· 

Thakhek Loop - Laos' Hinterland

Wir sind fast froh als endlich der Wecker um 9 klingelt und wir endlich aufstehen können, auch wenn wir unglaublich müde sind aber so hat es hier überhaupt keinen Wert. So wenig und schlechten Schlaf haben wir wohl selten gehabt. Dieses Guesthouse ist einfach denkbar schlecht. Viel zu warm, der Ventilator viel zu klein für das riesen Zimmer, da wäre selbst der Flügelschlag von ner Fliege wohltuender und auch der Versuch mit offenen Fenstern zu schlafen brachte keine Abkühlung. 

Wir quälen uns aus dem Bett, hoffen, dass die Dusche uns aufweckt, doch der geringste Wasserdruck der Welt ist wohl hier vorzufinden und um das Shampoo aus den Haaren zu bekommen vergehen Jahre in denen man fast schon wieder im Stehen einschläft. 

 

Wir frühstücken, mieten einen Roller, verstauen unsere Sachen im Guesthouse.

Nachdem wir den Roller aber nochmal tauschen mussten, weil der Ständer bei jedem kleinen Hügel über den Boden schrabbt und man das Gefühl hat der nicht vorhandene Unterboden würde dabei hängen bleiben, geht es dann endlich wieder los auf die Straße. Wir können jetzt endlich Laos von einer anderen Seite erleben, weg von den Städten. Viel mehr von der Natur sehen. Wir sind total gespannt.  

 

 

Und schon ganz bald erheben sich riesigen Berge um uns herum und wir fahren mitten durch. Es sind hier unheimlich viele Trucks auf den Straßen, oft sehr beängstigend so auf dem kleinen Roller entgegen der riesigen LKWs. Oder wenn sie einen laut hupend überholen, da fühlt man sich echt wie eine winzige Ameise und womöglich könnte so ein Truck uns auch locker einfach so überfahren wie eine Ameise. Dieser Gedanke ist wirklich gruselig. 

- Führung durch Mini-Guides - 

 

Aber davon lassen wir uns jetzt mal nicht beirren.

Wir konzentrieren uns auf das schöne der Strecke.  Wir haben eine virtuelle und eine reale Karte auf der ganz viele Anhaltspunkte sind die sehr schön sein sollen.

Also ist das erste Ziel ein Cave nähe des Straßenrandes.

 

Den allerdings zu finden ist gar nicht so einfach, nachdem wir ein paar der Einheimischen beim Angeln gleich zweimal unterbrechen und sie uns verwundert anschauen und bei unserem Rückweg lachen, wissen wir, wir sind hier falsch.

 

Also nächste Einfahrt rein. Da kommen uns auch zwei Französinnen entgegen, die auch schon in unserem Guesthouse waren.

Mit ihnen fahren wir schließlich zusammen zum Cave.

Die Roller lassen wir unter Bäumen stehen. An denen ist ein Schild angeschlagen, dass man 5000 KIP fürs Parken zahlen solle. Hier ist jedoch kein Mensch zu sehen. Aber nur einen kurzen Moment später, nachdem wir gerade diesen Gedanken zu Ende gefasst haben, kommt von hinten eine Schar Kinder angerannt. Eine zeigt auf das Schild und es ist klar, das sind die Eintreiber. Wir geben 5000 Kip  und kurz darauf bricht ein kleiner Streit aus, denn sie wollen es irgendwie teilen nur wissen sie nicht wie.

 

 

Aber schnell legt sich der Streit nachdem ein Mädchen wohl das Machtwort gesprochen hat. Und dann wuseln ein paar von ihnen vor uns her und geben uns zu verstehen wir sollen ihnen folgen. Wir haben also eine ganze Truppe an kleinen Mini-Guides erhalten. Klasse 😊

Der Cave ist riesig. Die Kinder springen ins Wasser, wollen das wir weiter gehen, weiter mit ihnen kommen, bieten uns sogar etwas von ihren Früchten an, die sie in einer Tüte haben. Wir wissen die Situation aber nicht ganz einzuschätzen und im Vornherein sind wir oftmals gewarnt worden, dass in Laos gerne geklaut wird, man schnell übers Ohr gehauen wird und diese Kids sind irgendwie süß aber manchmal sind genau ja sie diejenigen, die richtig raffiniert sind.

Wir wollen nicht allzu misstrauisch sein aber vorsichtig sind wir schon.

