Vietnam - Turbulenter Start

Abflug von Bangkok nach Ho Chi Minh.

Das Flugzeug ist wider erwarten recht voll.

Und da wir 1,5h Verspätung haben, ist das Personal etwas in Eile und wir müssen zügig unsere Sitze einnehmen. Nach der üblichen Sicherheitseinweisung oder wie das heißt, geht’s dann auch los.

Wir heben ab.

 

Nach kurzer Zeit merken wir, dass es nicht so richtig rauf geht. Für gewöhnlich braucht man ja nur wenige Minuten bis man eine Höhe über den Wolken erreicht hat und die Anschnallzeichen ausgehen.

Aber es dauert und dauert. Und dann fängt es an zu ruckeln. Und es wird immer schlimmer.

Um uns herum sind nur graue Wolken.

Und es ruckelt immer weiter. So stark, dass man sich am vorderen Sitz sogar festhalten muss.

Bis jetzt war ich eigentlich eine Person, die gerne fliegt. Aber das verdirbt einem gerade alles.

Ich habe echt etwas Angst.

 

Schaut mal in das Video rein, das sagt vermutlich mehr als 1000 Worte :D

Man kann das Gefühl wirklich ganz schwer beschreiben.

Irgendwie fühlt man sich absolut hilflos.

 

Merkt wie das Wetter dieses Flugzeug im Griff hat und man hofft nur, dass es bald vorbei ist oder das man landet oder dass es einfach bloß nicht abstürzt. Aber das es bitte doch einfach aufhört. Und man bitte, bitte nicht stirbt, nicht in einem Flugzeug, dass doch eigentlich zu den sichersten Transportmitteln gehört.

 

 

Irgendwann wird es dann auch etwas ruhiger und man kann wieder bisschen entspannter durchatmen und wir können sogar ein paar Sonnenstrahlen am Horizont erhaschen. (Die man auch als Metapher unserer Erleichterung deuten könnte)

 

Und dann sind wir auch schon fast da.

Ouh man, wir können euch sagen, das war ein Flug. Kurz, knackig und dennoch der schlimmste bisher.

Ich hoffe doch sehr, dass das kein Omen für den Anfang von Vietnam war.

Flug von Bangkok nach Ho Chi Minh, wenn Bilder (Videos) mehr als tausend Worte sagen #MelinasBlick

- Endlich am Boden -

 

Vietnam. Ich bin wirklich gespannt.

 

Man hört so vieles, das so vieles so schön sein soll.

Ich habe irgendwie keine richtige Vorstellung von Vietnam aber das ist auch gut so, denn bisher hat es sich immer als absolut positiv herausgestellt, dass man ohne Erwartungen auch nicht enttäuscht werden kann.

 

Vom Flughafen bestellen wir uns ein Grab (wie Uber) in die Stadt. Wir haben auch schon ein Zimmer gebucht, es war aber sehr, sehr günstig von daher sind wir mal gespannt.

 

Wir könnten sicherlich auch günstiger in die Stadt kommen, doch ich bin noch nicht richtig fit und mit dem Gepäck immer das Hin und Her, ist einfach zu viel Stress. Richi ist aktuell eh schon mehr Packesel als sonst.

Irgendwann wird sicherlich die Zeit kommen in der wir dann auch wieder richtige Backpacker sind und jeder wieder seine eigene Lasten tragen kann. 

-Verrückter Verkehr in Vietnam-

 

Bei der Taxifahrt können wir schon sehen, wie voll und verrückt der vietnamesische Verkehr ist. Und wirklich, alles was wir bis jetzt gesehen haben, ist nichts dagegen. Dass nicht jede zehn Sekunden ein Unfall passiert ist wirklich ein Wunder. Es ist so unendlich viel los auf den Straßen. Es gibt so viele Roller und Mopeds, an einer roten Ampel sicherlich mehr als hundert. Und wenn die Ampel auf grün springt, dann bewegt sich eine Masse an Rollerfahrern, wie eine Horde Ameisen. Und jeder versucht der erste zu sein, damit man ja am meisten Platz hat und bloß seine Richtung nehmen kann, die man will, und nicht die der 99 anderen. Dazwischen dann noch Autos, LKW und Fahrradfahrer. Und alles hat seinen Fluss sie kommen nicht aneinander, keine Kollision, aber wie fragt man sich da?! Vor allem in einer Geschwindigkeit bewegt sich alles, nicht in einer Gemütlichkeit. Nein es ist wirklich wie tausende hektische Ameisen die hin und her irren.

Wir haben ja schon einige Verkehre gesehen. Nepal, Thailand, Laos. Aber hier dieses geordnete Durcheinander, das toppt alles.

