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City Tour Laos 2 - Auf nach Vang Vieng

-  - Vang Vieng, Stadt der Tubes und Drogen -

 

Und es geht früh weiter durch Laos. Vang Vieng ist das nächste Ziel.

Alles gepackt und zum Abfahrtpunkt. Das wohl eigentlich leckerste Frühstück bisher in blitz Geschwindigkeit runter geschlungen, da wir die Zeit doch etwas knapp kalkuliert haben und ab in den Mini-Van.

 

Der Mini-Van fährt fast drei Stunden bis zu einem Punkt in den Bergen, dort müssen wir das Fahrzeug wechseln und es geht weitere drei Stunden nach Vang Vieng.

 

Vang Vieng ist eine Kleinstadt mitten in Laos, beliebt als Zwischenhalt für viele Backpacker und ehemals bekannt für seine unzähligen Drogentouristen, die auf dem Fluss mit einem LKW-Reifen sich treiben gelassen haben und von den Uferbereichen mit vielen aufregenden Substanzen das Ganze noch etwas lebhafter (oder manchmal eben nicht) gestaltet haben. Das sogenannte „Tubing“, ist immer noch recht beliebt, jedoch ohne Drogen und Bars die ehemals für das besondere Etwas sorgten.

 

Die Straßen nach Vang Vieng sind erstaunlicherweise richtig gut ausgebaut. Klar gibt es auch hier kraterartige Schlaglöcher, durch die teilweise mit einer wahnsinnigen Geschwindigkeit fast drüber geflogen wird.

 

Aber die Sitze und der Minivan sind so gut, dass uns das fast nichts ausmacht, stets mit dem Hintergedanken und den Erfahrungen, die wir in Nepal schon gemacht haben, also uns schockt nichts mehr. 

In Vang Vieng können wir ein riesiges Zimmer beziehen. Das größte überhaupt. Wenn ich könnte und wollte könnte ich 3 Räder querdurch schlagen und ein Salto hinten dran, schade nur dass ich weder das eine noch das andere kann :D

Und zu unserem Hotel gehört ein kleiner, umhertrottelnder Welpe, den man schon von weitem anhand seines Glöckchens hört, sogar wenn er vor unserer Zimmertür wartet, dass jemande rauskommt um  ihn zu streicheln, kann man das Glöckchen leise bimmeln hören, herzallerliebst. Hört ihr es auch? 😊

 

Im Anschluss an eine kurze Ruhepause schlendern wir etwas durch die Stadt, um uns ein erstes Bild machen, was diese Stadt zu einer so beliebten Backpacker Stadt macht.

 

Es ist eine sehr kleine Stadt, die quasi nur aus zwei Straßen besteht. Ein Hotel reiht sich an das nächste Hostel. Bars verteilen überall Flyer für Freigetränke, hier und da sehen wir einige europäisch aussehende Menschen und auffallend viele alternativ wirkende Menschen. Lange Haare, Rastas, keine Schuhe, lange weite Hosen. Eigentlich ein bisschen das Klischee bedienend, des Backpackers und mit dem Ruf der Stadt irgendwie im Einklang stehend. Aber es sind auch sehr viele andere Touristen unterwegs, viele Asiaten.

Zwischen den Hotels und Bars reihen sich undefinierbare Geschäfte und Restaurants aneinander. Jedoch sucht man vergebens nach Sehenswürdigkeiten der Stadt.

 

Die Straßen sind staubig und neben den Hauptstraßen ist schnell nichts mehr los, gar nichts.

 

Gegen 18 Uhr treffen wir uns mit Dayle und Fraser, die zwei Kanadier vom Slowboat, sie sind bereits gestern hier angekommen und fahren morgen weiter. Ihre vierwöchige Reise hier ist ihre etwas verspätete Honeymoon. Und sie haben noch ein paar Städte vor sich bis es wieder nach Kanada geht. 

Wir genießen richtiges laotisches Barbecue. Knusprig gebratenes Schweinefleisch mit allerhand an grünem Gewächs, Klebereis und einer angemachten Sojasoße. Außer das das Fleisch in Teilen sehr, sehr fettig ist, schmeckt es uns sehr gut.

 

- Crazy korean mothers- 

 

 

Danach beschließen wir noch für ein paar Drinks in die bekannteste Bar von Vang Vieng zu gehen, die Sakura Bar, dort können wir Massen an Koreanern jeden Alters so richtig abdancen und feiern sehen, bzw. hauptsächlich Frauen, die im Alter unserer Mütter sind, rocken hier vollkommen das Haus. Alleine das ist und war Unterhaltung pur. Wer dachte Asiaten gehören zu dem zurückhaltenden Volk, der wird hier eines Besseren belehrt, definitiv.