Selbst der Rollervermieter hat uns eindringlich darauf hingewiesen, dass wir die Roller immer abschließen müssen, nur auf Parkplätzen abstellen sollen etc. Also dabei wird deutlich, ungefährlich ist das alles nicht.


Und da wir aber eh noch ein paar Sachen heute sehen wollen und mehr als nur 7 Kilometer fahren wollen drehen wir langsam um, sodass wir bald weiterfahren können.

 

 

Also zurück zu den Rollern.

Aber es stellt sich heraus, dass die Kinder echt lieb sind. Der Rucksack der einen Französin ist offen und sie weisen sie mehrmals drauf hin, fassen aber den Rucksack nicht an bis klar ist was sie meinen, sie verabschieden sich höflich und sind insgesamt wirklich sehr nett und handeln gegen die meisten Vorurteile, die wir bisher bezüglich ländlichen Kinder in ärmeren ländlichen Regionen haben könnten.

 

Man fühlt sich fast schlecht, dass man oft mit diesem Ängsten und Befürchtungen solchen Begegnungen entgegen tritt. Doch schon zu viele Geschichten haben wir über gegenteilige Erfahrungen gehört.

 

 

 

- Laotisches Wochenende, Bier ahoi!! - 

Wir winken noch schnell, dann geht es weiter.
Nächster Halt ist ein kleiner See, der anscheinend beliebter Ausflugspunkt für die Einheimischen am Wochenende ist. Es ist alles voll, überall Menschen am Ufer mit Mengen an Essen und BIER!

Es ist super warm. Wir gehen also ins Wasser. Schon bei Ankunft sind wir die Attraktion, insbesondere mit den drei sehr europäischen Gesichtern um mich herum. Ich selber falle vom reinen Äußerlichen nicht so auf, außer meine Kleidung. Und eben unsere Bikinis. Das ist für die Locals kein häufiger Anblick, doch wir sind uns unsicher ob wir Shirts anlassen sollen oder nicht und wagen es mal ohne. Aber es werden Fotos gemacht, einmal weil Europäer einfach interessant sind und weil unsere knappe Kleidung wohl auch Aufmerksamkeit auf sich zieht. Wir lernen aber für die nächsten Male daraus.

 

Das Wasser ist alles andere als eine wirkliche Abkühlung aber besser als nichts.

 

Dieser Platz hier um den Fluss ist wirklich einmalig. Am Fluss selber sind kleine schwimmende überdachte Hütten/ Pavilions gebaut. Hier versammeln sich die Familien und Essen und Trinken. Oben am Ufer sind Stände mit Essen, Grills, Getränken. Denn wer nicht schon alles von zu Hause mitgebracht hat, der findet hier alles für das wochenendliche Chillout Wohl.

Wir schauen im Anschluss an die Nicht-Abkühlung auch mal bei den Essensständen vorbei. Und nach kurzer Stärkung geht es weiter.

 

Rich und ich fahren das erste Mal in einer Gruppe, es ist echt eine Abwechselung und es tut gut unter Leute zu kommen.

Häuser im ländlichen Gebiet von Thakhek


- Fahrt durch die geisterhafte Baumlandschaft - 

 

Anschließend geht es back on the road und es wird erstmal gefahren, gefahren und gefahren. Dabei durchkreuzen wir Täler, vorbei an riesigen Bergen, die wie vom Himmel gefallene riesige Steine aussehen.

Es wird immer grüner aber die Felder sind trocken und braun. Vorbei an Dörfern und Häusern, die schon wesentlich einfacher sind als die der Städte.

 

Es wird deutlich, hier ist es schon ärmer als in allen Gebieten, in denen wir bisher waren.

 

Wir fahren an einem Stausee vorbei, der das Wasser so derartig gestaut hat, dass die komplette Landschaft dahinter geflutet wurde und alles was eigentlich Land war nun unter Wasser steht und quasi ersäuft. Was übrig bleibt sind abgestorbene Bäume. Es ragen überall diese braunen einfachen Stämme aus dem Wasser, tote Bäume. Ein einmaliger Anblick, diese Landschaft aus toten Bäumen.

Es hat etwas sehr Schönes wenn auch etwas Düsteres und trauriges.

