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Help Adhish, Help Chheskam

 

Es ist viel passiert in den letzten Monaten. Und wir haben aus vielen verschiedenen Gründen nichts mehr von uns hören lassen.

Vieles hat sich in der letzten Zeit verändert. Unsere Welt steht Kopf seit Beginn des Jahres.

Und unsere Reise memphis.to.memphis ist zu Ende gegangen und neue und verschiedene Wege und Ziele haben sich aufgetan.

 

Wir sind zurück im Alltag angekommen, neue Jobs, neue Heimat. Doch wir blicken auf tolle 15 Monate Reisen zurück, die wir immer in unserem Herzen tragen werden.

 

Und ein Mensch, den wir auf dieser Reise schon recht früh kennengelernt haben, hat uns die ganze weitere Reise begleitet, ob per Whatsapp oder einfach nur in Gedanken.

 

 

 

Ich spreche hier von Adhish. Ein Nepalese mit einem Herz das größer nicht sein könnte.

Einem Willen und Engagement, der stärker nicht sein könnte.

Mit Mut und Ehrgeiz alles für seine Familie und sein Dorf am Fuße des Everest, mitten im Himalaya, zu geben und zu tun, um es besser zu machen, um den Kindern eine gute Bildung zu ermöglichen, sodass sie in der Lage sind ein Leben aufzubauen.

 

Er hat uns mit in sein Heimatdorf genommen, wo wir in seinem Elternhaus schlafen, essen, wohnen, ja einfach Leben konnten.

 

Uns wurde eine Welt gezeigt, die wir nicht kannten, die wir uns nie hätten vorstellen können.

Wie wenig man zum Leben braucht oder auch einfach nur haben kann konnten wir einfach mal hautnah erleben. Denn eine Wahl haben Adhish und seine Familie nicht wirklich.

 

Wir sind mit offenen Armen empfangen worden. Wir durften an allem Teil haben, was zu Ihnen gehörte. Uns wurde alles gegeben, was sie hatten und sie gaben sich mit viel weniger zu frieden.

 

Auch wenn es sprachliche Barrieren gab, auch wenn wir manches mal die Kultur nicht verstanden, so konnte man zu jedem Zeitpunkt spüren, dass man willkommen war.

 

Auch jetzt haben wir ab und zu Kontakt zu Adish.

Und es ist so schwer. Denn auch vor Nepal hat das Corona Virus keinen Halt gemacht.

(https://www.who.int/nepal/)

Es ist eingeschlagen wie eine Bombe. Und jeder der einmal dort war oder Länder mit ähnlichen Strukturen und Armut kennt, der kann sich vorstellen vor welchen Problemen eines der ärmsten Länder der Welt steht. Ein Land, dass einen wirtschaftlichen Aufschwung nur durch Tourismus erfahren konnte, denn nichts anderes kann dieses Land hervorbringen, neben der atemberaubenden Natur, dem einzigartigen Gebirge und ihrer Kultur, gibt es wenige wirtschaftliche Ressourcen.

Doch durch die Schließung der Grenzen, der Flughäfen und allem was essentiell für den Tourismus ist, steht das Land still.

Auch wenn der Tourismus viele, viele Nachteile mit sich bringt. Wir durften spüren und erleben, was dieser aufsteigende Wirtschaftszweig den Menschen für Möglichkeiten bietet.

 

In dem Dorf in dem wir fast 3 Wochen leben durften, bedeutete es Jobs. Kinder können nach der Schule als Sherapa oder Guide Arbeiten gehen und für dortige Verhältnisse gutes Geld verdienen und damit ihre Familien unterstützen. In Chheskam haben die Menschen angefangen kleine Lodges „Hotels“ zu bauen, obwohl die Infrastruktur für den Verkehr noch kaum da war. Aber sie haben Visionen und Hoffnung für ihr Dorf und ihr Leben gehabt.

 

Aktuell ist diese Hoffnung schwindend gering.

Dass das Land schnellstmöglich die Grenzen schließen musste, war richtig und zum einzigen Schutz der eigenen Bevölkerung.

Wenn wir ein Land wie Deutschland sehen, dass eines der besten Gesundheitssysteme hat, aktuell fast an die Grenzen der Versorgung stößt, so kann und will ich mir nicht ansatzweise vorstellen an welche Grenzen Nepal stößt.

Und so musste alles stillgelegt werden, um die Bevölkerung vor dieser Katastrophe zu schützen.

 

 

 

Doch damit geht die nächste Katastrophe einher.

Das größte Einkommen der Bevölkerung bricht weg. Der Tourismus bleibt aus. Jobs sind weg. Geld ist weg und das Essen, jetzt gerade im Winter, wird knapp.

 

Adhish erzählte mir per Whatsapp, dass er seit 10 Monaten nicht mehr gearbeitet hat.

