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City Tour Laos 3 - Nichts los in Vientiane

Unser nächster Halt in Vientiane. Die Hauptstadt von Laos. Wir haben uns echt den Kopf zerbrochen, ob wir hier Halt machen oder nicht. Denn in allen Foren, Blogs, auf Facebook und sonst wo liest man nichts spannendes über diese Stadt. Obwohl es die Hauptstadt ist, soll hier nüüüüüüs los sein.
Also sind wir gespannt was uns hier alles nicht erwartet. Aber mal kurz vorbei schauen, wenn es auf der Route Richtung Süden liegt kann ja nicht schaden.

Nach vier Stunden Busfahrt kommen wir in Vientiane an. Und direkt nach der Ankunft können wir merken, dass es sich irgendwie gar nicht nach Hauptstadt anfühlt. Alles wirkt klein und altmodisch, hier und da ein paar modernere Geschäfte, dazwischen immer wieder verlassene und heruntergekommene Gebäude, Ecken und Straßen. Auch die Atmosphäre ist recht blass. Hier strahlt nichts ein Feeling aus, dass man hier länger bleiben möchte. Keine Seele, keinen Charme.

 

Wir gehen erstmal unser Gepäck im Hotel ablegen, danach gehen wir mal bisschen durch die Stadt. Und auch bei Anblick der Karte wird schnell klar, hier gibt es kaum Sehenswürdigkeiten, dafür unglaublich viele Hotels.

 

Wir stärken uns zunächst mit einem der besten Fruitshakes der Stadt und gehen dann mal zum Nachtmarkt. Eins der wenigen Dinge, die es hier zu tun gibt.

 

Und tatsächlich ist bisschen was zu sehen hier. Bzw. viel zu viel, sodass man mal wieder nichts sieht :D
Am Ufer des Mekongs ist ein riesen Platz auf dem sich hunderte Stände aneinanderreihen. Stände, mit Handyzubehör, Kleidung, Souvenirs, Schuhe, Unterwäsche und das immer und immer wieder, es gibt keine Variation zwischen diesen Ständen, die Produktpalette wiederholt sich bei jeder Art der Stände aufs Gleiche.
Es ist ein Markt wohl eher für die Einheimischen, denn man sieht kaum Touristen bzw. westliche Gesichter. Und eine Masse an Menschen. Wir sind auf eine Art beeindruckt auf der anderen Seite hat man auch schnell alles gesehen, da sich eh alles wiederholt. 

Auf dem Rückweg gehen wir auch noch etwas schnelles essen, aber wohl eher Richtung vietnamesische Küche. Es ist ganz passabel 😉

Ansonsten wartet nur noch etwas Rechechearbeit auf uns, da wir in den nächsten Tagen gerne ein Motorrad kaufen würden. 

 

- Hier der NICHT Reiseführer für Vientiane - 

 

Wir versuchen in den nächsten Tagen alles aus Vientiane rauszuholen was geht. Wir machen einen Stadtrundgang trotz mega Wärme, versuchen die besten Restaurants der Stadt zu testen. Wir finden auch einen echt guten Laden mit tollen Fruchtshakes und Baguettes.

Doch sonst ist es einfach eine unspektakuläre Stadt. Ja ich kann hier keinen Reiseführer FÜR die Stadt schreiben.

Die Stadt ist laut und es gibt wenig zu sehen. 

- Der vergessen Krieg von Laos –  

 

Aber wofür die Stadt einen Besuch definitiv wert ist, ist das Besucherzentrum von COPE (Comitee on puplic ethics). Es ist eine Art Verein bzw. Organisation, die sich dafür einsetzt insbesondere geschädigte Menschen aufgrund der Clusterbomben und UXOs (unexploded ordanance) aus den Zeiten des Vietnam-Kriegs zu helfen.

Das Zentrum berichtet von den Bomben, insbesondere von denen die noch heute verstreut in Laos liegen und die geborgen werden müssen, um das Land irgendwann sicherer zu machen. Viele Bauern haben Felder auf denen Bomben noch verstreut liegen und wissen nichts davon. Immer noch gibt es unzählige Tote jedes Jahr, weil so viele Bomben unentdeckt sind.

 

Viele Vereine und einige Staaten beteiligen sich, schicken spezialisierte Truppen, um Laos wieder begehbar und sicherer zu machen. Sie schulen die Bevölkerung, wie gefährlich diese Bomben sind und wie im Falle beim Auffinden von Bomben umzugehen ist.

 

Was sie aber vor allem tun, ist sich um die Geschädigten zu kümmern. Medizinische Versorgung und insbesondere Prothesen den Menschen möglich zu machen. Denn Geld haben diese dafür nicht.

