Boracay - die schönste Insel der Welt

 - Auf nach Boracay -

Heute geht es raus aus Manila. Die Stadt hat uns gar nicht überzeugt. Und je mehr man über die Stadt liest, desto schneller will man hier weg. Hier und da gibt es Viertel durch die man nicht laufen soll. Nach 20 Uhr soll man nicht mehr auf die Straße, weil es zu vielen Überfällen kommt, und, und, und... die Liste und Warnungen sind lang. Und auch am zweiten Tag hat uns die Atmosphäre nicht mehr überzeugt.

 

Wir checken aus dem Hotel aus, trinken einen Kaffee und warten auf Rudolf, der mit dem Grab an unserem Hotel vorbeikommt und wir somit gemeinsam zum Flughafen fahren.

 

Wir haben zum Glück heute Morgen schon vom ihm gehört, dass er wohlauf in seinem Hostel angelangt ist, nachdem er sich gestern zu Fuß auf den Rückweg gemacht hat. Und wie es schien, ist er mit allen Armen, Beinen und Zähnen und seinen Wertsachen gestern dort angekommen.

 

Nach einem Hin und Her und ein paar kleinen Schwierigkeiten das richtigen Terminal zu finden schaffen wir es endlich Distanz zu Manila aufzubauen.

Wir kommen nach Kalibo, eine Stadt auf der Insel Palay.

Von hier geht es auf unsere erste aufregende Reise auf den Philippinen und an den schönsten Strand der Welt.

Und auch auf eine der teuersten Inseln und Gegenden unserer bisherigen Reise.

Schon jetzt merken wir, dass die Philippinen irgendwie anders sind.

Schaukelnd geht es nach Boracay
Schaukelnd geht es nach Boracay

Von Kalibo aus geht es an den Hafen von Caticlan. Ab hier werden wir mit einem schaukelnden Boot nach Boracay übergesetzt.

 

Bei der Ankunft werden wir von der türkisen Farbe des Meeres unseres Atems beraubt.

Doch während der Fahrt durch die Stadt zu unserem Hostel sieht es da schon etwas anders aus. Da stockt der Atem eher vor erstaunt Unerwartetem, Verwunderung oder gar Entsetzten?!

 

Die Fahrt dauert circa 30 Minuten und führt durch DAS Zentrum Boracays, vorbei am White Beach, Station 1 und Station 2 (so nennen sich hier die populären Strand- bzw. Inselabschnitte).

 

Aber obwohl diese Insel das Ziel für viele gutbetuchte Menschen ist und alles echt teuer ist, sieht es arm und kaputt aus.

 

Erdhügel und Schutt am Rande der Straße, wo Hotels mal entstehen sollten aber nicht mehr dürfen
Erdhügel und Schutt am Rande der Straße, wo Hotels mal entstehen sollten aber nicht mehr dürfen

- Boracay, die schönste Insel der Welt aber kaputt, wie geht das zusammen?-

 

Die wichtigste Infrastruktur um vom Norden der Insel in den Süden zum Hafen zu gelangen ist eine einzige Straße. Und diese ist in einem katastrophalen Zustand. Überall unglaublich große Schlaglöcher, halbfertiggestellte Spuren, halbfertige oder abgerissene Häuser.

 

Oftmals ist die Fassade gut hergerichtet, ja sogar schick und ein Meter hinter der Fassade ragen riesige Stahlträger oder halbe Zementbrocken aus der Erde. Kabel liegen herum. Also hier sieht nichts fertig aus. Als ob die Arbeiter einfach eben mal in die Mittgaspause gegangen sind und aus dieser nie wiedergekommen seien. Und da fragt man sich, wie das sein kann?

 

Mit dem Tricycle geht es zum Hostel
Mit dem Tricycle geht es zum Hostel

Schnell löst sich der Dunst des Unwissens wenn man Boracay in Google eingibt.

Erst vor zwei Jahren wurde die Insel für sechs Monate geschlossen, weil der Tourismus überhandnahm und das Ökosystem der Insel und um die Insel herum massive negative Auswirkungen erlitt. Müllberge türmten sich im Landesinneren, Abwasser der Hotels wurde direkt in das Meer geleitet. Und aus aus einem Paradies auf Erden wurde langsam aber stetig ein Drecksloch, von Duterte auch als "Cesspool" betitelt, also einer Kloake.

Der Präsident der Philippinen, über den die Meinungen stark auseinander gehen, griff schließlich zum Schutz der Insel ein und verhängte eine temporäre Schließung damit die Insel sich erholen kann.