 

 

Wir fahren und fahren, dann kommen wir in Nakai, einer kleinen Stadt, an und sehen auf einem riesigen Plakat, dass heute wohl ein Festival sein soll, also machen wir uns auf die Suche. Wir sind total neugierig und gespannt was in Laos wohl Festival meint. Nach Suchen,  mehreren Fragen und Umdrehen kommen wir an einen riesigen Platz am Ufer des Stausees an. Ein großes Gelände, riesig. Am Horizont kann meine eine große Bühne sehen, wo sie gerade den Soundcheck für den heutigen Abend machen. Am Rand, rund um den Platz sind Essens- und Getränkestände aufgereiht, die sich auf den heutigen Abend vorbereiten. Ware anschleppen, Bier kühlen, Gemüse schnippeln. Alles in allem wirkt jetzt schon alles wie ein wirkliches Festival, richtig professionell und für Massen ausgelegt. Nur ist noch gar nichts los. Und wir fragen uns auch, wie dieser riesige Platz überhaupt gefüllt werden soll. Denn die Stadt und die Dörfer sahen nicht soo groß aus, als wir durchgefahren sind. 

Absterbende Bäume im Stausee bei Thakhek


- Parallelwelt, laotisches Festival, sind wir wieder in Europa?! - 

 

Wir schlendern über das Gelände, holen uns was zu trinken und zu essen. Die Verständigung ist hier teilweise etwas schwierig, da die Menschen hier zu 99% Einheimisch sind und Englisch nicht unbedingt als notwendig in ihrem sonstigen Alltag erscheinen mag.

Die Französinnen treffen auf eine andere Gruppe Touris, die sie im Guesthouse zuvor getroffen haben. Dazu gesellen wir uns und verbringen einen netten Abend zusammen und treffen so auf unsere coole Reisegruppe der nächsten zwei Tage.

 

Wir warten auf die Bands, wollen das Festival erleben, doch erst findet noch ein Gesangswettbewerb statt, der überwiegend nicht die begnadetsten Sänger darbietet und die Technikeinstellung ist nicht die Beste bis einfach furchtbar :D unsere Ohren müssen hier einiges mitmachen. Aber wir fiebern sogar ein bisschen für unseren Favoriten mit, der sogar am Ende gewinnt!!!

 

Dann beginnen ein paar Bands zu spielen und es ist eine echt gute Stimmung und gute Musik. 
Dieser große Platz wird schließlich immer kleiner, denn es füllt sich, immer mehr Einheimische kommen.

Dieses Gelände ist irgendwann richtig, richtig voll und es kommen weiterhin immer mehr Menschen. Wir sind zugegebener Maßen etwas erstaunt. Das haben wir hier definitiv unterschätzt, dass hier in der Gegend so ein Festival ein Event für die ganze Familie ist. Denn alles trifft sich hier, alt, jung, Baby, Oma, Teenager, Twenties, alles.

 

 

Gegen 21 Uhr machen wir uns auf den Weg zu unserem Guesthouse, da wir sonst nicht wissen wo wir schlafen sollen und wir das Zimmer schon reserviert haben.

 

Also geht es für uns sieben durch die Nacht zum Guesthouse. Nicht ganz ungefährlich aber wir fahren langsam und es ist Vollmond und klarer Sternenhimmel, also beste Voraussetzungen für eine nächtliche Fahrt durch Laos ländliche Gegend.

  

Am Guesthouse angekommen genießen wir den Abend bei ein paar Bier und ein paar Runden Boule zusammen mit unserer gefundenen Reisegruppe: vier Franzosen, ein Niederländer und wir zwei Deutsche.  Es ist eine echt nette und witzige Runde.

 

Außer bei dem Boulespiel haben es die Franzosen, ihrem Nationalsport, wohl zu ernst genommen und entwickeln regelrechten Ehrgeiz, der jedoch von unserer Niederländer/Deutsche Gruppe grandios eines besseren belehrt werden :D (Wir gewinnen nämlich zweimal)

Bombenstimmung beim Nakai-Fesitval


Die Tour geht weiter Richtung Kong Lor, ein winziger Ort an dem wohl die größte Höhle von Laos auf uns wartet.

Auf dem Weg suchen wir Benzin und verlieren kurzzeitig die Französinnen. So in einer Gruppe nicht immer einfach zusammen zu bleiben. Jeder hat so seinen eigenen Fahrstil, -tempo, Interessen, Wunsch nach Pause etc.