Aber nicht nur für die Opfer der Bomben engagiert sich und behandelt COPE diese Menschen. Es weitet seinen Hilfsbereich aus. Und es geht mittlerweile auch darum behinderten Menschen in den ländlichen Gebieten Hilfsmittel zur Verfügung zu stellen mit denen für sie eine angemessene Teilhabe und ein menschliches Leben möglich zu machen. Gehen zu können, essen zu können. 

Es ist ein sehr eindrücklicher Ort. Und oftmals wird auch der Krieg in Laos während des Vietnamkriegs auch der „geheime“ oder „vergessene Krieg“ genannt. Und das trifft es genau. Wer weiß, dass die meisten Bomben damals oder besser jemals in Laos gefallen sind?

èÜber 270 Millionen sogenannte „Bombies“ sind in den Jahren von 1963 bis 1974 über Laos gefallen!

èÜber 2 Millionen Tonnen(!) an Bomben wurde über dem Land abgeworfen!

 

Wer weiß wie groß die Bedrohung heute noch ist?

èGeschätzt erleiden pro Jahr noch 40 Menschen Auswirkungen von diesen Bomben

 

Wer weiß wie viele Menschen hier noch darunter leiden. Wie viele Kinder und Erwachsene noch durch detonierte Bomben sterben, weil manche Gebiete komplett verseucht und eigentlich unbegehbar durch diese Bomben sind.

Unter den Opfern und Betroffenen sind sind auch viele Kindern, die in den Wäldern spielen, Bomben finden, sie sammeln oder teilweise sogar mit den Bomben selbst spielen. Ein Fall wird besonders eindrücklich dargestellt.

Zwei Eltern erzählen auf einer Videoaufnahme wie sie ihren Sohn wegen einer der Bomben verloren haben, ihm nicht helfen konnten und sogar beim Versuch den Jungen im Krankenhaus zu versorgen dies nicht geschafft haben, weil keine Blutkonserven und Sauerstoff in den Krankenhäuser vorrätig waren und sie schließlich mit dem Sohn wieder nach Hause gefahren sind, um ihn dort in Frieden sterben zu lassen. Das sind Worte, Bilder die sind fast unerträglich. Und man kann den Sinn des Ganzen nicht verstehen, nicht verstehen, dass diese Menschen immer noch so unter diesen Folgen dieses eh schon grausamen Krieges leiden müssen.
Und erschreckend ist der Fakt, dass die Verursacher, die diese Massen an Bomben über Laos abgeworfen haben erst vor ein paar wenigen Jahren (unter Obama) begonnen haben, das Land zu unterstützen es von den Mienen und Bomben zu befreien und die Schäden zu beseitigen, die noch weiterhin existieren.

 

Aber neben der so schon existierenden Gefahr und Tragik, gibt es den Part, der sogar ein Geschäft aus den Bombenmaterialien macht und die Bevölkerung angestachelt wird dieses gefährliche Material zu sammeln.

Für gesammeltes Altmetall können die Menschen hier Geld bekommen, also gehen sie auf die Suche nach Metall und das dabei dann auch nicht nur Metall sondern auch Bomben unterkommen ist nicht verwunderlich und das dabei für Unfälle passieren und wie gefährlich dieses Unterfangen ist, das erzählt denen keiner. 

Dieser Besuch war sehr eindrücklich. Berge von alten Prothesen. Zahlen und Landkarten von gefallenen Bomben, Zahlen von Bomben, die noch irgendwo in den Wäldern oder auf Feldern liegen. Zahlen, was in den nächsten Jahren erreicht werden soll, was noch zu schaffen ist, wie viele Gebiete noch befreit werden müssen, um endlich überall sichere und bombenfreie Gebiete zu haben, sodass das Land ohne Angst existieren kann und insbesondere die ländliche Bevölkerung wieder frei sein kann.

 

Dieser Besuch war ein Moment der Nah geht.

Und in dem man fast verwundert ist, dass die Welt davon so wenig mitbekommen hat.

 

Wir müssen danach unsere Gedanken und Emotionen erstmal ordnen und ruhen lassen. Aber dieser Moment hat diesen Besuch der Stadt absolut wert gemacht.

 

Also doch ein nicht-nicht Reiseführer??

- Einzige Sehenswürdigkeit von Vientiane- 

 

 

Auf dem Rückweg zum Hotel gehen wir an den wohl einzigen Sehenswürdigkeiten der Stadt vorbei der Siegessäule, die aussehen soll wie der Arc de Triomphe aus Paris. Umgeben von unfassbaren Verkehrsrauschen. Eine gewisse Ähnlichkeit hat er auch mit Paris jedoch für uns nichts wirklich herausrangendes.