Und wir haben jetzt schon, nur vom Zusehen ungemeinen Respekt davor hier mal mit dem Roller selber unterwegs zu sein.

Und dann werden wir mitten auf DER Touristenstraße in Saigon rausgelassen. Hier ist ein buntes Treiben, alles blinkt, unzählige Restaurants.

 

 

-Willkommen....äh in der Besenkammer -

 

Und irgendwo dazwischen ist eine kleine, wirklich winzige Gasse, durch die wir teilweise so gerade mit unseren dicken Backpacks durchpassen, in der unser heutiger Schlafplatz ist.

Also Platzangst darf man nicht haben, und wenn dann noch ein Roller entgegengedüst kommst, herzlichen Glückwunsch, da kann man beten, dass der nächste Hauseingang einem mal kurz etwas mehr Platz gibt als die 30 Zentimeter der Gasse. Ansonsten wird es kuschelig mit dem Roller bis kratzig mit der nächsten Hauswand.

 

Nach einem Hin und Her, weil unser eigentliches Hotel ausgebucht ist und wir im Nachbar "Hotel" einchecken, erreichen wir dann unser Zimmer.

Ach was Zimmer, es könnte eher eine Besenkammer mit altmodischer Blümchentapete und Badezimmerzugang sein. Es war so klein, das wir nicht mal ein richtiges Foto hinbekommen konnten. 

 

Das Zimmer ist gerade mal so groß, dass ein kleiner Gang neben dem 1,40m breiten Bett Platz ist. An dessen Fußende, haben auf einigen wertvollen Zentimetern doch noch irgendwie ein überflüssiger, gläserner Couchtisch Platz gefunden, der jedoch so etwas von unnötig und unbrauchbar ist, denn Platz für Gepäck existiert dadurch quasi nicht.

Wir legen unsere Backpacks in dem Spalt zwischen Tür und Badezimmer ab und trampeln einfach drüber, was soll's. Ins Bett können sie ja auch schlecht.

 

Und dann ist es dreckig. Das Bett sieht aus als ob es zwar gemacht ist aber schon zuvor schon einmal jemand drin geschlafen hätte. Na gut, nicht nur einer, vielleicht sogar mehrere :D

Die Wände sind schon in ein einem leichten grau. Und dann diese unfassbare Enge.

 

Wir wissen nicht nur nicht wohin wir mit unseren Rucksäcken sollen, sondern auch mit uns. Zu zweit in diesem Zimmer aneinander vorbeigehen ist unmöglich. Wenn man es filmen würde, würde es sicherlich wie ein witziger Balztanz von Tauben aussehen, wenn der eine mal ins Bad will oder der andere raus.

Aber bei dem Preis und der Lage...da können wir nichts sagen. Und fürs nächste Mal sind wir definitiv schlauer und werden bereit sein ein paar mehr Euro/ Dong auszugeben.

 

Na ja , wir wissen aber, dass wir hier nach den zwei Nächten sicherlich keine weitere verbringen werden.  Und bisher sieht es so aus, dass wir immerhin nur zu zweit in dem Zimmer sein werden und keine lästigen, krabbelnden Mitbewohner haben, das würde echt noch fehlen. 

-Wiedersehen am anderen Ende der Welt-

 

Wir legen mal alles ab und gehen dann in die Stadt. Denn wie der Zufall so will, ist genau heute auch Nina (ehemalige Mitarbeiterin und Arbeitskollegin aus Stuttgart) in Saigon. Sie hat 6 Wochen Privatunterricht in Ha Noi gegeben und reist jetzt auch noch etwas rum.

Wir treffen sie und es ist schon komisch so ein bekanntes Gesicht am andere Ende der Welt auf ein Abendessen zu treffen.

 

Sie kann uns schon ein paar hilfreiche Tipps und Eigenheiten von Vietnam geben. So sind wir nicht so ganz unwissend.

Auch die ersten Worte lernen wir von ihr.

Nina reist aber morgen schon weiter und muss richtig früh raus.

Deswegen verabschieden wir uns schon bald nach dem Abendessen.

Richi und ich sind eigentlich richtig müde und mein Bein tut etwas weh. Aber wir bleiben auf der Straße vor unserem Hotel hängen, denn hier schieben sich nur so die Menschenmassen durch die Straße, die nicht gerade klein ist. Aber es ist die Khao San Road (Partystraße in Bangkok) von Vietnam. Hier spielt sich das Nachtleben ab. Eigentlich wollen wir nur auf einen Drink bleiben aus dem schließlich einige mehr werden, aber dieses unvergessliche und einmalige, absolute verrückte Treiben und Leben hier, das kann man sich nicht entgehen lassen, geschweige denn einfach so dran vorbei gehen.

Aber dazu mehr in unserem nächsten Artikel.

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