 

Aber wir kriegen ein gemeinsames Mittagessen hin. Ein Restaurants voller Deko. Und wenn man genau hinschaut besteht die Deko jedoch vorwiegend aus Kriegsutensilien, alten Waffen und Bomben. Also der lebhafte Beweis wie präsent die Sachen doch hier sind.

 

Die Mittagspause erfordert heute sehr viel Geduld und stellt unsere knurrenden Mägen auf eine harte Probe. Für eine Gruppe von 7 Leuten gleichzeitig Getränke zu machen und zu kochen stellt die Laoten manchmal etwas vor eine Herausforderung. Aber nach und nach erhält jeder sein Essen und Getränk.

Die Bäume scheinen aus dem See zu wachsen, obwohl das Wasser sie eigentlich verdrängt hat.

Eine alte Bazooka als Lampenverkleidung - ungewöhnliche Deko auf dem Weg zum Kong Lor Cave


- Endlich Abkühlung - 

 

Dann geht es noch auf einen Zwischenstopp zum Cool Pool. Und es ist wirklich ein cooler Pool. Hier kriegen wir eine richtige Abkühlung, finally!!!!

 

Von hier sind es allerdings noch 60 km und es ist schon 16Uhr. Also bleibt uns nicht viel Zeit und gegen 17 Uhr fahren wir weiter. Es ist noch ein gutes Stück unser Weg führt uns zwischen Bergen, Feldern und über diverse Holzbrücken, diese verlangen so einiges an Fahrvermögen ab. Bin ich froh, dass ich mein Anteil aus Festklammern besteht und der sicherste Fahrer vor mir sitzt.  

Das letzte Stück zieht sich über eine der schlechtesten Straßen in Laos. Es ruckelt und wackelt und zieht manchmal derartig in den Rücken, dass man denkt, jetzt ist es passiert und die Bandscheibe ist weg. Aber bis heute können wir sitzen, laufen und fahren, also alles nur Einbildung.

 

- Guesthousesuche bei Nacht - 

 

In Kong Lor angekommen, es ist schon leicht dämmerig bis dunkel, sucht jeder sein Hotel oder Guesthouse. Wir sind quer verstreut. Ist aber nicht schlimm, denn die Ortschaft ist nicht groß.

 

 

 

Doch Richis und meine erste Herausforderung ist es, erst mal unser Hotel zu finden. Wir fahren vor und zurück, gehen zu Fuß, dann wieder zurück, fragen in diversen Restaurants nach, haben aber das Gefühl uns versteht keiner. Nach einer gefühlten Ewigkeit finden wir es aber und es ist ein schönes, sauberes Zimmer. Der Aufwand hat sich gelohnt. Irgendwas hat einfach auf der Eintragung auf Google Maps und Maps.me nicht gestimmt. Das sich das liebe Internet mal täuschen kann, wer hätte es gedacht?!

Man muss genauer hinsehen, aber der Transport des Wassertanks steht vor einem schweren Problem, der Tank ist ein paar Zentimeter zu hoch.


- Mit Highspeed durch das größte Walmaul von Laos - 

Und endlich geht es zum Cave, einer der größten die wir bisher sehen werden.

Um 11 Uhr sind wir eigentlich verabredet, eigentlich. Doch es fehlen zwei und so manch einer wird ziemlich ungeduldig. Aber wir sind schon fast auf dem Weg, da kommen die zwei noch gerade an und wir können das Abenteuer Kong Lor Cave starten.

An einem im Wald gelegenen Fluss bekommen wir Stirnlampen und Schwimmwesten in die Hand gedrückt.

Dann müssen wir erstmal laufen. Wohin wissen wir nicht so ganz genau aber wir folgen einfach mal einem Mann.

Es geht zum Fuß eines Berges, der sich da auf einmal hinter Büschen und Bäumen emporstreckt.

Der Höhleneingang ist riesig der Fluss scheint hier verschluckt zu werden. Und im Dunklen warten dann ein paar Boote.

Wir verteilen uns auf drei wackelige nasse Boote und los geht die Fahrt.

 

Es geht weiter in den Bauch der Berges, in eine stock-düstere und riesige Höhle, die Decke ist so hoch, sodass unsere Stirnlampen nur kleine Lichtkegel an den Höhlenwänden bilden. Es ist unglaublich schwer die Atmosphäre hier zu beschreiben. Man fährt gefühlt in einer kleinen Nussschale mit einem Motor auf einem knietiefen Fluss durch einen Berg durch, der von außen gigantisch aussah und man kann sich nicht vorstellen wo oder wie man hier einfach durchfahren kann. Der Berg muss fast hohl wie eine Muschel sein. Dass das nicht zusammenfällt, schießt mir durch den Kopf. 

