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Kaffee, Kaffee, Kaffee, Kaffee in Laos

Unser erster Halt auf unserem Loop ist ein Homestay und Café auf der Kaffeeplantage von Mr. Vieng.

Es ist ein Familienbetrieb, der schon seit mehreren Jahren nun eine biologische Kaffeeplantage besitzt und Kaffee produziert.

Als wir ankommen startet die letzte Führung über die Plantage für heute, was ein Timing heute mal wieder.

 

Mr. Vieng ist ein witziger Typ vielleicht mitte dreißig, spricht gutes laotisches Englisch und gibt uns eine kurze knackige Führung voller interessanter Infos.

Und wir zwei Kaffeliebhaber lernen endlich mal richtig was Kaffee ausmacht, wie er gewonnen und hergestellt wird. Wir sind voll dabei. 

- Arten von Kaffee - 

 

Mr. Vieng baut drei Arten von Kaffee an. Robusta, Arabica und Liberica.

 

Robusta ist die einfachste Art Kaffeebohnen anzubauen.
Arabica ist etwas schwieriger, da sie anspruchsvoller ist in Bezug auf die Sonneneinstrahlung, Temperatur und Wasserbedarf. Arabicabohnen kann er nur in der Regenzeit relativ einfach wachsen lassen, da er nicht ständig nach der Wasserversorgung schauen muss.

 

Liberica ist die größte und anspruchsvollste Pflanze. Sie wächst über Jahre hinweg zu einem richtigen Baum und braucht sehr viel Platz/ Raum gerade weil sie so groß ist, daher ist sie nicht so einfach anzubauen.

 

Der Baum hat nur eine Erntezeit von 20 Jahren, danach wird der Ertrag und die Qualität der Bohnen nicht mehr so gut, dann schneidet man den Baum einfach etwa 50 cm über dem Boden ab. Und aus dem Stamm wächst dann ein neuer Baum mit wieder guten Früchten. Das hingegen ist wirklich eine sehr einfach Art zur Erneuerung. 

- Wissenswertes über die Kaffeepflanze-

 

Eine Kaffeepflanze braucht 3 Jahre bis man ihre Früchte das erste Mal ernten kann.

Zuerst blühen die Kaffeepflanzen und danach wachsen die Bohnen. Zuerst sind sie grün und werden dann rot. Wenn sie rot sind, dann kann man sie ernten. Für richtig guten Kaffee trennt man die roten von den grünen Bohnen. Denn nur die roten geben den guten Kaffee ab.

 

Sortiert man sie nicht, so gibt es Nescafé :D Das sagt schon was über diese Art von Kaffee aus oder?!

 

 

Die Bohnen haben übrigens auch ein Geschlecht. Der Unterschied liegt darin, dass sich in weiblichen Bohnen zwei Kaffeekerne befinden und in der männlichen nur eine. Die männlichen sind wesentlich intensiver und die weiblichen etwas schwächer in ihrem Aroma. Aber man mischt diese beiden Bohnen, denn nur männliche wären zu stark für jeden Kaffeeliebhaber.

- Die eigentliche Bohne liegt in der Bohne - 

 

Die Bohnen haben also eine Schale und diese muss entfernt werden, um an die eigentliche Kaffeebohne zu gelangen, diese werden dann getrocknet und schließlich geröstet. Bis zu 200 Grad und die Länge variiert je nach Art. Also haben Arabica, Robusta und Liberica jeweils eine andere Röstlänge und Temperatur.

 

Mr. Vieng baut nur biologischen Kaffee an, das heißt er benutzt keinen Dünger und keine Chemikalien, daher gibt es viele Ameisen und Termiten auf seinem Grundstück, was manchmal recht nervig ist. Denn Mr. Vieng muss versuchen seine Pflanzen vor diesen zu schützen, um weiterhin gute Erträge zu erzielen. Und natürlich sind seine Erträge der Kaffeepflanzen geringer als die jener, welche gedüngt werden. Kaffeepflanzen die mit Chemikalien gedüngt werden oder weitere Stoffe hinzugesetzt bekommen, können das dreifache der Ertragsmenge hingegen der biologischen Anbaus erbringen. Das ist schon erstaunlich.

 

 

Aber die Nachfrage nach biologischen Kaffee steigt immer mehr und daher bleibt er stets bei der ökologischen Variante. 

Auswirkung des ökologischen Anbaus "Ungeziefer", dass wie Essig schmeckt!! 

Kaffeeröstung: Je nach Art werden die Bohnen unterschiedlich heiß und lange geröstet

Liberica Kaffee


- Rund um das Jahr ist was zu tun -

 

Also es gibt viel zu erzählen und zu wissen über Kaffee. Und es war wirklich interessant und wirklich witzig.

 

Die Kaffeesaison ist nur von November bis April. Also so langsam ist keine Saison mehr.

 

Aber das heißt nicht, dass den Rest des Jahres hier nichts mehr angebaut wird oder man von den Ernten des Kaffees alleine überleben könnte.

 

Nein auch den Rest des Jahres über haben Mr. Vieng und seine Familie viel zu tun.

 

Die restlichen Monate des Jahre nutzt er um Obst anzubauen, wie Ananas, Jackfruit oder Erdnüsse.

Einen Großteil seiner Plantagen bepflanzt er auch mit Manjok. Es ist sehr beliebt in Thailand, vor allem wegen der Weiterverarbeitung als Material und Textil.

 

Und beim weiteren Durchstreifen seiner Plantage sehen wir einen riesigen Baum, dessen Blüten wie Baumwolle aussehen und sich auch so anfühlt.

Es ist auch eine Art der Baumwollpflanzen, aber eben keine Baumwolle und man kann sehr ähnliches Material hieraus viel effizienter gewinnen. Der Name dieses Baumes konnten wir uns aber leider nicht merken.

 

Also man sieht, er hat stets viel zu tun.

 

- Und wie dieser frische Kaffee schmeckt!!!!-

 

Und wieder am Haupthaus zurück können wir uns unter ein Holzdach setzten und einen herrlichen Kaffee genießen.

Der Geschmack ist mild intensiv, aber kaum eine Spur von Bitterkeit zu schmecken. Wirklich toller Kaffee im Vergleich zu den Gebräuen die wir hauptsächlich zu schmecken bekommen haben. Aber auch nicht so intensiv und stark wie wir gedacht hätten, wie wir plantagenfrischen Kaffee erwartet hätten.

 

Nebenbei können wir auch noch seine gerösteten Erdnüsse probieren und sind glückselig und beeindruckt wie viel wir doch heute wieder gelernt haben und erleben durften.  

 

Diese Führung und Verführung unseres Gaumens war ein gelungener Start für unser Bolaven Abenteuer.

 

 


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