- Motorradkaufen eine Kunst -

 

Auf dem Rückweg zum Hotel gehen wir an den wohl einzigen Sehenswürdigkeiten der Stadt vorbei der Siegessäule, die aussehen soll wie der Arc de Triumphe aus Paris. Umgeben von unfassbaren Verkehrsrauschen. Eine gewisse Ähnlichkeit hat er auch mit Paris jedoch für uns nichts wirklich herausragendes.

 

Zum Abend zermartern wir uns das Gehirn wie wir nun unsere weitere Reise durch Asien fortsetzten wollen. 

 

Eigentlich würden wir gerne mit einem Motorrad von hier über Vietnam und Kambodscha reisen, doch in Luang Prabang, wo wir sehr leicht ein Motorrad hätten kaufen können, war unsere Planung und unser Denken noch nicht so weit. Doch aktuell sind nicht viele Motorräder auf dem Markt.

Also müssen wir verschiedene Szenarien durchgehen. Wie kommen wir noch an ein Motorrad, wie machen wir das mit unseren großen Backpacks.

 

Wenn wir kein Motorrad haben wie kommen wir zu den Loops, für die Laos bekannt ist?

 

Fragen über Fragen.

Aber wir bleiben noch einen Tag für die Recherche und hoffen auf etwas mehr Glück mit dem Kauf eines Motorrads.

 

Heute probieren wir das beste Restaurant der Stadt aus. Pizza made by Canadian und dazu nach fast 3 Monaten das erste Glas Weißwein.

 

Für asiatische Verhältnisse sehr gut, doch unsere anspruchsvollen Pizzagaumen empfinden es als okay, aber das gesamte Ambiente und das Personal sind super. Also verdient das beste Restaurant hier zu sein.

Wir ziehen in das Hotel nebenan, denn hier gibt es wohl einen Pool und da wir nun wirklich alles von Vientiane gesehen haben was es gibt, beschließen wir, bis es weiter geht die Zeit zu nutzen und uns am Pool zu entspannen und freuen uns riesig drauf. 

 

-   Ein Kalifornier in Laos -

 

Bevor wir uns aber am Pool entspannen können gehen wir noch bei einem Amerikaner vorbei, den Richi über Facebook gefunden hat, der hier Motorräder hauptsächlich vermietet. Aber auch verkauft.

Über Facebook ließ sich nicht so gut handeln, daher wollen wir einfach mal vorbeischauen und uns selber ein Bild von dem Bike machen.

 

Die Sonne knallt heute unglaublich, der Adresse zu der wir müssen ist es ein ganzes Stück. Dort angekommen erschließt sich nicht direkt wo hier der „Laden“ oder die Werkstatt sein soll.

Eine Garagentür steht offen und ein Mann kommt irgendwann raus und fragt, ob er uns helfen kann. Also fragen wir mal nach.

Steve ist der Besitzer und ist gerade nicht da. Aber wir sollen einen kleinen Moment warten.

 

Die Inhaber Steve und seine Frau kommen schließlich, doch das besagt Motorrad steht bei einem Freund von Ihnen. Also geht es auf Rollern zur Besichtigung.

 

Das Motorrad ist in keinem wirklich guten Zustand, unserer Meinung nach. Richi fährt es Probe und schaut bei einem Mechaniker vorbei.

Der sagt, dass 400$, der gefragte Preis, schlichtweg zu viel ist.

Ich unterhalte mich währenddessen mit Steve und seiner Frau. Zwei wirklich sympathische Menschen.

Das Bike ist von der Technik okay, jedoch Halterung für das Gepäck, Tachoanzeige, Zündschloss, Licht und der Kick-Starter Hebel nicht funktionstüchtig oder gerade noch so zu gebrauchen.

Wir entscheiden uns gegen den Kauf, da es wirklich zu viele Mängel gibt.

Steve lässt zwar ein bisschen mit sich handeln und irgendwo würde er uns glaube ich nicht über den Tisch ziehen, aber von Gefühl her würden wir für das gleiche Geld wohl andere Motorräder bekommen.

 

 

Aber er ist vollkommen locker und verständnisvoll. Sie fahren uns sogar kurz bis vor das Hotel.

Sehr unkomplizierte, total herzliche und offen Menschen.

Aber unsere Hoffnung ist noch nicht ganz vorbei. Bei ein paar Fruitshakes im House of Fruitshakes flattern noch ein paar Angebote über Facebook rein. Die jedoch erst in den nächsten Tagen in Vientiane sein können. 

