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Laos' Bolaven Plateau Loop

- Busfahrt auf Laotisch - 

 

Um zu unserem nächsten Zeil zu kommen, nämlich Pakse oder besser gesagt dem Loop über das Bolavenplateau nehmen wir einen Bus von Thakhek nach Pakse. Es ist ein Bus mit dem hauptsächlich Einheimische fahren. Als wir einsteigen ist alles geordnet und jeder hat einen Sitzplatz. Während der Strecke hält der Bus immer wieder an und lässt Passagiere immer wieder zu- und aussteigen, die einfach am Straßenrand stehen und winken. So läuft der „normale“ Busverkehr hier. Aber es wird deutlich voller und als schon wirklich alle Sitzplätze doppelt und dreifach belegt sind, steigen immer noch welche hinzu. Da fragen wir uns, wohin mit all den Menschen?

 

Und gerade gedacht, kommt der Mann, der auch die Fahrscheine verkauft, mit einem Dutzend Plastikhockern an.

Die werden ruckzuck den Gang entlang aufgestellt und schwupp schon sind wieder 30 Sitzplätze geschaffen. Wenn jemand aussteigen möchte ist das zwar ein Durcheinander und die aussteigenden Personen fallen fast über die Stühle, die einfach den kompletten Gang versperren, aber jeder hat einen „Sitzplatz“. Wir haben noch nie so einen eng gepackten Bus gesehen. Ein bisschen sind wir froh, dass wir relativ gemütlich sitzen, auch wenn wir fast mit dem Sitz verschmelzen, weil es so warm ist und durch die Menschenmengen die Wärme nochmal zusätzlich anfeuert. Nicht nur die Wärme ist etwas anstrengend, auch die Gerüche hier sind etwas gewöhnungsbedürftig. Hier mischt sich so allerhand von Schweiß durch die Wärme, länger keine Dusche gesehen bis hin zu ein paar Essensgerüchen…ja für Melinas zimperliche Nase eine Herausforderung.

Ihr fragt euch vielleicht woher denn diese Essengerüche kommen. Klar mal ein Sandwich auf der Reise eingepackt zu haben wäre ja keine Kunst und würde nur so mäßigen Geruch erzeugen. Aber hier kommt das frisch gekochte oder gar gebratene Essen quasi zum Fenster herein geflogen.

Bei jedem Halt, den der Bus am Straßenrand oder im nächsten Dorf macht, kommt jedes Mal eine Horde Frauen, bepackt mit Essen an oder in den Bus gerannt. Sie sind beladen mit allem. Mit Tüten an mundgerecht geschnitten Früchten, Reis in Tüten gepackt, dazu irgendwas anderes in Tüten gepackt, vermutlich Fleisch, Mango mit Sticky Rice und was nicht noch alles. 

- Tanzende Enten - 

 

Am besten haben uns aber die auf Spießen gegrillten Enten, die bei den Stopps in Scharen immer vor den Busfenstern tanzen, gefallen. Der Bus ist bekanntlich etwas höher gelegen und nur die aufgespießten Enten ragen so hoch, deswegen sieht es so aus also ob diese gebratenen Enten vor den Fenstern tanzen. Und währenddessen hört man dann ein Klopfen und Trommeln gegen die Bus-Wand oder „Duck, Duck!!!“ Rufe. Diesen Anblick werden wir wohl nicht vergessen. Und tatsächlich viele Einheimische greifen hier zu. Das Geschäft wird schnell über das Fenster abgehandelt, denn der Bus hält nicht länger als wenige Minuten.

 

Aber das geschieht hier jeden Tag, das ist die Art und Weise wie hier eine Art Wirtschaftszweig ausgearbeitet wird, viele Arbeitsplätze erschafft und die Möglichkeit darbietet, möglichst viele Menschen in einem Schwung zu transportieren und effizient mit Essen zu versorgen.

In Pakse angekommen sind wir dann doch auch froh auszusteigen und ein bisschen frische Luft zu bekommen. Da wir aber wie so oft 10 Kilometer vor der Stadt abgesetzt werden, müssen wir von hier nochmal eine Art größeres Tuk Tuk nehmen. Und alle und alles was in die Stadt muss, wird hier eingeladen. Das Tuk Tuk ist schon längst voll, da sollen noch weitere 4 Personen rein unter anderem wir.

