Wenn das Ziel unerreichbar erscheint …..muss einfach ein anderes her

Wir verlassen also die schönste aber auch einer der teuersten Inseln, die wir bisher gesehen haben. Ein bisschen ist es schon schade, dass unser Budget so klein ist da wir gefühlt die Insel gar nicht richtig erleben konnten. Aber wir waren mal hier. Alles weitere müssen wir vielleicht auf das nächste Leben mit dickerem Portemonnaie verschieben.

Aber wir haben schonmal einen schönen Vorgeschmack bekommen was uns die nächsten 4 Woche noch in den Philippinen erwarten kann.

 

Wir begeben uns also wieder auf die Insel Palay, von dort geht dann morgen unser Flug nach Cebu. Wir müssen schon wieder fliegen. Eigentlich war das so nicht geplant. Es sind so viele Mini-Flüge und eigentlich war das Ziel so wenig wie möglich zu fliegen, aber da die Fähren unsicher sind und nicht so oft fahren und zudem um so viel teurer sind, müssen wir zähneknirschend unsere Prinzipien über Bord werden.

 

Und dann ist da der Wettlauf mit der Zeit. Man glaubt es kaum wie schnell paar Wochen verfliegen wenn man reist. Und man kann die Länder nicht mal ansatzweise in einem Monat erleben. Das hätten wir vorher nie gedacht. Einen Monat pro Land klingt ja erstmal viel aber in jedem Land ticken die Uhren anders und anzukommen, Menschen kennenzulernen, dafür reicht die Zeit einfach nicht

- Von der verzweifelten Suche nach Tickets -

 

Rudolf war schonmal auf Cebu, daher nehmen wir die Stadt nur als Zwischenstation. Eigentlich nur, weil es einen größeren Flughafen und Hafen hat und wir von hier aus am besten nach Siargao kommen können.

 

Das dies aber kein leichtes Unterfangen wird, wissen wir zu dem Zeitpunkt, als wir die Stadt betreten, nicht.

 

In unserer Planung und Vorstellung wissen wir nur, dass wir einfach an den Hafen kommen müssen, dort das richtige Terminal finden, um unsere Tickets nach Siargao zu kaufen, die nächste Fähre betreten und dann in Surferparadies Siargao ankommen. Also so die Theorie. Dass das aber so nicht eintreten wird und wir morgen ganz woanders stehen werden, hätten wir uns so nicht ausgemalt.

 

 

Es gibt also diverse Terminals und verschiedene Reiseanbieter um überhaupt mit der Fähre nach Siargao zu gelangen. Es wird ein Hin und Her, Her und Hin zwischen Terminals. Die Informationslage ist schwierig, denn schon bald merken wir, dass das mit dem "einfach mal 3 Tickets kaufen und mit der Fähre rüber setzen" nicht möglich ist. Alle Fähren sind ausgebucht, überall ist super viel los. Überall sind Menschen schwer bepackt.

 

Dann werden wir auf den nächsten Tag vertröstet, da die Fähren zu unterschiedlichen Uhrzeiten und Tagen fahren und es dementsprechend andere Möglichkeiten gibt an ein Ticket zu gelangen, doch wir merken es wird schwierig. Obwohl uns nicht klar ist warum.

Und dann irgendwann schnappen wir die Info auf, dass Ferien sind und die Fähren einfach voll sind, da die Menschen Urlaub machen oder auf die Heimatinseln fahren, denn das meiste Berufsleben spielt sich in Manila oder Cebu ab und in den Ferien strömen die Filipinos aus zu ihren Heimatinseln.

-Eine Nacht in Cebu-

So werden wir gezwungen eine Nacht in Cebu zu bleiben, eine komische Stadt, aber wir können uns in der Kürze der Zeit kein wirkliches Urteil bilden außer, dass die Stadt riesig ist und das Hostel unfreundlich :D

 

Also kommen wir in das Eco Hostel, das sich wie eine strenge Jugendherberge anfühlt, schmieren uns Sandwichs mit richtigem Käse. Ein Highlight und planen uns einen Plan A und ein Plan B und möglicherweise Plan C.

 

Am nächsten Tag machen wir uns dann wieder auf die Suche nach Tickets.

 

Und auch an zwei weiteren Schaltern und Unternehmen haben wir kein Glück ein Ticket nach Siargao zu ergattern. Es ist einfach alles ausverkauft. Ferienzeit, die engen Kapazitäten und Fahrtzeiten der Fähren haben wir einfach unterschätzt.

 

Reisen in den Philippinen will geplant sein!! Das merken wir uns.

- Es wird also Plan B -

Also tritt plan B ein. Wir kaufen ein Ticket zu einer etwas näher gelegenen Insel. Die Fähren fahren nämlich öfter und brauchen auch nicht so lange.

 

Also geht es zum Hafen und wir steigen das erste mal in ein Jeepney.

 

Man hält es per Handzeichen an, steigt ein und lässt etwas Geld zum Fahrer wandern. Unkompliziert, preiswert und zügig. Sie haben sogar Routen wie Busse. Und da hier ja alle Englisch sprechen ist alles kein Problem.

 

Und dann kommen wir am Hafen an und kaufen drei Tickets nach Bohol für heute Abend.

 

Bis dahin wagen wir es in ein kleines, geschäftiges Restaurant zu gehen, in dem man ganz pragmatisch sich ein paar Dinge an einer Theke aussucht, in ein Körbchen legt und ohne Besteck aber mit einer Plastiktüte über die Hand gestülpt die fettgebackenen Teile zu essen. Es ist mal eine ganz andere Erfahrung zu essen. Das mit dem guten und bezahlbaren Essen zu finden ist wie gehabt eine Aufgabe.

- Voller geht's kaum -

Es geht es zum Pier, wo unsere Wartezeit durch einen witzigen, musikalischen Gig unterhaltsamer wird als die eh schon witzigen Figuren um uns herum es tun. Wir steigen auf die wahnsinnig volle und laute Fähre. Es fühlt sich wie Wochenende an, aber es ist mitten in der Woche – Ferienzeit eben.

 

Und dann geht es los.

Wir sitzen auf harten, unbequemen Plastiksitzen, lauschen den Geräuschen um uns herum, es läuft ein Film einem Fernseher und wir gleiten, schwankend, langsam und ruhig über das Meer, entfliehen bös aufziehenden Gewitterwolken über Cebu in die Abendsonne hinein und sind gespannt in welches Paradies auf Erden wir gerade schippern.


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