2019 wurde sie schließlich wieder unter strengen Maßnahmen geöffnet. Begrenzte Besucherzahlen pro Tag, begrenzte Anzahl an Unterkünften, Rauch-, Strandliegen-, Sonnenschirm-, Müllverbote am ganzen Strand. Somit erschließt sich von selber, warum man für einen Besuch etwas tiefer in die Tasche greifen muss. Aber verständlich und sinnvoll. An manchen Orten der Welt würden solche Maßnahmen dringenst notwendig sein.

 

Quelle: https://www.facebook.com/chillaxflashpackers/photos/2719205201683215
Quelle: https://www.facebook.com/chillaxflashpackers/photos/2719205201683215

 - Den Namen verdient diese Insel -

 

Für die drei Nächte die wir hier sind reicht unser Budget so gerade noch für ein Bett in einem Hostel im 8er Zimmer. Das Hostel sieht wahnsinnig cool aus. Es sieht wie eine riesige Treppe am Hang aus. Jede Treppenstufe bildet ein Zimmer. Zudem sind viele Teile von alten Schiffs-Containern verbaut und ganz oben ist sogar ein Roof-Top-Pool eingelassen mit Fensterscheibe zur Rezeption.

Der Geruch in den Zimmern ist zwar seltsam feucht bis leicht modrig aber es ist sauber. Wenn ich mich daran zurückerinnere, kommt mir sogar jetzt noch der Geruch in die Nase von dieser feuchten, muffigen Luft gemischt mit Gerüchen der Bewohner. Wir befinden uns am Diniwid Beach von Boracay, etwas abseits des Zentrums. Hier ist alles etwas ruhiger, sehr einheimisch, nicht so touristisch hergerichtet und der Strand ist nur einen Katzensprung entfernt.

Und warum es als die schönste Insel der Welt gilt, ja das können wir erst glauben als wir das erste Mal am Strand sind. Es ist wirklich ein einmaliger Strand.

 

Der Sand fast weiß wie Schnee, umrandet von großen Palmen und Kokosnüssen. Und dieses türkise, glasklares Meer dahinter.

 

Dieses Bild kenne ich nur von Postkarten und hätte niemals gedacht selber mal hier an so einem zauberhaften Strand zu liegen und in einem Meer zu schwimmen, in dem man keine Taucherbrille braucht, um Fische und den Grund des Meeres sehen zu können. Wirklich traumhaft.

 

Wir schälen und knacken sogar eine Kokosnuss, die uns als Snack des Tages dient. Echt ein Pradies.

 

Selbstgeknackte Kokosnuss
Selbstgeknackte Kokosnuss
In den Sonnenuntergang schaukeln
In den Sonnenuntergang schaukeln

Am Strand von Boracay hatten wir regelmäßigen Besuch
Am Strand von Boracay hatten wir regelmäßigen Besuch

Wir genießen die Tage auf Boracay unspektakulär, ganz entspannt am Strand, im Meer, bei Spaziergängen mit violetten Sonnenuntergängen. Wir beobachten Invasionen von Instagram Photoshootings und begeben uns abends auf die Suche nahrhaftes, nicht zu fettiges und nicht zu teures Essen zu finden.

 

Und schwupp sind die paar Tage auf der schönsten Insel der Welt schon vorbei.

Aber wir haben das erste Mal seit der Abreise und unserem Unfall das Meer und den Strand in voller Gänze spüren und genießen können.

Und die Angst und der Schock vom Anfang in Manila ist schon bald vergessen und so planen wir unsere weitere Reise über die Philippinen weiter.

 

Wenn kein Platz für das Notebook ist zum Recherchieren
Wenn kein Platz für das Notebook ist zum Recherchieren

 - Und wie geht es weiter? -

 

Das ist gar nicht so einfach, denn es gibt 7000 Inseln.

 

Einige sind zwar eh Tabu, da sie als Terrorgebiete gelten, aber dennoch ist die Auswahl ist enorm. Doch wir wollen die Philippinen zu dritt bereisen und da Rudolf schon mal hier war, richten wir uns nach ihm, seinen Erfahrungen und priorisieren die Inseln auf denen er noch nicht war. Und Rudolfs Ziel ist Siargao. Eine kleine Surfer Insel ganz im Osten der Philipinen.

Also lautet unser Plan bald nach Siargao zu kommen.

 

 

 

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