Unsere Backpacks werden auf das Dach geschmissen, und ach was festmachen ist eh überbewertet. Eine andere Frau und ich werden irgendwie noch gerade auf die letzten freien Zentimeter der Sitzbank gequetscht und Richi und ein anderer Mann dürfen draußen auf zwei kleinen Tretgittern stehen. Ja ganze 10 Kilometer lang. Aber so werden alle in die Stadt gebracht und keiner muss länger warten als nötig, das denke ich nennt man Effizienz. Die zwei da draußen hatten auch sicherlich den bestbelüftetsten Platz, doch als dann der Regen anfing war dieser Platz auch nicht mehr wirklich die Königsklasse. Aber sie sind ja nicht aus Zucker und es war ja sicherlich eine gelungene Abkühlung?!

- Laotischer Markt - 

 

Und endlich sind wir dann auch im Hotel in Pakse angekommen, können ein riesiges Hotelzimmer für eigentlich vier Personen zum Spottpreis beziehen.

 

Die nächsten Tage planen wir unseren nächsten Motorbiketrip. Pakse hat nicht viel zu bieten außer, dass man halt den Bolaven Plateau Loop von hier aus startet. Aber wir genießen es auch mal zwischendrin fast nichts zu machen.

 

Dann geht es nach etwas Vorplanung los auf den Bolaven Plateau Loop.  

Bei einem laotische-belgischen Motorbikeverleih mieten wir unseren fahrbaren Untersatz und wissen jetzt noch nicht, was für ein Glück und was für nette und freundliche Menschen hier arbeiten, die uns noch tatkräftig unterstützen werden.

 

Weil so allmählich die Regenzeit beginnt und ich auf dem Weg von Chiang Mai nach Laos meine Regenjacke verloren habe, wollten wir auf dem großen Morning Market kurz vor der Stadt nach einem Regencape schauen. Wir finden alles, nur keine Regenjacke oder eine Regencape. Hemden in allen Formen und Farben, Kleider Hosen, Unterwäsche, Schwimmringe, Plantschbecken, Schreibwaren, Kosmetikwaren, Werkzeug, Massen an Obst, Gemüse, Gebäck und natürlich Fleisch und Fisch.

Bei sicherlich 38-40°C findet der Markt unter riesigen gespannten Planen und Hallen statt.

Die Luft steht, es ist stickig, ob draußen, ob drinnen. Das Fleisch liegt auf endlosen Tischen verteilt, die laotischen Frauen bearbeiten es fleißig, es wird gehackt, gehämmert, eingetütet. Doch der Geruch nach kaltem Blut und einfach warmen Fleisch erzeugt, dass der Magen sich zusammenzieht und der Rachen sich kontrahiert. Da vergeht einem wirklich aller Appetit.

 

Stände reihen sich aneinander, durch enge Gänge kann man sich zwischen den Ständen umherschlägeln. Es gibt Abschnitte, in denen es nur einer Sorte der „Läden“ oder nur eine Produktpalette gibt. Von denen bis zu 30 Stück pro Art. Und es türmen sich die Waren die Wände hoch und in die Gänge hinein. Wir fragen uns wer das denn alles kaufen soll, woher und warum sie überhaupt die Massen an Waren haben. Hunderte Sorten Shampoos, Cremes, riesige Kekspackungen, T-Shirts über T-Shirts. Und das an jedem Stand. Und dazu fast nichts los.

 

Bei den Lebensmitteln ist das Treiben größer und die Waren teilweise etwas in geringeren Mengen vorhanden.

 

Doch auch das Obst stapelt sich wie die Pyramiden von Gizeh hoch. Das ist total schön anzusehen, doch wer soll das alles kaufen?

Wie frisch ist es überhaupt?

Die Frische kann man bei den Fischen hingegen lebhaft sehen. Ein paar schwimmen in einem Bottich herum, doch an den meisten Fischständen liegen die Fische auf Zeitung oder Plastiktüten ausgebreitet auf dem Boden. Und wenn man länger einen Blick drauf wirfst sieht man, wie der ein oder andere Fisch mit der Flosse schlägt oder die Kiemen hebt. Es ist ein wirklich grausamer Anblick, die Fische verelenden einfach auf dem Boden und sterben langsam in der Hitze und an der Luft vor sich hin. Grausam, mir wird schon wieder richtig schlecht und ich kann auch gar nicht lange hingucken.
Was soll man machen, man ist so hilflos, man kann den Menschen hier nicht vermitteln, dass diese Tiere eine Würde haben, dass sie leiden und man sie ja gerne Essen und verkaufen kann, doch müssen sie so vor sich hinsterben?

