Wunderschöne Phillippinen- äh Moment mal...

- Das Paradies haben wir uns anders vorgestellt -

 

Um 4 Uhr landen wir in Manila, total übermüdet, weil der Flug erst um 01:20 Uhr in Hanoi los ging.

 

Aber der Flug an sich war recht unkompliziert, also schon mal ein paar Nerven gespart, dennoch schlaucht uns der wenige Schlaf schon.

 

Auch die Immigration und das Visum laufen wirklich sehr schnell ab, unerwartet für diese große, ja riesige Stadt.

 

Nachdem Richi am falschen Ort sein Lungenbrötchen konsumiert hat , weil die Schildern nun wirklich dämlich hingen und dabei leider erwischt wird, darf er dem Polizisten erst mal folgen. Also was heißt folgen, er wird mit einem sicheren Abstand begleitet, sodass er sich nicht schnell ein paar Meter zu weit entfernen könnte.
Da wird uns schon direkt bei der Ankuft echt mal kurz anders. Dass die Phillipinen nicht gerade als ein entspannter Staat gilt, das ist vermutlich über all bekannt.   Und um einer Anzeige zu entgehen wird ihm die „Wahl“ gelassen entweder direkt vor Ort 3000 Pesos (die sicherlich direkt in irgendwelche Taschen wandern) zu zahlen oder mit aufs Revier zu kommen. Für was entscheidet man sich da?! Also seine Entscheidung fällt ziemlich schnell.

 

Natürlich die 3000 Pesos zahlen! Eine Wache in Manila von Innen zu sehen, das will man sich wirklich ersparen, das merkt man hier sofort.

 

Mit etwas gedrückter Stimmung und bisschen verärgert über diesen unnötigen Geldverlust, immerhin sind es fast 50€, holen wir uns noch eine Sim-Karte und schließlich im Grab sitzend können wir mal Manila betrachten… aus sicherer Distanz.

- Erste Fahrt durch Manila-

 

Ich hatte mal wieder keine genauen Vorstellungen, so wie ich von eigentlich allen Ländern und Orten mir nur wenig ausgemalt habe was mich erwartet. Klar versuchen wir uns immer über Gepflogenheiten und alles zu erkundigen und auf was man besonders achten sollte, aber ich möchte jedes Land und jeden Ort auf seine eigenen Weise wirken lassen.

 

Die Menschen sehen für mich wenig asiatisch aus, also zumindest nicht, was wir damit überwiegend verbinden. Ihre Hautfarbe ist viel dunkler als in den bisherigen Ländern, irgendwie eine Mischung aus Asiaten und Südamerikanern.

 

Und Manila ist arm, das sieht man sofort.

 

Überall kaputte Häuser. Verdreckte Straßen, Menschen die auf der Straße sitzen, Menschen mit kaputter Kleidung. Auch das Straßenbild ist anders. Unter den vielen Autos sind unzählige viele ältere Rostschleudern.

 

Und dann diese alten überdimensional langen, bunten Jeeps, die Jeepneys, die als das Transportmittel Manilas gelten, die sind echt cool, eigentlich absolut kaputt und das einfachste Fortbewegungsmittel, das ich je gesehen habe.

 

Ich versuche alles aufzunehmen, mich an alles zu gewöhnen, die Eindrücke einzuordnen.

 

Und ich kann es nicht ganz. Es ist nicht Asien und es ist nichts was ich bisher so gesehen habe. Auch die Atmosphäre, wenn man so durch die Stadt fährt, ist seltsam.

 

Dann erreichen wir irgendwann, nachdem sich der Taxifahrer für 6 € durch die Rushhour am Morgen gekämpft hat, Chinatown.

 

Vieles erinnert an Nepal, nur dass die Menschen irgendwie alle grimmig schauen, es ist nicht ganz so staubig und einfach, aber dennoch schmutzig, nicht schön und fast bedrückend.

 

Die Atmosphäre ist unbeschreiblich.

 

Richi findet es ganz komisch, ja fast fürchterlich, er fühlt sich unwohl aber er hat auch einige Daten und Fakten mehr im Kopf, da er sich schon etwas mehr über Manila eingelesen hat. Ich kann sein Gefühl nicht ganz nachempfinden aber richtig entspannt ist anders.

- Zu Fuß durch Manila -

 

Nachdem wir zum Glück früh einchecken können und absolut müde ins Bett fallen und bis fast 13 Uhr nochmal schlafen, gehen wir mal raus um Manila zu betrachten. Das Einzige was ich wirklich schön finde sind die vielen Obststände und die interessanten Streetfood Gerichte. Alles andere wirkt einfach wie eine große, unpersönliche, viel zu volle, dreckige und arme Stadt.