Keine Aufträge, keine Touren, kein Geld. Ich weiß, dass Adhish spart und wirtschaftet und er klarkommen wird, irgendwie.

Doch Adhish hat keine eigenen Kinder oder eine Frau. Er sorgt für seine Eltern und unterstützt seine Schwägerin und Schwester, die in Chheskam wohnen. Doch in diesem Dorf gibt es so viele Familien, die Frau, Kinder, Eltern und Schwiegereltern haben, die von diesem einen Einkommen gelebt haben.

 

Die Nepalesen in Chheskam sind Selbstversorger, leben mit den paar Quadratmetern Felder, die sie haben und holen alle paar Monate etwas Reis, Mehl, Mais und Hirse aus der Stadt. Alles andere versuchen sie selber anzubauen. Doch jetzt wo es keine Touristen gibt, die das Geld reinbringen wird es knapp, besonders jetzt zum Winter.

 

 

 

Wir waren selber im Winter vor Ort.

Die Nahrung war sehr einseitig. Als Mahlzeiten gab es meist Reis oder Hirse mit etwas Linsen-Suppe und Senfblättern aus dem Garten. Ab und zu gab es ein paar Kartoffeln, die noch im Feld gefunden wurden, doch zum Februar hin neigten auch die sich dem Ende zu. Dann kam viel Schnee, der Boden gefriert. Ihr wisst was das heißt.

 

Dann gab es nur noch Reis, Mais, Linsen. Doch Mais, Reis und Linsen müssen sie kaufen. Das Land dort gibt keine Kapazitäten her. Adhish sagt, dass es dort keine Reisfelder gibt.

 

Im Sommer bis Oktober/ November wäre die Hochsaison für Trekkingurlauber, die Touren im Annapurna oder Everest Gebiet machen. In diesen Zeiten wird für Saisons mit weniger Aufträgen vorgearbeitet oder gespart.

 

 

 

Doch ohne Aufträge des Sommers wird es eng und ohne Geld kann kein Reis oder Mais oder Linsen gekauft werden, welche die hauptsächlichen Grundnahrungsmittel für den Winter darstellen.

 

 

 

Adhish hat ein kleines Apartment in Kathmandu. Also was sag ich da. Es ist kein Apartment. Es ist ein Raum in einem Haus in dem er mit seinem Cousin wohnt. Dafür bekommt er vermutlich so gerade die Miete zusammen, damit er ein Zimmer hat, wenn die Saison wieder los geht.

Denn ein Zimmer zu finden ist eine große Schwierigkeit.

 

Auf dem Rückweg zu seinen Eltern bringt Adhish dann immer Reis, Mais, Linsen oder Hirse mit nach Chheskam.

 

Das will er nun auch. Er möchte versuchen vor allem den Familien zu helfen, die jetzt ganz besonders Hilfe benötigen. Er schreibt, dass viele krank sind. Wie viele an Corona infizierte Menschen es in Chheskam sind, das weiß man nicht. Test gibt es keine. Doch krank scheinen viele zu sein, so berichtet er.

 

Es fehlt an Essen, an Kleidung in seinem Dorf, dass eigentlich sehr selbstständig ist. Doch es ist auch harte Arbeit. Jeder Tag ist wie jeder andere. Die größte Tätigkeit des Tages ist es, für die Malzeiten zu arbeiten oder etwas für das Dach über den Kopf zu tun.

Fehlt es dann aber mal an Körperkraft, so fehlt das Dachüber dem Kopf oder das Essen auf dem Teller.

 

Richi hat eine tolle Aktion gestartet und diese möchte ich ebenso unterstützen.

Nicht weil Weihnachten ist, nicht weil ich auf die Tränendrüse drücken will.

Nein sondern ganz einfach weil ich weiß, dass dieses Geld ankommt, es in gute Hände kommt und vor allem genau in die richtigen Hände kommt und verteilt wird, wo es wirklich gebraucht wird. Das können wir aus vollen Herzen sagen und versichern.

Und weil diese Menschen einfach mit so wenig zufrieden sind und jetzt durch die Pandemie wirklich an Ihre Grenzen kommen und es um pure Existenzen geht.

 

Lasst euch nochmal mitnehmen in das Leben, das wir leben durften und schaut euch an, wie die Lage aktuell ist.

 

 

 

Und wenn ihr Lust habt Adhish und uns eine Freude zu machen, dann geht hier vorbei und lasst da, was ihr könnt. Ich lege meine Hand ins Feuer, dass das Geld in keine andere Tasche wandert als in die richtige. Wenn es finanziell nicht drin ist für euch, dann schaut bei Adhishs Instagram Seite vorbei lasst gute Gedanken da und denkt oder träumt über eine nächste Reise (wenn es wieder möglich ist) nach und bucht Adhish für eine unvergessliche Zeit in Nepal 😊.

 

 

https://www.betterplace.me/help-for-chheskam

 

 

Vielen Dank für jede Unterstützung!!

 

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