Aber wenn man hier so durch geht weiß man, man hat keine Chance, man kann dieses Denken, diese Kultur nicht ändern. Wir leben und kommen aus zwei verschiedenen Welten.

Es ist bitter.

 

Wir gehen also etwas abgeschlagen weiter. Es ist kein neuer Anblick, auch in Thailand auf den Märkten für die Einheimischen wurde der Fisch so verkauft.

 

Unser Resümee mal wieder: wir werden keinen Fisch essen.
Und auch bei dem Geruch des Fleisches, werde ich versuchen wieder komplett auf vegetarische Kost umzuschwingen, was ich die letzten Wochen teilweise vernachlässigt habe.

 

Dann geht es auf das Motorbike und nun wollen wir mal ein paar Kilometer fahren.

 

Viel gibt es auf dem ersten Streckenabschnitt nicht zu sehen, nur einen Wasserfall, der wohl gern angesehen wird, jedoch 50000 LKP pro Person Eintritt kostet und es - laut Aussage unseres Motorbikevermieters - nicht wert ist.

 

 

Also fahren wir dran vorbei. 

- Laotischer Kaffee - 

Unser nächster Stop ist ein Homestay und Café direkt an der privaten Kaffeeplantage von Mr. Vieng.

Es ist ein Familienbetrieb, der schon seit mehreren Jahren eine biologische Kaffeplantage besitzt und Kaffee produziert.

Als wir ankommen startet die letzte Führung über die Plantage für heute. Was ein Glück.

 

Diese Führung ist einmalig, wir können in den Anbau, der Produktion und den Verkauf von Kaffee und dem landwirtschaftlichen Leben und Arbeit eintauchen und erhalten so viele Infos. Für alle die mehr hierüber lesen möchten,  geht es hier zu einem eigenen Artikel.

 

 

Nach der spannenden und lehrreichen Führung geht es für uns weiter.  Je weiter man fährt, desto mehr verändert sich die Umgebung bemerken wir schnell.

Es wird weniger städtisch.

Häuser reihen sich der Straße entlang.

Es sind einfacherer Häuser, Holzhäuser. Ein großer Teil schon in die Jahre gekommen. Müll häuft sich in den Vorgärten, als ob es das normalste der Welt ist, es einfach hinzugehört Müll in den Vorgarten zu werfen wie wir im Frühling Blumen sähen.

 

Aber auch hier verändert sich etwas, es wird viel gebaut. Weg von den Holzhäusern hin zu massiveren Stein- oder Betonhäusern.

 

Und was noch mehr auffällt sind die vereinzelten riesigen Prachtbauten, direkt neben einem halb verfallenen, so gerade noch auf Stelzen stehenden Holzhaus. Wie diese Gegensätze so dicht beieinander sein können oder warum, ist mir ein bisschen schleierhaft.

 

Aber es ist schön hier. Eine Weite erstreckt sich um uns. Die riesigen Berge im Hintergrund sind mal wieder einmalig und die endlosen geraden Straßen lassen das Gefühl aufkommen wirklich ins Endlose zu fahren.

 

- Tad Lo, erster Schlafplatz - 

 

Tad Lo ist unser erster Zielort. 

Ein kleines verschlafenes Dörfchen, in dem eigentlich jeder Touri während des Loops unterkommt, doch so wirkt es zunächst nicht. Klar sind hier und da Gasthäuser, doch sonst sieht hier alles sehr einheimisch und wenig touristisch aus.

 

Wir kommen bei Mama Pap unter, einem alten und bekannten Homestay, das uns Yves, der Belgier des Motorbikeverleihs, empfohlen hat.