Eingang Kong Lor Cave


An einer Stelle bleibt unser Boot sogar stecken, da die Wassertiefe nicht ausreichend ist. Netterweise darf ich sitzen bleiben und die Herren der Schöpfung dürfen anschieben, dann geht es weiter. Diese Weite in der Dunkelheit beeindruckend, es hallt, von vorne und von hinten hören wir leise die anderen Motoren hallen, je weiter wir fahren, desto mehr nimmt die Temperatur ab und es wird feuchter, schwül kalt, ich bekomme vom Fahrtwind sogar Gänsehaut.

 

Und dann können wir langsam einen kleinen hellen Punkt sehen, der immer größer wird. Die Augen müssen sich erstmal an die Helligkeit gewöhnen und langsam fahren wir aus dem Bauch des Berges, wie aus dem Maul eines massiven Wals, wieder raus bis wir am Ufer auf andere Boote treffen. Hier gibt es ein paar Snackstände und Bänke, mit viel Zeit kann man auch ein Dorf der Einheimischen besuchen, doch dafür muss man erneut Fahrräder mieten, die jedoch nicht unbedingt sehr erschwinglich sind.

Mehr kann man hier nicht machen. Und wir fragen uns, was machen wir hier?

Wir vertreiben uns in der Hitze die Zeit mit einem kalten Getränk und ein paar Snacks und beobachten einen kleinen Jungen, der Sohn einer Ladenbesitzerin, der zur allgemeinen Erheiterung beiträgt.

 

Hugues und Sven ist es definitiv zu langweilig und bei einem kleinen Spaziergang kommen sie auf die glorreiche Idee einen Wasserbüffel anzustacheln, in dem sie ihn mit äußerst gut imitierten Kuhgeräuschen irritieren, der sieht aber überhaupt nicht amused aus…Richi und ich bringen uns schon Mal nahe des Zauns in Sicherheit. Wir wollen für deren Übermut nicht mit den Hörner in Konflikt geraten. 

 

Dann ist die Zeit des Absitzens auch rum und es geht in dem gleichen Boot aber mit einer wahnsinnsgeschwindigkeit durch die Höhle zurück.

 

Und kurzzeitig hat man das Gefühl auch gar nicht so weit vom Umkippen oder gegen einen Felsen zu krachen entfernt zu sein. 

Unsere zwei Übermutigen beim Wasserbüffel provozieren.

Warten und spielen am Kong Lor Cave


- Rückfahrt mit Hindernissen - 

 

Unser letzter Tag von Thakhek Loop:

Sachen gepackt und es geht wieder auf die Roller, nachdem wir uns gestern einen Tag Pause gegönnt haben.

Da wir den vorherigen Abend schön ausklingen lassen haben, ist die Stimmung ruhig. Und da wir alle ein verschiedenes Fahrtempo haben und die anfängliche Höflichkeit nach zwei Tagen etwas gewichen ist, ist die Gruppe bald recht zerstreut. Besonders Sven hat keine Lust auf die Französinnen zu warten die wirklich manchmal etwas kriechen.

 

Bei einer Zwischenpause wollen wir auf alle mal warten, einfach sicher gehen ob alles gut ist. Wir treffen Sven und Quentin,  doch die anderen kommen und kommen nicht. Fast machen wir uns Sorgen und schmelzen in der Sonne dahin.

 

Dann erscheinen zwei Zweiräder am Horizont. Es stellt sich raus, dass Hugues einen leichten Sturz hatte. Ein paar Kratzer hier und da aber zum Glück nichts schlimmes, wir vermuten, dass er vielleicht noch nicht ganz auf der Höhe ist. 

Dann geht es weiter und keine zwei Minuten sind wir auf der Straße haut es den zweiten Mann in der Runde hin. Quentin ist in ein Schlagloch gefahren, hat versucht es zu managen aber ohne Erfolg. Stürzt. Aber er rollt sich gekonnt, fast wie ein kleiner Stuntman, auf die Seite und steht auch sofort wieder auf. Wir sind erleichtert.

