Letzte Tage in schönen leicht altmodischen Hanoi

- Schlechter Start in Hanoi-

 

Nach dem wir um halb sechs unsanft und total gestresst aus dem Bus geworfen werden, obwohl es hieß, dass man bis um 7 Uhr liegen bleiben könne, da die meisten Guesthäuser und Hotels keinen so frühen Check-In haben, sollen wir wieder in ein kleines Shuttle umsteigen, mit dem wir in die Stadt gefahren werden.

 

Ich bin noch nie so zur Weißglut getrieben worden. Zum einen werden wir viel früher aus dem Bus geworfen und richtig unsanft und laut und unfreundlich geweckt, dann parkt der Busfahrer so dicht am nächsten Bus, dass man kaum an sein Gepäck kommt, geschweige denn es zwischen den Bussen herausbekommt. Kein Scherz, ich musste meinen Backpack irgendwie aus einem 30 Zentimeter Spalt herausziehen, dann wird man an der Schulter angetippt, dass man doch schneller machen solle. Und dann will man den Backpack in den kleinen Shuttlebus packen, der eh schon viel zu voll ist und dann müssen wir unsere Backpacks anderen Backpacker fast auf den Schoß legen. weil der Shuttlebus viel zu voll ist. Und weil aber die Hälfte vom Backpack noch raus hängt, will ich das noch eben versorgen, da wird man schon wieder mehrmals angetippt und an dem Arm angefasst, fast gezerrt, man solle doch mal schneller machen. Da fährt es mir heraus, dass das doch nicht sein kann und dass ich verrückt werde und dass jetzt mal gut ist, als ob es hier um Leben um Tod ginge. Mal ehrlich, Touristen wollen nur in die nächsten Hotels oder Hostels, da brennt es doch nicht. Wir sind echt fix und alle.

Also alles versorgt, versuchen wir diese rüde und viel zu übergriffige Art abzuhaken und weiter geht’s mit einem kleinen Van durch Hanoi.

 

Und es ist die schlimmste Fahrt, die ich je hatte.

 

Ich hatte 20 Minuten das Gefühl, dass der Fahrer mindestens 100mal dabei war ein anderes Auto zu rammen, oder einen der tausenden Rollerfahrer mitnimmt. Ich erleide echt fast einen, nein eigentlich gefühlt 100 Herzinfarkte und kann so manches mal nicht auf die Straße gucken und schlage einfach nur noch die Hände vor die Augen und hoffe, dass diese Fahrt bitte, bitte bald enden möge.

- Perfekter Zufluchtsort nach dem Start -

 

Dann werden wir irgendwo in der Old City rausgelassen und laufen noch ein paar Meter zum Hotel.

 

Das Hotel ist klein, schick und wir werden mit einem so herzlichen Lachen, Tee, Bananen, und Reis-Crackern empfangen, dass wir uns sofort total willkommen fühlen und diesen schrecklichen Start in den Tag schon etwas vergessen.

 

Dann dürfen wir noch zu unserem Glück früher einchecken, Hallelujah. Zwar müssen wir in den sechsten Stock ohne Aufzug stapfen aber ein Angestellter hilft uns und das Zimmer ist einfach toll. Rundherum mit Fenstern, man kann über ein paar Dächer von Hanoi sehen und es ist so hell, dazu super sauber, nett ausgestattet, mit Tee, Kaffee, Snacks und Wasser.

 

Wirklich das perfekte Hotel mit einer etwas altmodischen Note.

Und dann fallen wir einfach nur in dieses wunderbare Bett und in einen tiefen Schlaf.

 

Wir wollen heute aber ja noch etwas von der Stadt sehen und gehen erst zum Mittag hin auf einen Kaffee in die Oldtown. Wir schlender etwas herum, weiter zum Ho Hoan Kiem und weiter auf der Suche nach einem Elektronikladen, weil unsere Powerbank einfach nicht aufladen will.

 

Wir werden auch fündig, kaufen eine Powerbank und eine externe Festplatte, da wir unsere Daten unbedingt besser sichern müssen.

- Erkundungstour durch Hanoi -

Wir schlendern weiter und gehen noch auf einen Snack bei einem kleinen Stand vorbei und kosten ein paar von Unmengen an frittierten Teilchen.

 

Wir wollen aber langsam ins Hotel zurück um zu sehen, ob der Pass mittlerweile eingetroffen ist, weil er eigentlich mit dem nächsten Bus im Nachmittag ankommen sollte.

 

Aber er ist noch nicht da und wir geben dem ganzen noch ein paar Minuten. Und tatsächlich gegen 20Uhr ruft uns der Rezeptionist an und sagt der Pass ist da!!

