegen, doch Ausdauer oder Kraft bleibt in dem Reisealltag schnell auf der Strecke, besonders bei der Wärme.

 

Aber dann ist auch Richi wieder irgendwann unter den Lebenden und wir gehen zu einem Restaurant am Mekong. Dort probieren wir mal eine Pizza und einen Papaya Salat…leider beides nicht so richtig gut. Der Pizzaboden schmeckt wie ein Keks und der Salat hat definitiv viel zu viel von der Fischsoße gesehen, wenn man die Augen zu macht und nicht wüsste, dass es Salat ist, könnte es auch einfach harter Fisch mit Fisch und Fisch sein :D
Aber auch das sind Erfahrungen.

 

Danach schlendern wir durch Luang Prabang, gehen zum Königstempel und an einigen Wats vorbei. Im Vergleich zu Thailand nett und bunt aber nicht so spektakulär oder herausragend. Sicher auf ihre Weise, jedoch sehen sie nicht so farbenfroh, prunkvoll aus. Sie sind relativ einfach gehalten und da wir so viele Tempel in letzter Zeit gesehen haben gehen wir nicht rein.

 

 

Stattdessen kommen wir zu einer Bamboo-Bridge die einen Weg über den Mekong führt, sie existiert nur in der Trockenzeit, da während der Regenzeit einfach zu viel Wasser herrscht. Sie ist super wackelig und wirkt nicht unbedingt stabil, sodass man sich bei jedem Schritt ausmalt, wie es wohl ist, wenn diese Bambussbalken nicht mehr halten und man in die braune Suppe unten drunter fällt. Bei dem Wasser wird man bestimmt keine Abkühlung erwarten, eher einen Bakterienherd, der dem Körper ne richtige Abwehrchallenge zu schaffen bereiten würden, so riecht es zumindest. 


Auf der anderen Seite befindet sich eine kleine Ortschaft in der man recht viele Handwerkskurse wie Schmuck oder Schirme machen lernen kann. Und es gibt einige Bars. In einer, mit einem Blick auf Luang Prabang und den Fluss, nennt sich Dyen Sabai.

Zudem haben sie eine Cocktail Happy Hour. Man bekommt für 40.000 Kip (ca. 4€) zwei Cocktails, die bis zum Rand gefüllt sind und wirklich sehr lecker und eine gelungene Abkühlung sind.

Dayle und Fraser, ein kanadisches Pärchen, das auch auf dem Boot war, gesellen sich später noch dazu. Zusammen wollen wir den Sonnenuntergang auf dem Mount Phousi sehen. Doch auf halber Höhe angekommen, sollen wir pro Nase 20.000 Kip zahlen und die Sicht ist sehr bescheiden, da vermutlich in der Gegend drum herum mal wieder ordentlich Feuerchen gemacht werden.

Also sparen wir uns die 8€ und gehen wieder runter. Schlendern über den Nachtmarkt und dann in die Utopia Bar, DIE Bar in Luang Prabang, hier ist wohl jeder Touri, Backpacker und sonst jeder der es mal ein bisschen westlicher und hipper haben will.

Das Essen ist leider nur westlich. Aber durchaus sehr lecker. Bacon Burger und Black Bean Burger lassen unseren Mägen aber sehr gut bekommen.

 

Kurz nach der Bestellung dürfen wir auch die laotische Reaktionsfähigkeit, Teamwork und Kenntnisse der Natur live erleben. Wir spüren so gerade ein paar Tropfen, da fängt ein Troubel an, Gäste werden verfrachtet oder suchen sich schnell einen überdachten Platz, Kissen, Tische, Sitzsäcke werden in Windeseile auf einen Haufen geworfen und mit Plastikplanen überdeckt. Das alles in weniger als fünf Minuten, denn schon nach den ersten Tropfen fängt es richtig an zu regnen. Richtig an zu schütten, so wie man sich Regen in einem tropischen Land bzw. in einem Land mit Regenzeiten vorstellt.

Was eine Dynamik, wir sind absolut beeindruckt.

 

Später treffen und trinken wir gefühlt mit dem ganzen Boot noch was. Aber gegen 23 Uhr ist Schicht im Schacht. Es ertönt der Rauswurfsong „Hit the Road Jack“, Lichter gehen aus und alles strömt so langsam Richtung Ausgang.

 

Und auch für uns geht es nach Hause. Wir wollen morgen mal einen Roller mieten und die Gegend erkunden.

 

Viele von den anderen Leute gehen zum sogenannten Bowling. Wir sind etwas verwundert. Es ist wohl das einzige hier, das nach 23 Uhr noch auf hat. Aber ist Bowling ein versteckter Hinweis für einen Club wir munkeln und sind auf die Berichterstattung der anderen morgen gespannt. 

 Wir haben das Paradies auf Erden gefunden, Kuang Si Wasserfälle – 

 

Was Luang Prabang noch zu bieten hat, ist eine Umgebung die bekannt für ihre Wasserfälle sein soll. Mit Jasmin, die wir auch auf dem Boot kennen gelernt haben und auch aus Stuttgart kommt, wollen wir Richtung Kuang Si Wasserfälle fahren.

 

Vorher müssen wir aber noch umziehen und im Hotel eine Straße weiter einchecken, da wir mal wieder etwas  zu flexibel und frei waren und das aktuelle Hotel ausgebucht ist. Aber alles ja kein Ding. Ein spottbilliges und gutes Frühstück stauben wir im alten Hotel ab und dann gibt’s genug Power für den Tag.

 

Nachdem alles erledigt ist mieten wir zwei Roller, zeigen Jasmin (die bisher noch keinen Roller gemietet hat) die Basics und auf geht es.