 

Also werden wir wohl doch etwas länger als gedacht und gewollt in Vientiane bleiben,da wir doch noch eine Chance wittern. 

 

 

Aber natürlich hat Richi sich auch schon Plan B und C überlegt, sodass wir in jedem Fall immer weitere Handlungsoptionen haben.

 

 

 

- Die glücklichst machende Karamellschnitte der Welt -

 

Vientiane hat übrigens auch super viele Cafes und eines davon hat uns wirklich Honig ums Maul geschmiert oder besser Karamell??

Himmel auf Erden!! Eine wahnsinns Karamellschnitte, die wir zufällig beim Kaffee entdeckt haben.

Wir bestellen sie sogar gleich zweimal hintereinander.

 

Und schon seit zwei Tagen freuen wir uns darauf mal einen Pool Tag zu machen, doch wir haben mit dem morgendlichen Sport und Frühstück und zwei Karamellschnitten mal wieder länger gebraucht und das Wetter ist einfach nicht auf unserer Seite sein denn nachmittags zieht es immer wieder zu oder es zieht ein derbes Gewitter auf.

Also sitzen wir im Halbdunkeln in der Hotellobby, weil Stromausfall ist und unser Zimmer kein wirkliches Fenster hat. Aber das ganze Spektakel hat auch etwas ganz eigenes.

 

Das Gewitter und der Regen legen sich und auch der Strom kommt irgendwann wieder. Und so beschließen wir diesen halb fertigen Tag mit einer laotischen Massage zu veredeln. Doch im Endeffekt sind wir uns nicht sicher ob, die Kraft der zierlichen Mädchen gut oder schlecht ist. Wir kommen leicht wabbelig und verspannt zugleich aus der Massage wieder heraus. 

- Schicksal Motorrad  -

 

Unser Warten und unsere Geduld doch ein Motorrad kaufen zu können zahlt sich nicht aus. Immer wieder springen Leute ab, kommen doch nicht nach Vientiane oder wollen für schlechte Dinge viel zu viel Geld haben. So vergehen weitere sehr unspektakuläre Tage in Vientiane. 

 

Wir beschließen also Laos erstmal ohne Motorrad zu be

bereisen.

Und um nicht noch einen wertvollen Tag zu verschwenden nehmen wir Mittags einen Bus von Vientiane nach Thakhek.

Von hier startet ein bekannter Loop durch die Berge und ländlichere Regionen von Laos.

Und auch heute ist es mal wieder so warm, dass sogar der Fahrtwind im Tuk Tuk keine Abkühlung bringt.

 

Und auch unser Bus nach Thakhek ist ein einfacher alter Bus. Keine richtige Lüftung, keine Klima nicht genügend Fenster es ist ein Bus mit dem auch viele Einheimische fahren. Also ist wieder bisschen schwitzen angesagt, aber authentisch Reisen gehört ja auch zum Reisen dazu und es gibt ja schlimmeres.

 

In Thakhek angekommen brauchen wir ein Tuk Tuk zum Guesthouse. Eigentlich wollten wir laufen, doch es wird schon dunkel, der Weg ist weit und ein Fahrer fährt uns zum halben Preis wie die anderen.

 

Das Guesthouse Travelers Lodge ist wohl das schlechteste in dem wir waren. Von außen sehr schön, ein schöner Garten, liebevoll bepflanzt, doch ein starker Kontrast zum Inneren. Der Deckenventilator kaputt, dass Zimmer alt, dreckig zwar groß aber total kalt eingerichtet. Das Gemeinschaftsbad dreckig.

Und es ist so unglaublich heiß in dem Zimmern.

 

Wir gehen noch auf Essenssuche und bei einem Rollerverleih vorbei, ob wir vielleicht denn wenigstens ein Motorrad mal mieten können. Da das Guesthouse außerhalb liegt ist es eine gute Strecke bis in die Stadt zu kommen. Aber wir nutzen die Gelegenheit und betrachten die Stadt mal etwas näher. Aber es nicht los. Ein paar Bars, Restaurants, Geschäfte, das wars. 

 

Und auch ein weiterer Versuch hier ein Motorrad zu kaufen und auch zu mieten scheitert. So langsam haben wir das Gefühl es soll vielleicht nicht sein.

Jetzt konzentrieren wir uns erstmal auf die nächsten Tage.

Der Loop um Thakhek herum soll sehr schön sein und wir sind gespannt und freuen uns darauf wieder bisschen mehr vom Land selber sehen zu können.

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