 

Wir sind so unglaublich erleichtert, dass kann man einfach nicht in Worte fassen. Wir hätten nicht gewusst was wir hätten machen müssen, wenn er nicht angekommen wäre. Aber gut, da müssen wir uns ja nun nicht mehr drum kümmern.

Kurz darauf gehen wir dann auch runter den Pass holen, etwas essen und stoßen darauf an, dass alles nochmal gut gegangen ist.

 

 

- Der zweite Tag -

 

Unser zweiter Tag in Ha Noi, nach einem leckeren und netten Frühstück geht’s dann erst mal wieder zum Media Markt, weil die Powerbank von gestern einfach nicht laden will und wir echt nicht mehr weiter wissen, weil wir ja nun eine neue haben und die es auch nicht tut, da kann ja was nicht stimmen.

 

Im Elektronikfachmarkt stellt sich heraus, dass unser Adapter vielleicht einfach nicht geeignet für die Power Bank ist…Peinlich, haha.

 

Dann gehen wir durch die Stadt, alles zu Fuß, vorbei an DEN Gleisen, DAS Fotomotiv Hanois. Der Hanoi Train Street. Hier soll der Hanoi Zug alle paar halbe Stunde mal durchfahren aber wir warten vergeblich auf den Zug. Wir haben den Tag verwechselt, heute fährt der Zug viel seltener.


 Dann geht es weiter zur Zitadelle von Hanoi und weiter zum Mausuleum von Ho Chi Minh, weiter durch einen riesigen Park, wo die Menschen unfassbar sportlich sind. Beeindruckend, diese motivierte Masse.

 

Als wir durch den Park hindurch sind und kommen wir am Ho Tay See an, es ist aber schon fast dunkel und der buddhistische Tempel, der als Halbinsel im See gelegen ist, ist leider schon geschlossen.

 

Aber der Anblick ist dennoch sehr schön.

 

- Zapplen wie ein Fisch -

 

Doch beim Betrachten des Tempels und Fotografieren bewegt sich plötzlich etwas auf dem Pflaster. Ein Fisch liegt zappelnd auf der Brücke zum Tempel. Wir sind ratlos und überfordert, was wir nun machen.

 

Aber dieser Fisch tut uns so leid und ein paar Meter daneben liegt ein noch größerer Fisch, der nur noch schwach atmet.

Ich zappele innerlich wie der Fisch. Was sollen wir tun?

 

Nach einem Hin- und Her und gehadere mit inneren Werten aber auch Ekel und Angst vor der Fremde und der Reaktion des Fisches, überwinde ich mich und werfe den kleinen zappelnden Fisch, nach ein paar Anläufen mit einer Tüte als Handschuh, über die Mauer ins Wasser. Ach, das tat schon gut.

 

Bei dem großen traue ich mich nicht, da wir nicht wissen war für ein Fisch es ist und er vielleicht beißen könnte.

 

Also warten wir, weil wir ihn eigentlich dort nicht so sterben lassen wollen.

 

Schließlich kommt ein älterer Mann der auch etwas für Tiere übrig hat und an Karma glaubt. Er fragt schließlich die taffen Straßenfrauen, ob sie den Fisch nicht ins Wasser werfen können. Sie lachen, vermutlich verwundert darüber worum sich dieser Mann wohl Gedanken macht und warum er es selber nicht tut, aber schließlich macht sie es mit einem leichten Handgriff.

Wir können somit beruhigt, dass auch dieses Leben heute nicht zu Ende gegangen ist, ein Grab-Taxi bestellten und uns zum Essen und Richtung Hotel auf machen.

 

Wir essen zu unserem letzten Abend in Vietnam mal richtig gut vietnamesisch. Auch wenn es keine außergewöhnlichen Gerichte sind, aber dafür gut zubereitet mit viel Liebe und der Service einfach super.

 

Und welch Ironie, es gibt Fisch, da hätten wir uns ja fast selber ganz frischen Fisch mitnehmen können. Schon komisch was es ausmacht, ob da einer lebendig oder schon tot und zubereitet auf dem Teller liegt...

 

Na ja aber ich hoffe, dass dieser hier zumindest nicht auf einem Pflaster halb verenden musste.

Dann geht es zurück zum Hotel, wir können noch schnell duschen und dann wartet auch schon unser Taxi, dass uns zum Flughafen bringt und bemerken, dass unsere Zeit in Vietnam so wahnsinnig schnell zu Ende gegangen ist.

 

 

Tschüss Vietnam es war einfach so schön und viel zu kurz.

 

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