 

Raus aus der Stadt über Land und Dorf, es ist super warm. Auf manchen Streckenabschnitten merkt man sogar während der Fahrt die stehende Hitze und das trotz des Fahrtwindes!!!
Wir machen noch Halt auf einen Snack über dem Mekong schwebend.

Dann kommen wir in dem Ort der Wasserfälle an. Es ist ein reiner Touri-Ort. Busse kommen hier her, um die  Touristen abzuladen, die die Wasserfälle bestaunen möchten. Kioske und Läden versuchen hier das Klientel zu versorgen mit Obst, Getränken, Souvenirs, einheimische Snacks. Einfach alles was man irgendwie an den Mann bringen könnte. Und ich glaube bei den ganzen Bussen und Touris bestimmt oftmals erfolgreich.

 

Bevor es in den Park geht, wo sich die Wasserfälle befinden, müssen wir noch eben 40000 Kip (also ca 4 €) für uns beide zahlen.

 

Dann geht es rein in den Wald. Schon kurz nach dem Eingang wartet ein Gehege mit Bären genauer gesagt Malaien Bären.  Schon beeindruckend sie zu sehen, doch noch schöner wäre es für sie wohl in freier Natur zu leben.
Sie sind jedoch eine gefährdete Bärenart und werden in Ostasien als Haustiere gehalten oder gejagt und ab einem gewissen Alter geschlachtet, um an ihre inneren Organe zu gelangen, wie zum Beispiel der Gallenblase, da ihrer Gallenflüssigkeit eine heilende Wirkung zugesprochen wird. Diese Bären stammen wohl aus solch einer Gefangenschaft aber sind jetzt auch wieder gefangen, jedoch zu einem gewissen Grad zum eigenen Schutz, um der Schlachtung zu entgehen. Aber dennoch schade sie in so einem kleinen Käfig zu sehen. 

Nach kurzer Bewunderung oder Bemitleidung oder etwas dazwischen, geht es weiter und wir sehen das erste Stück des Flusses und des Wasserfalls.

Hell türkis scheint das Wasser durch die Bäume und dann erstreckt sich ein Becken nach dem anderen den Berg hoch bis zu dem riesigen Wasserfall. Türkises Wasser, weise Schaumkronen der Wasserfälle und Strömungen umzingelt von tiefem Grün des Dschungels und goldenen Sonnenstrahlen, die sich immer wieder durch den Dschungel kämpfen. Ein wahres Paradies auf Erden…. Wenn da nicht die Massen an Touristen wären, die um und in den Gewässern stehen und schwimmen, ein Fotoshooting nach dem anderen veranstalten, eins gekünstelter oder verrückter als das andere. Und ein Wahnsinns Getummel auf der Brücke vor dem großen Wasserfall, um das beste Bild zu erlangen.

 

ABER, wir sind ja schließlich auch hier, auch wir machen hier und da paar Fotos. Und bei diesem schönen Naturschauspiel kann man es wirklich keinem verübeln, das nicht mitzunehmen und zu sehen.

 

 

Seitlich des großen Wasserfalls geht ein kleiner versteckter Weg hinauf. Ein kleines Schild zeigt, dass es hier zum Kopf des Wasserfalls geht. Also begeben wir uns auf die kleine Wanderung. Und so gelangen wir zu einer ruhigen, tief im Wald gelegene Wasserlandschaft, die über Stege beschritten werden kann.

 

Es ist ein Rundweg und so gelangen wir schließlich an der anderen Seite des Wasserfalls wieder runter. Unten angekommen ist wie durch Zauberhand die Brücke vor dem Wasserfall leer. Und auch in den Schwimmbereichen sind nur noch wenige Menschen. Also sind die 100erte Busse der chinesischen Reisegruppen wohl wieder vollbeladen mit reichlich Souvenirs und Fotomaterial auf dem Weg nach Luang Prabang oder sonst wo hin.

 

Unsere Chance nun diesen Ort voll und ganz in Ruhe auszukosten ist also gekommen. Wir triumphieren. Besseres Timing hätten wir heute nicht haben können.

Der erste Sprung in das Wasser ist eine richtig wohltuende Abkühlung, endlich!

 

 

Wir lassen das einfach mal in Bildern sprechen:

Dann geht es auch für uns wieder Richtung Luang Prabang hindurch durch einen tollen Sonnenuntergang, den wir leider nicht so ganz geschafft haben einzufangen.

 

 

Die Roller werden noch ganz unkompliziert bei Naluang Motorbike for Rent abgegeben. 

 Richtig authentisches laotisches Essen -

 

Nach kurzer Auffrischung im Hotel geht es weiter zu einem Restaurant, unsere Bäuche sind von der Fahrt und dem Schwimmen ganz hungrig. Das Restaurant haben uns die anderen vom Boot empfohlen und bereits getestet. Es soll richtig gut sein und ganz klassisch laotisch.

 

Dort angekommen bestellen wir das, was uns am besten erscheint und wovon die anderen berichtet haben.

Insbesondere Fisch, Fisch, Fisch.

Fisch Laap, Fisch Hack, Seealgen Blätter geröstet mit Sesam und eine Fischsuppe, dazu Sticky Rice und ein paar Lao Bier.

Richtig authentisches Essen, super lecker und echt mal was anderes. Wir sind begeistert. Für Richi ist es nur zu 30% etwas, da er nicht zu den Korianderliebhabern gehört und das ist in der laotischen Küche fast Grundgewurzpflanze.

 

Nach dem leckeren Essen holen wir uns noch einen Nachtisch auf dem Nachtmarkt, Kokospfanneküchlein und einen riesen Obstteller. Für die morgige Fahrt ist auf jeden Fall vorgesorgt.

 

Voll gegessen geht es zurück ins Hotel, denn morgen geht es weiter durch Laos.

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