 

- Nächtliches Leben im Fluss -

 

Für Fraser und Dayle geht es nach Hause, da sie morgens um 9 weiter nach Vientiane fahren. Wir bleiben noch ein bisschen und setzten uns auf dem Rückweg noch für ein Weilchen auf eine Bamboobridge gegenüber von unserem Hotel.

Als wir so im Mondschein sitzen und die Stadt und unsere Reise etwas Revue passieren lassen, hören wir es irgendwann unter uns plätschern.

Zuerst sind wir etwas verwirrt. Es hört sich nach etwas Großem an, das da durch den Fluss unter uns streift. Ein riesen Fisch oder gar ein Krokodil, so streift es unser Gedächtnis. Und dann sehen wir es.

 

Es ist ein Mensch der mitten in der Nacht mit einem Fischernetz durch den Fluss watet und versucht Fische zu fangen. Wir rätseln, ob das die beste Uhrzeit zum Fischen ist oder ob es eigentlich illegal ist, denn wer sonst geht durch einen Fluss in völliger Dunkelheit bei einem kleinen Lichtstrahl des Mondes fischen? Es ist ein wenig unheimlich und mir tut es irgendwo leid. Ich habe das Gefühl, dass dieser Mensch dort unten darauf angewiesen ist hier in der Nacht alleine zu fischen, zudem wirkt es bei längerer Betrachtung nicht so, dass dies von sonderlichem Erfolg gekrönt ist, denn er zieht immer wieder ein leeres Fischernetz aus dem Wasser. Aber er gibt nicht auf und noch nach Minuten hören wir weiterhin in weiterer Entfernung immer wieder das Platschen im Wasser.

Nach der etwas längeren Nacht und unserem gespannten Beobachten des Fischers im Fluss schlafen wir nochmal so richtig aus.

Diesen angebrochenen Tag und dieses riesige Zimmer, das ein bisschen zum Verweilen einlädt, nutzen wir um an dem Blog zu arbeiten und wie unsere weitere Reise durch Laos aussieht.

 

Nach etwas Umherirren, weil wir uns einfach nicht entschließen können was wir Essen sollen, entscheiden wir uns für einen Hot Pot.

 

Schaut dazu in unserem Gaumenschmaus Laos vorbei.
Es war richtig, richtig gut, wenn auch vermutlich nicht der laotischen Küche zugehörig.😊

- Tham (ta ram) Nam Cave, Abenteuer im Dunklen -

 

So aber wir wollen ja noch was um Vang Vieng herum machen, dafür brauchen wir aber einen fahrbaren Untersatz und den findet man wie überall an jeder Ecke. Also mieten wir uns einen Roller . Das erste Mal mit Halbautomatik. Das ist viel billiger und so kommen wir dem Motorradfahren etwas näher. Halbautomatik meint dabei, dass man Gänge hat und mit dem Fuß vor und zurück schaltet und auch mit dem Fuß bremst aber man hat weiterhin keine Kupplung.

Mit dem klapprigsten Roller aller Zeiten fahren wir Richtung Norden zum Tham Nam Cave.

 

Ein Cave, der aber mit Wasser geflutet ist bzw. aus dem Wasser kommt und in einem kleinen See mündet. Daher wandert man nicht durch den Cave sondern schwimmt auf einem alten LKW Reifenschlauch.

 

Wir parken den Roller am Ufer eines Flusses, zahlen für das Parken und für das Überqueren der Brücke und dann sind wir in einem sehr naturbelassenem Bereich, hier und da stehen ein paar Häuser. Ein alter Mann weist uns den Weg zu dem Cave. Zuerst haben wir den Eindruck er mache dies aus reiner Freundlichkeit, dann merken wir, dass er uns folgt und uns immer wieder Wegweisungen gibt. Es ist ein alter gebrechlicher Mann. Wir denken ach was wie nett. Am Cave angelangt gibt er uns Lampen, organisiert die Schwimmwesten und leitet uns an. Und zack haben wir wohl unbewusst einen Guide. Er spricht nur sehr, sehr gebrochenes Englisch und sieht auch sehr schlecht.

Aber er scheint sich auszukennen und führt uns durch die Höhle.

Zu Beginn setzen wir uns auf die LKW Reifen und an einem Seil, das entlang der Höhle gespannt ist kann man sich durch die Höhle auf dem Wasser ziehen bzw. treiben lassen. Dann hört das Seil aber auf und der Herr gibt uns zu verstehen, dass wir paddeln sollen.

Das ist jedoch relativ mühselig und etwas langsam und so springt der alte Mann von seinem Reifen und schiebt uns durch die Höhle.