Der Roller hat einige Kratzer. Das fällt zuerst auf. Und dann, bei näherer Betrachtung hat Quentin aber schon einige Schrammen abbekommen. Seine Unterarme sind aufgeschürft. Sein Knie blutet und an einem Kinn ist eine ordentliche Kerbe. Aber alles in allem noch glimpflich.

Wir können die Wunden grob säubern und weiter geht es, aber immer im Hinterkopf haben wir vielleicht doch mal bei einem Arzt vorbeizuschauen. Tatsächlich kommen wir im nächsten Ort auch an einem Krankenhaus vorbei. Die Chance ergreifen wir um Quentin mal checken zu lassen.

 

Die Französinnen sind nach der Ankunft irgendwie in ihrem Faszinationsmodus, treten ohne Hemmung in das Krankenhaus in jeden Raum ein, weil keiner am Empfang sitzt. Wir schämen uns im Grund und Boden.

Aber es ist halt nichts los. Und die Krankenschwestern und Ärztinnen schlafen in einem Raum. Entweder krasse Nachtschicht gehabt oder nichts los.

Und während wir da so warten, streckt eine Ziege ihren Kopf um die Ecke in den Wartebereich. Also wer kann das von sich sagen, zusammen mit ner Ziege im Wartezimmer des Krankenhauses gesessen zu haben??

Aber es sagt auch alles über diese Gegend aus. 

Und da schleicht sich natürlich auch der Gedanke ein, wie Keimfrei und sauber hier wohl alles ist. Aber gut, man versucht da einfach nicht viel weiter drüber nachzudenken und hofft das beste. 

 

Die Ärzte und die Krankenschwestern können kein Wort Englisch. Sie versuchen uns irgendwas zu fragen aber es gelingt uns nicht uns zu verständigen. Manchmal habe ich das Gefühl, dass sie denken, dass ich aufgrund meines asiatischen Touches ihre Sprache sprechen könnte. Doch auch beim vierten Mal das Handy mit laotischen Schriftzeichen mir unter die Nase zu halten hilft der Verständigung nur so mäßig. Und unsere Geduld wird etwas auf die Probe gestellt. 

 

Quentin wird schließlich mit zwei Stichen genäht, Wunden gesäubert und zahlt dafür 100000 Kip, also zehn Euro.

 

Nach all der Aufregung brauchen wir etwas Stärkung und suchen vergeblich ein Restaurant, aber hier ist nichts los und es ist super warm, richtig heiß heute mal wieder. Die Landschaft hat nicht viel zu bieten und auch die Dörfer sind hier etwas einfacher, nicht wirklich ärmlich aber einfach nichts los. Billige Snacks zu finden ist kein Problem aber was richtiges um den Hunger zu stillen….gelingt uns dann aber nach mehreren Anläufen.

 

Dann schließlich bringen wir die letzten Kilometer zurück nach Thakhek hinter uns. Ja die Luft ist bisschen raus. Alles sind müde. Und Gruppenausflüge anstrengender als sonst. Hier muss sich wohl jeder an seine eigenen Nase packen. Leute zu treffen ist immer nett aber oftmals ist es auch genauso nett diese nach paar Tagen wieder zu verabschieden und alleine weiter zu reisen etwas unkomplizierter als zu mehreren.  

Alle außer wir fahren heute schon weiter.

Wir verbleiben noch eine Nacht in dem furchtbaren Guesthouse vom Beginn, jedoch diesmal mit bisschen Upgrade, wenn auch hier bisschen Schimmel an der Decke auf uns wartet. Aber immerhin funktioniert die Klimaanlage, sodass etwas mehr Schlaf als vor drei Tagen drin ist. Richi macht noch eine "Probefahrt" mit einem Motorrad, wohlwissend dass wir es nicht kaufen werden und dreht noch seine Runden mit einem richtigen Motorrad durch Thakhek.

 

 

Fazit vom Thakhek Loop:

 

Die Landschaft einmalig. Die Berge, Felder, diese Weite. Die Menschen auf dem Land zu treffen. Fern ab von den Touristenstädten das Leben zu sehen. Die Häuser, die arbeitenden Menschen auf dem Land in der Ruhe.

Wir haben das Gefühl hier dem eigentlichen Laos etwas näher gekommen zu sein. Auch wenn wir uns auch hier auf der Hauptroute der meisten Touristen befinden.

 

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0