 

Wir essen etwas in einer kleinen, dunklen Gasse. Wir überlegen auch zuerst, ob wir wirklich hier eintreten sollen aber hier sind die einzigen Restaurants in der Umgebung und so langsam kurrt schon unser Magen.
Wir bestellen einfach mal auf gut Glück, denn die Gerichte kennen wir nicht. Wir lassen sie uns kurz erklären und da die Amtsprache Englisch ist, ist die Kommunikation dankbar einfach. Aber was wir da bestellen haben wir dennoch nicht wirklich verstanen. Es werden einfache Nudeln mit bisschen Gemüse, Fleisch und Fisch.

 

Annehmbar, aber nicht herausragend. Und der Service, wir wissen nicht was wir davon halten sollen. Irgendwie komisch. Irgendwie typisch für eine Großstadt außerhalb von Asien: hektisch, laut, unpersönlich. Man kommt sich sehr weit weg von der freundlichen, genussvollen Gastronomie-Welt Asiens vor.


- Straßenleben-

 

Und dann warten wir auf Rudolf. Ehemaliger Arbeitskollege aus Stuttgarter Kellner-Zeiten. Er hat sich vor ein paar Monaten auch auf in die weite Welt gemacht. Und sich, nach Malaysia und Bali, auf den Weg auf die Philippinen gemacht und ist zufällig nur einen Tag früher als wir gelandet.

 

Wir warten vor einer Kirche direkt um die Ecke von unserem Hotel. Was wir da sehen...wir hätten es nicht gedacht. Gepanzerte Wagen mit Maschinengewehren fahren durch die Straßen und viele mürrische Menschen begegnen uns. Straßenkinder, ganze Straßenfamilien befinden sich auf den Plätzen und in den Parks.

 

Zwei Kinder baden in einem Brunnen auf dem Platz vor der Kirche. Zunächst denke ich, ja bei dem Wetter verständlich und was für eine Gelegenheit für die Kinder. Dabei sei zu beachten, dass die Kinder so um die zehn Jahre alt sind. Sie werfen ihre paar Lumpen auf den Boden und springen immer wieder in den Brunnen und dann, man glaubt es wirklich nicht, entledigen sie sich einfach über den Brunnenrand hinweg. Wir sind entsetzt aber das zeigt uns diese Armut der Stadt. Hier auf der Straße kämpft einfach jeder für sich. In den Blumenbeeten liegen betrunkene Menschen, wohlmöglich der Rest der Familie. Sie scheinen fast hier zu leben, in dem Busch vor dem Platz bei der Kirche. Sie liegen dort, trinken Bier, brüllen rum, urinieren in den benachbarten Busch. Und während wir so warten und dem Treiben eigentlich nur unbeteiligt zusehen, werden wir mit argwöhnischen Blicken gemustert, hier ist wirklich keiner freundlich. Uns wundert es nicht, dass diese Stadt zu den gefährlichsten und kriminellsten der Welt gehört.

 

Und dann kommt auch endlich Rudolf. Ein so bekanntes und freundliches Gesicht am anderen Ende der Welt wiederzusehen. Mal wieder ein irres, unwirkliches und dennoch vertrautes Gefühl mischt sich zusammen.

 

- Keinen Tag länger hier-

 

Gemeinsam gehen wir in das „Altstadtviertel“ Manilas.

 

Es ist wirklich gar nicht so übel, doch die Menschen wissen wir nicht so einzuordnen.

 

Wir finden nach langem Schlendern und Suchen endlich ein Cafè und planen mal unsere Reise über die Philippinen.

 

Wir wollen gemeinsam die Philippinen erkunden, was und wie und wie der Zeitplan aussieht, das weiß keiner so genau, nur dass wir nicht noch einen Tag länger in Manila verschwenden wollen.

 

Und dann buchen wir im nächsten Moment schon einen recht teuren Flug nach Kalibo, aber jeder Tag mehr ist es wohl nicht wert hier zu verbringen.

Dafür ist die Zeit einfach zu knapp, denn unser Visum läuft mal wieder nur 30 Tage.

 

Dann geht’s noch zu einem kleinen belebten Restaurant etwas Essen, nichts Weltbewegendes aber recht genießbar.

 

Danach gehen wir ins Hotel und Rudolf macht sich tatsächlich zu Fuß auf den Heimweg zu seinem Hostel. Hut ab für seinen Mut und im gleichen Moment hoffen wir, dass wir uns morgen im Taxi sehen werden.

 

- Kleiner Nachtrag-

Unsere Bilder in diesem Beitrag sind denkbar schlecht und sehr wenig. Aber wir waren teilweise nicht mutig genug Bilder aufzunehmen, da die Blicke so schon argwöhnig waren. Und dann nach der Betrachtung der Kriminalitätsrate wollten wir erst gar nicht den Eindruck erwecken, dass wir irgendwas wertvolles besitzen könnten.

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Kommentare: 1
  • #1

    Erika (Freitag, 08 Januar 2021 08:29)

    Wie die Zeit vergeht:)
    Vielen Dank dafür,dass wir weiter mit reisen. Ja,leider gibt es Orte, welche einen bitteren Nachgeschmack hinterlassen. Dennoch, wird man eine Erfahrung reicher.