Über dem Wohnbereich der Familie sind 10 – 15 Matratzen auf dem Dachboden ausgelegt. Jedes mit eigenem Moskitonetz und Vorhang versehen. Also ein riesiger Dorm. Die Nacht kostet uns hier nur 25000 KIP das sind gerade mal 2,50€. Und die Bewertungen sind überragend. Also wagen wir es. Es ist alles sehr einfach und teilweise alt und dreckig, doch die Gastgeber sehr nett. Bad und Toilette teilen wir uns mit den Besitzern. Sie schlafen und wohnen im Erdgeschoss. Zusätzlich haben sie ein Restaurant quasi in ihrem Wohnzimmer.

Also sind Wohnzimmer, Arbeitsplatz und Schlafplatz alles an einem Ort.

Ein sehr eindrücklicher Ort.

Schlafen für 2,50€ im Guesthouse von Mama Pap in Tad Lo

Tad Lo Wasserfall

Unsere Gastgeberin Mama Pap und Jeremie


Tad Lo ist auch bekannt für das Elefanten Baden. Das wollen wir uns auch nicht entgehen lassen.

Unser Gastgeber sagt uns, dass wir nur zum Wasserfall hinauf müssen und dort würden wir dann die Elefanten baden sehen. Doch am Wasserfall ist es so steinig und wenig Platz zum Baden, dass uns der Ort etwas seltsam vorkommt. Aber der Anblick ist toll. Zumal die Einheimischen sich hier versammeln und sich auch von der Hitze abkühlen wollen und in den Fluss springen.

Es scheint der Treffpunkt für die jungen Leute zu sein.

 

Wir kraxeln also ein bisschen umher, gehen den Wasserfall mal rauf. Hier ist eine Art Resort und wir können uns vorstellen, dass das Baden hier stattfindet. Das Wasser ist wesentlich zugänglicher und größere Schwimmbereiche.

 

Und tatsächlich. Gerade als wir die letzten Stufen und Steine hinaufnehmen, sehen wir von weitem einen Elefanten zwischen den Bäumen hervorkommen, dahinter ein zweiter. Auf beiden zwei Laoten, die die Elefanten reiten.

 

 

Und dann geht’s auch zum Baden, wir haben hier alles für euch festgehalten.

Nach dem die Elefanten mit den Flipflops der Reiter abgerubbelt worden sind dürfen sie auch noch alleine weiter plantschen, scheinen jedoch nicht so in der Laune zu sein, denn schon bald gehen sie zum Ufer zurück.

 

Wir sind noch keinem Elefanten so nah gekommen, das war schon beeindruckend so mächtige Tiere aus dieser Nähe zu sehen. Doch uns ist bewusst, dass auch diese Elefanten kein glückliches und freies Leben leben und dass auch sie vermutlich mit harten Maßnahmen so friedlich und gehörig gemacht worden sind. Denn kein Elefant auf der Welt würde so friedlich zwischen Menschen sein, wir vergessen oft, dass es sich eigentlich um wilde Tiere handelt.

Daher betrachten wir diese Begegnung auch mit einem etwas befremdlichen Gefühl.

 

In unserem Homestay treffen wir Jeremie einen Franzosen, aus der Nähe von Straßburg. Wie klein die Welt doch ist. Mit ihm werden wir die nächsten Tage das Bolaven Plateau unsicher machen.

 

 

Von den Besitzern des Homestays werden wir am nächsten Morgen zum Frühstück eingeladen, richtig traditionell laotisches Essen: Fischsuppe und Fischlaap und Sticky Rice. So ganz trauen wir uns aber nicht, da es nicht so viel aussieht und wir auch deutlich Respekt vor dem Fisch hier haben. 

Nach dieser wirklich netten Geste brechen wir aber auf, denn der Loop hat ja gerade erst gestartet. Unser erster Halt für heute ist ein Wasserfall inklusive Lookout, wo wir aber von Mücken attackiert werden, innerhalb weniger Sekunden haben wir schon mehrere Stiche, grauenhaft, ich werde fast verrückt und würde am liebsten nur rennen und um mich rumschlagen aber dafür ist es eindeutig zu warm.

Die Aussicht über die Umgebung auf den hohen Wasserfall ist unglaublich und irgendwo lohnt es sich ein paar Sticke dafür einkassiert zu haben.

 

- Katu - indigenes Volk Laos - 

Dann geht es weiter zu einem traditionellen Volk, die in einem Dorf nahe Tad Lo leben jedoch recht autonom leben und einer strenge Kultur verfolgen, die Katu Ethnie.