Da bekomme ich echt so ein schlechtes Gewissen, wir jungen Spunde, mindestens halb so jung wie dieser Mann lassen sich durch eine dunkle und mit Wasser gefüllte Höhle schieben. Bei jeden Anstalten aufzustehen und selber zu schieben oder zu gehen wird man aber immer wieder in den Reifen gedrückt. Was will man da machen. 

 Er ist sehr bemüht, scheint sich hier in und auswendig zu kennen und leitete uns wesentlich weiter als es vermutlich eigentlich vorgesehen war.

Ich bekomme es zwischenzeitlich mit etwas Skepsis und Angst zu tun, da der gute Mann fast blind zu sein scheint und uns da irgendwo in einer Höhle herumführt in der wir nur schwer etwas sehen können.

Er führte uns bis an das Ende der Höhle und dann kommt der Witzbold auf die Idee, wir sollend doch mal unsere Stirnlampen ausschalten.

Ich sträube mich zuerst, doch um ihm den Spaß und Richi die Gespanntheit nicht zu nehmen lasse ich mich drauf ein. Aber in einer Höhle voller Wasser mit einem fremden Guide in totaler Dunkelheit, das ist super gruselig und ich kann dem nicht lange standhalten ohne mir fast ins Hemd zu machen.

 

Tolle Erfahrung irgendwo, für mich etwas Nerven aufreibend aber auf jeden Fall spannend.

 

 

Dann geht es auch wieder zurück und ich bin wirklich erleichtert, dass es quasi nur eine Einbahnstraße ist und man einfach den Weg zurück gehen oder schwimmen muss von dem wir gekommen sind und somit das Ende dann bald in Sicht ist. 

Aber sicherlich hätten wir diese Tiefe der Höhle wohl niemals ohne den Herrn erkannt und daher haben wir hier wohl mal wieder eine einmalige Gelegenheit und Erfahrung erlangt. Wir geben ihm als Dank etwas Geld. Wobei uns immer noch nicht ganz klar war, wie er auf uns gekommen ist und was ihn dazu bewegt hat uns hier herumzuführen. Vielleicht eine gängige Geste, um sich etwas dazu zu verdienen. Wir waren jedoch durchaus dankbar.

 

Nach dieser Höhlen(Höllen)tour (kleiner Wortwitz) spazieren wir noch an einer Lagune vorbei, von denen es hier wohl mehrere gibt.

 

Diese ist jedoch sehr für Touris ausgelegt und daher wirkte diese doch sehr künstlich und präpariert.

- Zwischen den Zeiten -

 

Wir gehen durch die mittlerweile sehr ruhige Ortschaft. Und hier scheint es auch kein Strom zu geben, alles Leben auf dem engsten Raum, hier und da hört und sieht man Schweine, Hühner umherrennen. Und man fühlt sich wieder in der Zeit zurückversetzt und kann die Einfachheit des Lebens der Menschen hier spüren. Doch dann kommen wir zu der Brücke, die zu unserem Roller führt und mir kommt ein Mädchen im Alter von vielleicht zehn Jahren entgegen, einfach gekleidet, etwas schmutzige Schuhe, und was hat sie in der Hand?

Ein pinkes Glätteisen für die Haare.

Ich kann meinen Augen nicht trauen, irgendwie weiß ich gar nicht wo ich bin. Dieses Bild von dem einfachen Dorf, durch das ich soeben gegangen bin, wo man denkt, dass die Menschen froh sind, ein Dach über dem Kopf zu haben, genügend Kleidung und Essen und dann ein pink leuchtendes Glätteisen???!! Ich bin echt hin und her.

Daran merke ich doch sehr, wie zerrissen dieses Land zwischen den Zeiten und der Entwicklung steckt. Und wie paradox es doch ist so ein, tut mir leid wenn ich das so sage, aber das sinnlosestes Hilfsmittel in so einem Land in dieser Gegend zu haben.

Aber das ist das Leben hier, auch hier wird vermutlich durch die Medien dieses Sinnbild auch stark vermittelt was wichtig ist. Das Äußere.

 

Aber es neigt sich auch schon wieder dem Ende des Tages zu, wir erreichen unseren Rollerparkplatz, auf dem mittlerweile kein Roller mehr außer unserem steht. Und auch die Wachposten haben bereits Feierabend gemacht.

Auf dem Rückweg gibt dieser Roller noch mehr Geräusche von sich als zuvor und das Schalten scheint irgendwie schwer zu sein. Wir sind froh, dass wir nur einen Tag damit rumfahren und es wieder abgeben können.

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Kommentare: 1
  • #1

    Nina Bondar (Donnerstag, 16 Mai 2019 12:27)

    Sehr interessant und beeindruckend.
    Viel Spaß auf euren Reisen!