 

 

Dieses Erlebnis war so spannend und prägend, dass wir euch zu unseren Abenteuern mit Captain Hook hier in einem eigenen Artikel ganz intensiv mal in die Welt der Katu mitnehmen. 

Nach diesem aufregenden Tag kommen wir am Abend in Sekong an. Nach einer kleine Suche nach einem Guesthouse in diesem wenig touristischen Ort finden wir fast einen Palast. Beim Eintreten befindet man sich in einer riesigen Eingangshalle mit großem Kronleuchter und geschwungener Holztreppe.

Unsere Motorbikes stellen wir hier sogar unter und mit denen könnten wir hier wohl locker ein paar Runden drehen :D 

- Wasserfälle wie im Paradies - 

 

In den nächsten Tagen folgen bzw. beginnt unsere Tour der Wasserfälle.

Der Tad Faek ist der erste und liegt in einem Waldstück leicht versteckt, es ist sehr schön natürlich hier. Ein paar kleine Häuser in dem sich auch ein Kiosk befindet, am Ufer des Flusses kleine Pavillions unter denen die Einheimischen Sitzen, Essen, Trinken das Wochenende genießen.

 

- Laotisches Wochenende- 

 

Es ist kein großer oder hoher Wasserfall aber relativ breit und mal wieder beliebter Ausflugspunkt der Einheimischen. Über den Wasserfall sagt man, dass man hier nicht schwimmen sollte, denn es gibt hier Fische die wohl schon dem ein oder anderen Touri ein Stück vom Zeh abgebissen haben. Obwohl die Wärme und der Anblick des Wasserfalls wirklich verlockend sind widerstehen wir.

 

Auf den ersten Blick sehen wir auch nur wenige Menschen baden, doch ein paar Einheimische Duschen sich sogar im Wasserfall. Also dann das mit dem Zeh ja nicht stimmen, oder es hat sich ein anderer Fisch verirrt gehabt oder es war einfach wahnsinniger Hunger?

Im Fluss unter dem Wasserfall schwimmen jedoch ganz viele Leute, besonders viele Kinder. Das ist wirklich ein schöner Anblick, Wochenende in Laos und alle gehen raus, schwimmen, Essen gemeinsam.  

Jeremy möchte eigentlich die Gegend etwas erkunden, doch wird schon nach paar Metern von einer Gruppe Einheimischer zum Biertrinken und Essen eingeladen, die kurz darauf auch uns hinzubitten. Jeremie hat einfach diese offene, neugierige Art und findet überall und zu jedem schnell Zugang und Aufmerksamkeit.

 

Es ist ein heiteres Zusammensitzen und sie finden uns Ausländer einfach Spitze, es werden 100.000 Fotos gemacht und schließlich müssen auch wir ein Lied singen und sie sind so begeistert, man fühlt sich fast wie ein Star. Dazu muss man sagen, Laoten singen die ganze Zeit egal wo und wann, da gehört es dazu oder ist es einfach ein Muss ihnen gleich zu tun, bzw somit erweist man ihnen glaube ich eine große Ehre. 

Tad Faek - Laoten verbringen ihr Wochenende mit Bier, Essen und Karaoke


- Ein Platten, was machen?! - 

Dann verabschieden sich bald die Laoten und wir wollen auch noch weiter ohne einen Schwipps zu haben.  Zudem wartet auf uns noch eine spannende Strecke, die Straße, die folgt, soll angeblich sehr gefährlich sein. Man sagt sich, dass diverse Motorbikes geraubt worden sind, dass Menschen mit Macheten bedroht und ausgeraubt worden sind. Aber dennoch es hält die Touristen nicht von diesem Ausflug ab, denn der Wasserfall soll wunderschön sein. Wir sind gespannt, aber auch sehr angespannt.

 

Also auf die Motorbikes. Kurz darauf haben wir allerdings schon wieder einen Platten, den zweiten bereits auf dieser Fahrt. Also heißt es zur nächsten Werkstatt. Wir sind heilfroh, dass die nächste Werkstatt nicht weit weg ist und wir nicht wieder zwei Kilometer in der brüllenden Hitze schieben müssen. Denn selbst während der Fahrt ist es auch unglaublich heiß und der Fahrtwind bringt kaum Abkühlung.

 

Der Schlauch wird diesmal komplett gewechselt, er ist durchsiebt von kleinen Metallsplittern welche die LKWs hier durch ihre Bremsen verlieren. 

Dann geht es weiter. Der Weg ist nicht so einfach und wir verpassen vermutlich die Abfahrt, denn wir fahren und fahren und finden die Straße nicht. Schließlich drehen wir um und gelangen von der anderen Seite über eine ordentlich buckelige 12 km lange Straße zum Wasserfall Tad Tayicsua, die alles von Hintern und Wirbelsäule fordert. Aber all der Schmerz und bleibende Rückenschäden lohnen sich in jedem Fall für diesen schönen abgelegenen Wasserfall.

 

 

 

Aussicht auf den Tad Tayicsua, die Fahrt hat sich gelohnt

Fahrt in den Sonnenuntergang auf dem Weg nach Paksong

Um dem ganzen näher zu kommen müssen wir eine Bambusleiter runter klettern

Das Müllsystem sieht hier wohl anders aus - einfach eine einsame Straße runterfahren, Müll abladen. Aus den Augen aus dem Sinn

Personentransport in Laos


Und schließlich am letzten Tag unseres Bolaven Loops starten wir mit einem richtig guten Kaffee der Gegend.

Und unsere Wasserfalltour geht weiter. Wir haben so viele Wasserfälle gesehen, dass es manchmal sogar schwer ist sich schon eine Stunde später zu erinnern wo man eigentlich war.

 

Tad Yuang ist der erste. Er ist richtig gut angeschlossen. Unmengen an Touris, teure Restaurants und Souvenirgeschäfte daneben. Aber er ist wirklich beindruckend.

Wir lassen uns auf den Steinen nieder und genießen die leichte Brise, die von dem Wasserfall her weht, das ist eine sehr wohltuende Abkühlung nach dem ganzen Treppensteigen hier. Eigentlich ist es auch total verlockend mal hier rein zu springen, aber da keiner um uns herum das tun würde, trauen wir uns auch nicht so richtig, zudem sitzt uns heute die Zeit wieder im Nacken.

 

 

Tad Yuang Wasserfall - eine leichte Briese wehte uns um die Nase - herrlich erfrischend


Dann geht es auch weiter zum Tad Fan, dem höchsten Wasserfall von Laos.

Und er ist wirklich wahnsinnig hoch. Wir sind zwar noch hunderte Meter von ihm entfernt, doch über die Schlucht hinweg hört man das Wasser schon von weitem Rauschen. Die Berge drum herum haben eine Rundung gebildet und somit sieht es fast so aus, als ob der Wasserfall in einen halben Brunnen fließen würde.

 

In 300 Meter Höhe kann man von hier aus über eine Zipline zum Wasserfall fliegen, uns ist es jedoch etwas unheimlich und vor allem zu teuer. Zwei Amerikaner wagen es und wir können alleine beim beim Zugucken schon etwas Thrill verspüren. 

Tad Fan Wasserfall - der Pfeil zeigt auf den Endpunkt der Zipline

Weg zum Tad Champee


- Ein einzigartiges drei Tage Abenteuer geht zu Ende - 

Und der letzte Wasserfall für heute, an dem wir endlich mal schwimmen können ist der Tad Champee.

Er liegt ruhiger als die anderen, ist kleiner aber schön wie im Paradies. Hier können wir uns gut abkühlen und richtig schwimmen, endlich, da haben wir drauf gewartet, seit der Abfahrt in Pakse.

 

Der Tag neigt sich wieder mal wieder viel zu schnell den Nachmittagsstunden zu und wir wollen/ müssen noch nach Pakse, bzw Champasak, südlich von Pakse und Jeremie heute noch Richtung Thakek.

 

 

Die letzten 50km lassen wir nochmal den Fahrtwind unsere perfekten Frisuren zerwüsten…hahaha.

In Pakse verabschieden wir uns von Jeremie, er war ein angenehmer Reisepartner und von ihm konnten wir lernen, dass man nur wenig scheu vor den Einheimischen haben braucht und das man je aufgeschlossener man ist auch viel besser in ihre Welt kommt.

 

 

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